Achtung Bio-Falle

...liest man oft in den Medien. Doch wenn man genau liest, und das Fehlende selbst nachrecherchiert, kommt man immer wieder auf dasselbe Ergebnis: Wo Bio drauf steht ist auch Bio drin.

Käse mit Herzlochung in Mausefalle
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Das Thema biologische Ernährung beschäftigt immer breitere Gesellschaftsschichten und damit auch die Medien. Da sind gut recherchierte Beiträge gefragt. Leider werden wichtige Themen oft in reißerischer Art transportiert. So finden sich mittlerweile häufig Überschriften in den Medien wie „Vorsicht Bio-Falle“.

Doch wenn man genau liest, und das Fehlende selbst nachrecherchiert, kommt man immer wieder auf dasselbe Ergebnis: Wo Bio drauf steht ist auch Bio drin. Und doch ist es ratsam, als KonsumentIn wach, kritisch und informiert zu sein, um TrittbrettfahrerInnen keine Chance zu geben.

Welche Kriterien müssen echte Bio-Lebensmittel erfüllen?

Die Bezeichnungen kbA, kontrolliert biologischer Anbau, biologischer Anbau, ökologischer Anbau, etc. sind durch die EU-Verordnung (EG) 834/2007 für Lebensmittel geschützt, sie sind in der gesamten EU der gleichen Gesetzgebung unterworfen. Bezeichnungen wie "umweltfreundlich", "umweltschonend", "naturnah", "ungespritzt" oder „kontrolliert“ sind irreführend. Es sind rechtlich ungeschützte Begriffe und garantieren keine ökologische Herkunft.

Die Biologische Landwirtschaft ist die einzige, die - neben den üblichen Kontrollen der Lebensmittelaufsicht - mindestens einmal jährlich eine zusätzliche Überprüfung durch eine unabhängige, akkreditierte Bio-Kontrollstelle erhalten muss. Seit 1. Juli 2010 sind alle verpackten EU-Bio-Waren mit dem neuen Bio-Logo, der Nummer der Kontrollstelle, einem Hinweis auf die Bio-Zutaten und neu! der Ursprungsangabe (EU-/ Nicht-EU-Landwirtschaft) versehen. Weiterhin kann ein nationales Bio-Logo ergänzend angebracht werden und die Sachbezeichnung „aus biologischer Landwirtschaft“ am Produkt stehen, so wie der Hinweis „Österreichische Landwirtschaft“ (wenn 98 % der Zutaten aus Österreich stammen). Beides ist aber keine Pflicht.

BIO AUSTRIA ist strenger als EU-Bio

Das EU-Bio-Siegel ist weniger streng, als die BIO AUSTRIA Standards. In folgenden Punkten bieten die Produkte der BIO AUSTRIA Mitglieder mehr Sicherheit und noch höhere Qualität: der gesamte Betrieb muss Bio sein; der Grenzwert für zufällige und technisch unvermeidbare Verunreinigung mit gentechnisch veränderten Rohstoffen liegt bei 0,1 % (im Vergleich zu 0,9 %); es sind weniger Betriebsmittelzukäufe möglich; Futtermittel müssen primär aus Österreich stammen – Importe sind genehmigungspflichtig; Mischfutter muss aus reinen Bio-Futtermittelwerken stammen, um eine Verunreinigung zu vermeiden; Anforderungen an die Tierhaltung sind höher.

Bio-Sprit ist nicht Bio, aber leider trotzdem gesetzeskonform

Aus aktuellem Anlass der Bio-Sprit-Diskussion, die von Vielen sehr kritisch gesehen wird und absolut nichts mit dem Biologischen Landbau zu tun hat, soll hier kurz hinterfragt werden, warum Agrar-Treibstoffe immer noch als „Bio“ bezeichnet werden dürfen. Die EU-Bio-Verordung gilt nur für a) lebende und unverarbeitete landwirtschaftliche Erzeugnisse, b) verarbeitete landwirtschaftliche Erzeugnisse, die zur Verwendung als Lebensmittel bestimmt sind, c) Futtermittel, d) vegetatives Vermehrungsmaterial und Saatgut für den Anbau. D.h. konventioneller Raps oder Mais, der zu Sprit oder in Biogas-Anlagen verarbeitet wird, fällt nicht unter die Bio-Verordnung und „darf“ den Konsumentinnen und Konsumenten leider weiterhin irreführen.

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