Gute Nacht und guten Flug!

Weniger Licht bringt mehr Lebensqualität für Menschen und Zugvögel. Medieninformation "die umweltberatung" Wien, 26. Mai 2015

Kerze hinter Glas
© rainer burger "die umweltberatung"

Licht sorgt dafür, dass wir auch in der Nacht den Weg zur Haustür finden. Doch intensives künstliches Licht schadet der Tierwelt und stört unseren Schlaf. Gezielte, stromsparende Beleuchtung lässt die Zugvögel in Ruhe ziehen, schont die Gesundheit und gibt den Blick in den Sternenhimmel frei.

Die Erhellung des Nachthimmels durch künstliches Licht wird als Lichtverschmutzung bezeichnet. Dicht besiedelte Gebiete sind oft schon aus großer Entfernung durch ihre Lichtglocke zu erkennen. Die starke Beleuchtung hat Auswirkungen auf Mensch und Tier, zum Beispiel auf die Zugvögel. Diese können ihre Orientierung verlieren und mit Gebäuden kollidieren. „Wenn die Tiere orientierungslos kreisen und sich erschöpft ausruhen müssen, sind sie leichte Beute für Raubtiere. "die umweltberatung" empfiehlt daher insbesondere während des Vogelzugs möglichst wenig Beleuchtung einzusetzen – egal ob Gartenbeleuchtung, Effektbeleuchtungen an Gebäuden oder große Werbeleuchttafeln“, appelliert Mag.a Manuela Lanzinger, Gartenexpertin von "die umweltberatung".

Keine Sterne, keine Ruhe

In dunklen Nächten können am Himmel 3.000 bis 4.000 Sterne beobachtet werden, in einer hellen Stadt hingegen kaum 100. Der hohe Lichtanteil in der Nacht stört tagaktive Tiere in ihrer Ruhephase. Nachtaktive Tiere sind bei ihrer Nahrungssuche und ihrer Fortpflanzung von der Dunkelheit abhängig. Viele Nachtfalter gehen in Beleuchtungskörpern zugrunde oder sitzen wie hypnotisiert an beleuchteten Wänden anstatt nach Futter zu suchen.

Gesunder Schlaf in dunklen Nächten

Menschen brauchen Dunkelheit für einen gesunden Schlaf. Der Tag-Nacht-Rhythmus steuert unsere biologischen Uhren. Überdosiertes, künstliches Licht ist ein Störfaktor und bewirkt im Gehirn eine geringere Ausschüttung von Melatonin, das stresshemmend wirkt. Dies kann Schlafstörungen und weitere gesundheitliche Schäden zur Folge haben.

Ein tierfreundlicher Garten ist in der Nacht dunkel

Je mehr Lichter im Garten und auf Terrassen leuchten, desto stärker sind Tiere und Pflanzen irritiert. Licht zur falschen Zeit kann die Photosynthese und Blütenbildung von Pflanzen beeinträchtigen.

Was tun?

  • Lichtdauer und -intensität im Außenraum auf das notwendige Maß reduzieren. Dies spart Stromkosten und schützt die Tiere.
  • Bewegungsmelder oder Zeitschaltuhren sorgen für eine kurzfristige und trotzdem sichere Wegebeleuchtung.
  • Statt Kugellampen, die ungezielt in alle Richtungen Licht abgeben, werden besser Lampen eingesetzt, deren Lichtkegel nach unten gerichtet ist. Optimal eignen sich Full-Cut-Off-Leuchten, diese sind nach allen Seiten abgeschirmt und strahlen nur nach unten Licht ab.
  • Niedrige Lichtmasten oder eine niedrige Montage der Leuchten verhindern Blendung und eine zu starke Streuung des Lichts.
  • Für die Beleuchtung von Wegen oder Terrassen im Garten eignen sich energiesparende LED-Lampen. Sie sind langlebig, ihr Licht enthält keine UV-Anteile und ist dadurch insektenfreundlicher.

Weitere Informationen

DIin Sabine Seidl
"die umweltberatung" Wien

Telefon 01 803 32 32-72
Mobil 0699 189 174 65
E-Mail sabine.seidl@umweltberatung.at
Website www.umweltberatung.at

"die umweltberatung" Wien ist eine Einrichtung der VHS Wien, basisfinanziert von der Wiener Umweltschutzabteilung – MA 22.