Ein Ei – so kostbar wie Huhn und Hahn

Alleine in Deutschland werden jährlich 50 Millionen männliche Eintagesküken vergast oder bei lebendigem Leib geshreddert. Auch für jedes glückliche(re) Bio-Freiland-Huhn stirbt ein männliches Pendant. Weltweit werden etwa zwei Drittel aller Masthühner und die Hälfte aller Eier industriell produziert.

Küken schlüpft aus Ei
© www.usda.gov

In den Händen der Großkonzerne

Hühner legen normalerweise 30 Eier im Jahr. Die hochgezüchteten Legehennen legen bis zu 300 Eier und sind nach zwei bis drei Jahren „verbraucht“. Masthühner erreichen heute in weniger als 40 Tagen ihr Schlachtgewicht von 1,6 kg (1925 waren es noch 120 Tage). Die Geflügelindustrie, die sich in Lege- und Masthühnerzucht aufteilt, wird weltweit von einer handvoll ErzeugerInnen dominiert. Ein einziges Unternehmen in den Niederlanden z.B. liefert z.B. das Zuchtmaterial für Legehennen, von denen etwa 65 Prozent der braunen Eier weltweit stammen.

Leben wie in der Sardinenbüchse

In der konventionellen Hühnerhaltung ist es erlaubt, sieben bis neun Hennen pro Quadratmeter zu halten. Bis zu 6.000 Tiere dürfen in einer Halle gehalten werden. Die Tiere, die unter normalen Umständen in Gruppen von fünf bis zwanzig Hennen unter der Leitung und dem Schutz eines Hahns unterwegs sind, leiden in den Hallen unter Dauerstress und Verhaltensstörungen wie gegenseitiges Federpicken und Kannibalismus. Im Freilandbetrieb stehen den Hühnern außerhalb des Stalls pro Huhn acht Quadratmeter Freilandfläche zur Verfügung - bei einer maximalen Herdengröße von 3.000 Tieren. In der Bio-Freilandhaltung teilen sich sechs Hennen einen Quadratmeter im Stall, zusätzlich muss für jede Henne acht bis zehn Quadratmeter Auslauf im Freien gewährleistet sein.

Die Nachfrage erzeugt das Angebot

In Österreich wurden im Jahr 2010 etwa 7,4 Millionen männliche Küken ausgebrütet, die großteils direkt nach dem Schlüpfen aussortiert und getötet wurden. Bei Arten, wie dem Moosdorfer Haushuhn, Altsteirer oder Sulmtaler ist das anders. Da diese Rassen Eier legen und Fleisch ansetzen, werden die Hähne „erst“ nach 81 Tagen geschlachtet. (Hühner können durchschnittlich ein Alter von fünf bis sieben Jahren erreichen).

Bis die Junghennen beginnen Eier zu legen, also etwa die ersten vier Monate, verbringen die Küken im Aufzuchtbetrieb, dann werden sie an Käfig-, Boden-, oder Freilandhaltungsbetriebe verteilt. Die Geflügelwirtschaft in Österreich hält rund 12,4 Millionen Tiere. Laut dem Ministerium für ein lebenswertes Österreich verzehren die Menschen in Österreich rund 1,6 Milliarden (!) Eier jährlich.

Vorsicht – versteckte Käfigeier!

Die Herkunft der Eier für verarbeitete Lebensmittel muss nicht gekennzeichnet werden. So ist es üblich, dass Groß- und Gastronomiebetriebe zu billigen Käfig-Eiern aus dem Ausland zurückgreifen. Bevorzugen Sie daher Nudeln, Backwaren, Aufstriche oder andere verarbeitete Lebensmittel ohne Ei. Konsumieren Sie wenig Eier und wenn, achten Sie auf die Herkunft. Die erste Ziffer der Kennzeichnung steht für die Haltungsform (0 = Bio, 1 = Freiland, 2 = Bodenhaltung, 3 = Käfighaltung). Die Buchstaben geben Auskunft über das Herkunftsland (AT = Österreich). Die letzten sieben Ziffern zeigen die Betriebsnummer des Ursprungshofes.

Der Haltbarkeitstest

Eier sind - im Kühlschrank aufbewahrt - durchaus einen Monat lang haltbar! Sollte ein Ei einmal das vorgegebene Ablaufdatum überschreiten, können Sie am Geruch feststellen, ob es noch einsatzfähig ist. Riecht es gut, ist es auch gut und lange über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus zum Backen verwendbar. Kaufen Sie nur so viele Eier wie nötig - Eier sind viel zu kostbar, um sie einfach wegzuschmeißen!

Fragen Sie beim Eierkauf nach, wo und wie die Eier produziert wurden, damit sie keinen bitteren Beigeschmack mitkaufen.

Ostereier - bio und natürlich gefärbt

Wir beraten Sie gerne persönlich!

"die umweltberatung" Wien
Telefon 01 803 32 32
E-Mail service@umweltberatung.at
Website www.umweltberatung.at