Die besten Früchte fürs nächste Jahr sichern

Auch wenn's noch sommerlich ist - für viele HobbygärtnerInnen beginnt die Vorbereitung auf das kommende Gartenjahr. In Zeiten, in denen Großkonzerne Saatgut patentieren lassen, trägt das Weiterverwenden von Samen aus dem eigenen Garten zum Erhalt der Sortenvielfalt bei.

Cocktailtomaten und Samen auf Küchenrollenpapier
Katharina Foglar-Deinhardstein "die umweltberatung"

Wichtig ist, dass Sie für die Saatgutvermehrung die gesündesten, robustesten Pflanzen auszuwählen und nur die wohlschmeckendsten Früchte verwenden. Vielleicht sind bei einer Pflanze die typischen Sortenmerkmale besonders schön ausgeprägt? Gut so, dann rechtzeitig die für die Samenernte vorgesehenen Früchte markieren, damit sie nicht aus Versehen im Kochtopf landen.

Samenfeste Sorten, damit Form und Farbe stimmen

Zur Saatgutvermehrung eignen sich nur samenfeste Sorten. Sogenannte „Hybridsorten“ geben ihre spezifischen Eigenschaften nur selten an die nächste Generation weiter, die daraus gewonnenen Pflanzen können sich stark von ihren Eltern unterscheiden und sind reine Zufallsprodukte.

Mit Selbstbestäubung geht es leichter

Besonders einfach gelingt die Saatgutgewinnung bei der Gruppe der samenfesten Selbstbestäuber. Da hier die Kreuzung mit anderen Sorten weitestgehend ausgeschlossen ist, gleichen die Kinder der Mutterpflanze und es gibt wenige Überraschungen im kommenden Jahr. Zu den Selbstbestäubern zählen Tomaten, Erbsen, die meisten Bohnensorten, Salat, Zwiebeln und Porree. Selbstbestäuber sind für EinsteigerInnen gut geeignet - Pflanzenarten, die fremdbestäubt werden, verlangen den GärtnerInnen mehr züchterische Planung ab.

Die Frucht muss reif sein

Tomaten sollten vollreif sein, bei Bohnen und Erbsen sind die Schoten bereits trocken und häutig, wenn die Samen reif genug zur Ernte sind. Bei Chilis lassen sich die erntereifen Samen leicht aus den trockenen Fruchthüllen schütteln. Bei fleischigen Früchten wie Kürbis oder Paradeisern müssen die Samen vom Fruchtfleisch befreit werden – dazu die Samen am besten in einem feinmaschigen Sieb unter fließendem kaltem Wasser abwaschen.

Beschriften nicht vergessen!

Das Saatgut auf Küchenkrepp gut durchtrocknen lassen und anschließend in Papiersäckchen oder verschraubbaren Gläsern kühl und trocken bis zum nächsten Frühjahr aufbewahren. Und nicht vergessen, die Samen zu beschriften! Auch wenn jetzt ganz klar ist, dass es sich um die Lieblingsparadeiser der Nachbarin handelt, bis zum kommenden Frühjahr ist es vielleicht wieder vergessen.

Weitere Tipps zum Vermehren von Saatgut haben wir im Beitrag Saatgut selbst vermehren zusammengestellt. Adressen für den Kauf von Bio-Samen finden Sie in den Bezugsquellen für Bio-Saatgut.

Und zum Schluss noch ein Tipp: Samen sind meist nicht lange haltbar. Wer von einer tollen Sorte überschüssiges Saatgut hat, hebt es nicht noch ein Jahr auf, sondern bringt es besser im Frühling zur nächsten Samentauschbörse, andere GartenbesitzerInnen werden sich darüber sicher freuen.

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