Gemüse aus dem Schatten der Nacht?

Paradeiser, Melanzani und Erdäpfel zählen wie der giftige Stechapfel und Tollkirsche zu den Nachtschattengewächsen. Was man lange für giftig hielt gehört heute zum Lieblingsgemüse der ÖsterreicherInnen.

Melanzanipflanze
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Die Melanzani fand im 14. Jahrhundert den Weg aus den Tropen Indiens und Chinas nach Europa. Damals noch klein, gelb oder weiß, brachte ihr das den Namen Eierfrucht ein. Auf den ersten Blick nicht umwerfend was den Gehalt an Vitaminen- und Mineralstoffen betrifft, verliebt man sich womöglich auf den zweiten Blick in sie. So enthält vor allem die Schale der schwarz-violetten Sorten große Mengen des sekundären Pflanzenstoffes Anthocyan. Außerdem ist Kaffeesäure drin, die antimikrobiell und antioxidativ wirkt, und Bitterstoffe fördern den Gallenfluss sowie die Verdauung. Vorsicht ist bei der Zubereitung geboten, denn Melanzani saugen sich gerne mit Fett an. Gegrillt oder gekocht sind sie auch für die leichte Küche gut geeignet.

Rispentomaten
© g.homolka "die umweltberatung"

Aber bitte mit Schale

Paradeiser, deren Name sich vom Wort Paradies- oder Liebesapfel ableitet, kamen Ende des 15. Jahrhunderts von Südamerika nach Europa. Sie wurden nur als Zierpflanze verwendet, bevor ihre Vielfalt an Sorten und Aromen entdeckt wurde. Sie sind reich an Vitamin C, B1, B2, Provitamin A, sowie Folsäure und Kalium. Carotinoide geben den Paradeiserm die rote Farbe, beleiben auch in Konserven erhalten und wirken antioxidativ. Ebenso gesundheitsfördernd sind ihre Quercetine – diese befinden sich in der Haut der Paradeiser. Sie sollten auch für Sugos nicht geschält sondern nur klein geschnitten werden, damit das krebshemmende Quercetin auch mitgegessen wird.

Fruchtige Vitaminbombe Paprika

Beißen Sie in einen Paprika, schmecken Sie womöglich einen edelsüßen oder leicht bitteren Geschmack. Vielleicht wird ihnen aber auch heiß und Brennen im Mund macht sich breit. Es könnte sich nämlich um Gemüsepaprika, Pfefferoni, Jalapeno oder Chilischoten gehandelt haben. Sie alle sind Paprikapflanzen und unterscheiden sich durch ihren Gehalt an Capsaicin, ein Alkaloid, das für die Schärfe des Paprikas verantwortlich ist.

Christoph Columbus brachte das Fruchtgemüse im 15. Jahrhundert von Südamerika nach Europa. Paprika sind liefern im Sommer viel Vitamin C, sie enthalten mehr als doppelt soviel Vitamin C wie Orangen. Zusätzlich gehören Paprika zu den Rohkostgemüsen mit dem höchsten Ballaststoffgehalt.

Was sie vereint entfernen wir

Stärkehaltige Knolle unter der Erde, erfrischende Frucht auf dem Strauch und Eifrucht mit recht trockener Konsistenz - man möchte kaum glauben, dass Erdäpfel, Paradeiser und Melanzani der gleichen Familie entstammen. Hinweis darauf geben giftige Alkaloide, wie z.B. Solanin, die mehr oder weniger in ihnen allen enthalten sind. Deshalb ist es wichtig, vor dem Verzehr grüne und unreife Stellen zu entfernen, Melanzani und Erdäpfel zu garen, Melanzani ausreifen zu lassen und langgelagerte Kartoffeln nach dem Kochen zu schälen. Dies erspart mögliche Symptome dieser Pflanzengifte wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Durchfall und Halsbrennen.

Und nein - sie wachsen und reifen nicht im Schatten der Nacht. Paradeiser und Melanzani brauchen viel Licht und Wärme um gut gedeihen zu können.

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