Die besten Früchte fürs nächste Jahr sichern

"die umweltberatung" gibt Tipps zur Saatgutvermehrung. Medieninformation "die umweltberatung" Wien, 25. August 2016

Cocktailtomatenauf Holzbrett
© Katharina Foglar-Deinhardstein

Jetzt gibt’s im Garten reiche Ernte: sonnengereifte Paradeiser, das typische Sommergemüse, und leuchtend orangefarbene Kürbisse als Vorboten des Herbstes. Wer dieselbe köstliche Bio-Ernte auch im nächsten Jahr genießen möchte, hebt am besten die Samen auf. "die umweltberatung" gibt Tipps zum Ernten und Trocknen von Gemüsesamen.

Auch wenn wir gerade mitten im Hochsommer sind: für viele HobbygärtnerInnen beginnt spätestens jetzt die Vorbereitung auf das kommende Gartenjahr. „Gerade in Zeiten, in denen Großkonzerne Saatgut patentieren lassen, trägt das Sammeln und Weiterverwenden von Samen aus dem eigenen Garten zum Erhalt der Sortenvielfalt bei“, erklärt Mag.a Katharina Foglar-Deinhardstein, Gartenexpertin von "die umweltberatung".

Nicht jede Pflanze ist geeignet

Zur Saatgutvermehrung eignen sich nur samenfeste Sorten. Sogenannte „Hybridsorten“ geben ihre spezifischen Eigenschaften nur selten an die nächste Generation weiter, die daraus gewonnenen Pflanzen können sich stark von ihren Eltern unterscheiden und sind reine Zufallsprodukte.

Wichtig ist, für die Samenernte die gesündesten, robustesten Pflanzen auszuwählen und nur die wohlschmeckendsten Früchte zu verwenden. Vielleicht sind bei einer Pflanze die typischen Sortenmerkmale besonders schön ausgeprägt? Gut so, dann rechtzeitig die für die Samenernte vorgesehenen Früchte markieren, damit sie nicht aus Versehen im Kochtopf landen.

Mit Selbstbestäubung geht es leichter

Besonders einfach gelingt die Saatgutgewinnung bei der Gruppe der samenfesten Selbstbestäuber. Da hier die Kreuzung mit anderen Sorten weitestgehend ausgeschlossen ist, gleichen die Kinder der Mutterpflanze und es gibt wenige Überraschungen im kommenden Jahr. Zu den Selbstbestäubern zählen Tomaten, Erbsen, die meisten Bohnensorten, Salat, Zwiebeln und Porree. Pflanzenarten, die fremdbestäubt werden, verlangen den GärtnerInnen mehr züchterische Planung ab.

Die Frucht muss reif sein

Tomaten sollten vollreif sein, bei Bohnen und Erbsen sind die Schoten bereits trocken und häutig, wenn die Samen reif genug zur Ernte sind. Bei Chilis lassen sich die erntereifen Samen leicht aus den trockenen Fruchthüllen schütteln. Bei fleischigen Früchten wie Kürbis oder Paradeisern müssen die Samen vom Fruchtfleisch befreit werden – dazu die Samen am besten in einem feinmaschigen Sieb unter fließendem kaltem Wasser abwaschen. Das Saatgut auf Küchenkrepp gut durchtrocknen lassen und anschließend in Papiersäckchen oder verschraubbaren Gläsern kühl und trocken bis zum nächsten Frühjahr aufbewahren. Und nicht vergessen, die Samen zu beschriften! Auch wenn jetzt ganz klar ist, dass es sich um die Lieblingsparadeiser der Nachbarin handelt, bis zum kommenden Frühjahr ist es vielleicht wieder vergessen.

Und zum Schluss noch ein Tipp: Samen sind meist nicht lange haltbar. Wer von einer tollen Sorte überschüssiges Saatgut hat, hebt es nicht noch ein Jahr auf, sondern bringt es besser im Frühling zur nächsten Samentauschbörse, andere GartenbesitzerInnen werden sich darüber sicher freuen.

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