Formaldehyd als Innenraumschadstoff

Formaldehyd wirkt krebserregend und kann bei Hautkontakt Allergien auslösen.

Tischlerplatten
Versteckter Inhaltsstoff Formaldehyd

Ungefähr die Hälfte des produzierten Formaldehyds wird gemeinsam mit Harnstoff, Phenol oder Melamin zur Herstellung von Bindemitteln (z.B. für Klebstoffe und Leime) verwendet. Wichtigstes Einsatzgebiet ist dafür das Verleimen von Holzwerkstoffen, z.B. Spanplatten, Sperrholz und Tischlerplatten.
Seit 1990 gilt in Österreich, dass nur mehr Holzwerkstoffe der Emissionsklasse E1 verkauft werden dürfen. Die Klasse E1 bedeutet, dass die Platten in einer Prüfkammer weniger als 0,1 ppm Formaldehyd ausgasen.

Der österreichische Produktsicherheitsbeirat empfiehlt - vergleichbar mit internationalen Grenzwerten - für Wohnungen eine Konzentration von weniger als 0,1 ppm. Man findet permanent erhöhte Formaldehydkonzentrationen in Innenräumen vor allem in Räumen mit größeren Mengen an älteren Spanplatten als Möbelwerkstoff, Wandbaustoff bzw. im Fußbodenbereich, bei älteren Fertigteilhäuser (vor allem Baujahre bis 1982), in denen die Wände aus nur mit Farbe oder Tapeten bedeckten Spanplatten bestehen und bei Fertigparkettboden oder größeren Einrichtungsgegenständen aus den Ländern des ehemaligen Ostblocks, Italien oder Frankreich.

Auch vielen Lacken und Klebern ist Formaldehyd oder ein Formaldehyd-Abspalter als Konservierungsstoff zugegeben. So genannte säurehärtende Lacke enthalten als Bindemittel Formaldehyd-Harze und gasen daher bei der Anwendung hohe Konzentrationen an Formaldehyd aus. Sie gehören zu den Reaktionslacken und werden hauptsächlich von Professionisten verwendet.

Formaldehyd zählt zu den Fotooxidantien: diese Stoffe, wie auch Ozon und andere, entstehen aus Stickoxiden (NOx) und flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) unter dem Einfluss von Sonneneinstrahlung und sind Bestandteile des Sommersmogs.

Weiters entsteht Formaldehyd bei der unvollständigen Verbrennung. Insbesondere bei der offenen Verbrennung von Gas wie bei Gasherden oder Durchlauferhitzern ohne Abzug entsteht Formaldehyd, wie auch andere Schadstoffe, z.B. Kohlenmonoxid und Stickoxide.

Auch das Rauchen ist eine Quelle für Formaldehyd.

Tipps

  • Gegen Formaldehyd aus Tabakrauch hilft nur ein striktes Rauchverbot in Innenräumen.
  • Grünpflanzen sind natürliche Formaldehyd-Fresser, sie wandeln das Reizgas in harmlose Stoffe um. Als besonders effektiv gelten die Birkenfeige (Ficus benjamini), die Strahlenaralie (Schefflera arboricola) und die Efeutute (Epipremnum pinnatum).
  • Kochen Sie mit einem Gasherd? Dann sollten Sie für einen ausreichenden Luftaustausch sorgen, da auch hier Formaldehyd entsteht.
  • Besteht der Verdacht, dass die Konzentration an Formaldehyd erhöht ist, z.B. bei entsprechenden Symptomen, die sich nur bei Aufenthalt in einzelnen Räumen zeigen, so kann eine Messung der aktuellen Formaldehydkonzentration entscheiden, ob eine Gefährdung besteht und wenn ja, welche Sanierungsmaßnahmen sinnvoll sind.
  • Baumaterialien: Verwenden Sie keine Spanplatten, sondern Massivholz, Faser- oder Gipsplatten. Wenn Sie unbedingt Spanplatten brauchen, sollten Sie melamin- oder phenolharzverleimte V 100 Platten kaufen, die verhältnismäßig wenig Formaldehyd abgeben. Bei sogenannten "formaldehydfreien" Spanplatten sollten Sie vorsichtig sein, wenn Sie nicht wissen, welchen Kleber sie enthalten. Wenn als Leime Tannine verwendet wurden, sind diese Spanplatten eine gute Wahl.
  • Lacke und Lasuren: Naturharzlacke und -lasuren enthalten normalerweise kein Formaldehyd oder seine Abspalter. Dies lässt sich leicht überprüfen, da die meisten Hersteller voll deklarieren (alle Inhaltsstoffe mit zumindest grobem Anteil an der Rezeptur werden angegeben).

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