Ende mancher Rohstoffe in Sicht

Jeder von uns besitzt Produkte, deren Herstellung metallische Rohstoffe benötigen. Ähnlich wie Erdöl werden durch zunehmenden Abbau auch Kupfer, Zink und andere Erze knapper. Wie viele Rohstoffe bleiben uns noch?
Rohstofflager in Rotterdam
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Kupfer wird bereits seit 8.000 vor Christus abgebaut und gegossen. Nach Eisen und Aluminium gilt es als Metall  mit dem drittgrößten globalen Verbrauch. Auf Grund seiner physikalischen und chemischen Eigenschaften sowie seiner hervorragenden Leitfähigkeit und Korrisionsresistenz kommt Kupfer in zahlreichen Bereichen zum Einsatz.

Weltmarktpreise für Kupfer steigen
Die Nachfrage nach Kupfer ist seit den 1930iger Jahren drastisch gestiegen, was auch die Kosten für Abbau und Produktion erhöht, da die Oberflächenlager bereits erschöpft sind und tiefer gegraben werden muss. Um 1 Tonne Kupfer zu gewinnen müssen 250 Tonnen Schutt bewegt werden. Da die Weltmarktpreise jährlich anziehen, nehmen auch in Österreich die Kupfer-Diebstähle zu. 

Platin-Reserven in 47 Jahren ausgebeutet
Ebenso verhält es sich mit Platin, einem der wertvollsten Edelmetalle, das sowohl in Zündkerzen, Herzschrittmachern, Laserdruckern, Magneten und in vielen Apparaten Verwendung findet. Die mittlere jährliche Zuwachsrate des Verbrauchs beträgt 3,8 %. Bei gleichbleibender Entwicklung bedeutet das, dass die Reserven der Platin-Gruppe (Iridium, Palladium und Rhodium) in 47 Jahren aufgebraucht wären. Keine der hochmodernen Photovoltaik-Anlagen würde ohne das Element Iridium funktionieren.

Seltene Metalle in immer neuen Anwendungen
Viele Metalle finden wir trotz ihrer Knappheit in immer mehr Anwendungen. So wie Titan, das als seltenes Metall in reiner Form kaum vorhanden ist. Der Herstellungsprozess ist aufwendig und bewirkt den hohen Preis. In den letzten Jahrzehnten wird Titan aber als Legierung für Stahl in zahlreichen Geräten verwendet, in Golfschlägern, Dampfturbinen, Schiffsschrauben, Schmuck, Notebooks oder künstlichen Gelenken. Das preiswertere Titandioxid wird sogar als Lebensmittelfarbe E171 verwendet. Ersatzstoffe wurden bislang nicht gefunden. Seltenere Edelmetalle wie Europium werden gerade für die Hi-Tech Industrie dringend benötigt, z.B. als Leuchtstoffe in Hochdruckquecksilberlampen oder in Flachbildschirmen.

Recyclingprozesse und Ersatzstoffe notwendig
Wenn auch einige Erze noch in ausreichender Menge vorhanden sind - wie etwa Bauxit - so steigt die Nachfrage durch das Aufschließen großer Nationen wie China oder Indien enorm. Der massive Hunger nach Eisen zeigt, wie schnell Produktionsengpässe entstehen können, wenn eine Volkswirtschaft hohe Wachstumsraten hat. Da Metall-Lagerstätten in Europa durch Jahrhunderte lange Ausbeutung erschöpft sind und der Großteil der Erze importiert werden muss, entstehen Abhängigkeiten von anderen Staaten und Großkonzernen. Recycling-Prozesse können zwar die Lebens- und Nutzungsdauer mancher Metalle verlängern, für andere müssen aber in absehbarer Zeit Ersatzstoffe gefunden werden, wie etwa für Zinn, dessen Lagerstätten den Bedarf nur noch schätzungsweise 35 Jahre decken können.

Metall-Verknappung bedingt auch Energiekrise
Da gerade Bergbau und Metallproduktion einen hohen Energieverbrauch haben und viele Emissionen verursachen, ist es im Sinne des Klimaschutzes notwendig, nicht nur nach erneuerbaren Energieträgern zu suchen, sondern auch erneuerbare Rohstoffe in Kreisläufe zu implementieren. Jede Verknappung von Rohstoffen wird indirekt die Energiekrise verschärfen, da auch Photovoltaikanlagen oder Windräder auf Aluminium, Kupfer, Nickel usw. angewiesen sind.

Weitere Informationen:

Studie über Metallverknappung www.grin.com
Steigende Rohstoffpreise durch deren Verknappung www.dietikermetall.ch
Vortrag über Metall-Verknappung von Dr. Deideren www.theoildrum.com
Wissenswertes über Platin wikipedia.org