Bio kostet mehr – aber es lohnt sich!

Biolandwirte schonen die Umwelt und halten Tiere artgemäß. Hinter Bio stecken mehr Arbeit und geringere Erträge. Bio ist oft teurer, schneidet aber im gesundheitlichen und ökologischen Vergleich besser ab.

Eurozeichen
© Bio Austria

Hand aufs Herz: Fragt sich irgend jemand, warum ein Mercedes teuer ist und ein Daihatsu nicht?
Die Fakten liegen auf der Hand. Und so wie beim Auto oder irgendwelchen anderen Konsumgütern, gibt es bei Bio-Produkten ganz klare Qualitäts-Unterschiede, die einen wesentlich höheren Produktionsaufwand bedingen: Denn Bioqualität wird schon auf dem Feld gesät, Biolandwirte arbeiten gentechnikfrei und verwenden soweit möglich, biologisch produziertes Saatgut.

Bio ist besser!

Vergleicht man die Inhaltsstoffe, so enthalten biologisch kultivierte Pflanzen und deren Produkte rund 60 Prozent mehr wichtige Antioxidantien als in konventionelle Produkte. Neueste Untersuchungen zeigten, dass der Wechsel zu einer Ernährung mit biologischem Obst, Gemüse und Getreide so viele zusätzliche Antioxidantien zur Verfügung stellt wie ein bis zwei zusätzliche Portionen Obst und Gemüse täglich. Gleichzeitig werden deutlich weniger unerwünschte Substanzen wie Pestizide und Schwermetalle aufgenommen.

Bio – besser für´s Klima

Die Biolandwirtschaft  verzichtet auf den Einsatz von energieaufwändig produziertem, synthetischem Mineraldünger,  stattdessen wird der Boden durch die Fruchtfolge gestärkt und genährt. Das bedeutet, dass anspruchsvolle Pflanzen jenen folgen, die weniger Anspruch an den Boden stellen. Gedüngt wird mit Jauche, Mist und Kompost.  Das hält den Boden auf lange Sicht fruchtbar und gesund und spart CO2.

Vorbeugen statt heilen

Bio beugt Schädlings- und Krankheitsbefall vor indem unterschiedliche Sorten zur geeigneten Zeit am passenden Ort eingesetzt werden. Unkraut, das nicht genutzt werden kann, wird maschinell und teilweise sogar händisch entfernt. Der Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide schützt Nützlinge wie Bienen und fördert die Artenvielfalt.

Gesund füttern

BiolandwirtInnen verpflichten sich, Tiere artgemäß zu halten, zu füttern und zu betreuen. Ausreichend Platz, rutschfester Boden sowie trockene, saubere und bequeme Ruheflächen für die Tiere sind Pflicht. Zusätzlich dürfen die Tiere regelmäßig ins Freie, wenn möglich auch auf die Weide. Gefüttert wird ausschließlich mit Biofutter, das zum Großteil von den eigenen Betrieben oder aus der Region kommt. Außerdem haben die Tiere mehr Zeit zum Wachsen. Die vorbeugende Verwendung von Antibiotika oder anderen Arzneimitteln ist in der biologischen Landwirtschaft verboten. Alternativmedizin ist das Mittel der Wahl, konventionelle Medikamente sind nur im Akutfall erlaubt und dabei müssen die doppelten Wartezeiten eingehalten werden. Somit enthält Biofleisch deutlich geringere Antibiotika und Medikamentenrückständen.

Mehr Arbeit - weniger Zusatzstoffe

In der ökologischen Lebensmittelwirtschaft ist nur ein geringer Anteil der über 300 in der konventionellen Lebensmittelverarbeitung eingesetzten Zusatzstoffe erlaubt und es werden schonende Verfahren eingesetzt.

Bio-Lebensmittel sind in der Regel teurer als konventionell erzeugte Lebensmittel, da der Aufwand ihrer Erzeugung und Verarbeitung größer ist. Vergleicht man Bio-Lebensmittel aber mit Premium-Marken, dann ergeben sich nur geringe Preisunterschiede. Produkte aus konventioneller Landwirtschaft verursachen hingegen höhere negative externe Umweltkosten, wie zum Beispiel die Folgekosten der Nitrat- und Pestizidbelastung von Wasser und Boden und das Artensterben von Bienen und insektenfressenden Vögeln.

Faire Preise für die Biobauern

Der Bio-Landbau setzt auf hohe Qualität bei gleichzeitigem Tier- und Umweltschutz. Da sich Bio-LandwirtInnen nicht der Rationalisierung, wie sie in der konventionellen Landwirtschaft herrscht, anschließen, müssen sie einen höheren Arbeitsaufwand im Pflanzenbau und in der Tierhaltung erbringen. 
Durch den Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und schnelllösliche mineralische Düngemittel fallen die Erträge im Bio-Landbau meist geringer aus als in der konventionellen Landwirtschaft.

Auch die Verarbeitung der Bio-Produkte ist aufwändiger: Zum einen sind für Bio-Lebensmittel sehr viel weniger Zusatzstoffe erlaubt, zum anderen sind die gehandelten und transportierten Mengen auf dem noch kleinen Markt mit Bioprodukten viel geringer als auf dem konventionellen Lebensmittelmarkt.
Die geringeren Erträge sowie der höhere Produktions- und Verarbeitungsaufwand schlagen sich im Preis nieder.

Kontrolle zahlt sich aus

Im Preis von Bio-Lebensmitteln sind auch die Kosten für die Kontrolle auf Einhaltung der speziellen Qualitätsrichtlinien und Anbau- bzw. Verarbeitungsvorschriften enthalten. Bio-Lebensmittel werden auf ihrem Weg vom landwirtschaftlichen Erzeugerbetrieb bis ins Lebensmittelgeschäft auf die Einhaltung der Richtlinien der EG-BIO-Verordnung und der Verbände überprüft.

Link:

www.fibl.org

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