Chemie hautnah

Wir stellen hohe Anforderungen an unsere Kleidung! Sie muss bunt gefärbt sein, Schweiß in "Duft" verwandeln und darf keinesfalls knittern. Dahinter steckt viel Chemie.

imprägnierte Jeans
© g.wittner "die umweltberatung"

Entlang der textilen Produktionskette werden immer wieder Chemikalien eingesetzt. Es beginnt mit dem Pestizideinsatz am Feld, geht über das Beschichten der Fasern, Bleichen, Färben bis hin zur chemischen Konservierung der Kleidungsstücke.

Abwasserbelastung

Laut dem Schweizer Textilverband SWISSTEXTILES werden weltweit jährlich ca. 2 Mio. Tonnen Textilhilfsmittel, 2 Mio. Tonnen Säuren, Laugen und Salze und ca. 250.000 Tonnen Farbstoffe in der Textilindustrie verbraucht. Im Durchschnitt fließen 90 % der eingesetzten Chemikalien und Textilhilfsmittel sowie 20 % der eingesetzten Farbstoffe ins Abwasser.

Gesundheitsbelastung

Es sind zum Beispiel Polymere als griffgebende Mittel erlaubt, die bis zu 20 % des textilen Warengewichts ausmachen. Biozide Stoffe sind als antimikrobielle Mittel zugelassen. Zinnorganische Verbindungen finden sich in T-Shirts und Sportbekleidung wieder, sie stehen im Verdacht unser Hormonsystem zu beeinflussen. Insektizide werden als Fraßschutzmittel zur Konservierung der Stoffe bei der Lagerung eingesetzt. Glanz wird durch den Zusatz von Wachsen und Paraffinen erzielt, Wolle durch Polymere filzfrei ausgerüstet. Manche dieser Stoffe stehen in Verdacht, die Gesundheit zu schädigen, andere sind noch nicht ausreichend erforscht.

Kunstharze

Um das Verknittern und Einlaufen zu vermeiden, werden Textilien aus Baumwolle und Viskose unter anderem mit Kunstharzen ausgerüstet. Besonders betroffen sind Textilien mit dem Hinweis „Bügelfrei“. Kunstharze können potenziell krebserregendes und allergisierendes Formaldehyd freisetzen. Auch wenn die freigesetzten Mengen gering sind, kann keine vollständige Entwarnung gegeben werden, denn krebserregende Stoffe können auch schon in sehr geringen Mengen schädlich sein.

Auch Phthalate die als Weichmacher eingesetzt werden, werden immer wieder in Badebekleidung und bedruckten Textilien gefunden. Sie sind nicht akut giftig, können jedoch in hohen Dosen hormonelle Wirkung zeigen.

Farbstoffe

Zusätzlich sind bei Textilien noch rund 1.500 Farben erlaubt. Der Anteil an Farbstoffen im Textil kann bis zu 9 % des Gewichtes betragen. Cirka 70 Farbstoffen wird ein Allergie auslösendes Potenzial zugeschrieben. Diese werden vorwiegend zum Färben von synthetischen Fasern verwendet. Im Visier der KritikerInnen stehen besonders die Azofarbstoffe, sie werden auf der Basis von krebserzeugenden Aminen hergestellt. In der EU sind Azofarbstoffe nur eingeschränkt zugelassen, man muss jedoch davon ausgehen, dass in einigen importierten Textilien problematische Farbstoffe enthalten sein können, die bei mangelhaft gefärbten Textilien freigesetzt werden können.

Nachhaltige Styling-Tipps:

  • Bevorzugen Sie beim Einkauf Ökotextilien aus fairem Handel – hier ist umweltschonende und hautverträgliche Produktion zu sozialen Bedingungen sicher!
  • Waschen Sie generell Ihre neuen Kleidungsstücke bevor Sie sie tragen. So landen potentiell gesundheitsschädliche Stoffe nicht auf Ihrer Haut.
  • Kaufen Sie Second Hand Kleidung. Diese Stücke wurden schon mehrmals gewaschen und sind dadurch besonders schonend zur Haut.

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Schickes Outfit! Neu? Ja, aber ökologisch!

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  • HerausgeberIn BMLFUW

Kennzeichnung von Ökotextilien

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Kind hängt Wäsche auf
© Anna Bogner/Mädchenwald
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  • HerausgeberIn "die umweltberatung" Wien - Die Wiener Volkshochschulen

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