Invasion der Marienkäfer?

Marienkäfer sind als Blattlausvertilger sehr willkommen. Doch in letzter Zeit kommt neben den heimischen Arten der asiatische Marienkäfer vor. Im Herbst suchen Marienkäfer scharenweise nach Winterquartieren.

Asiatischer Marienkäfer
© s.pleininger biohelp

In den 1980er Jahren wurde der Asiatische Marienkäfer im Erwerbsgartenbau zur Blattlausbekämpfung eingesetzt. Erste freilebende Exemplare fielen in Belgien auf. In der Zwischenzeit hat sich der Asiatische Marienkäfer in vielen europäischen Ländern angesiedelt.

Der Asiatische Marienkäfer ist vielfarbig

Wegen seiner vielfältigen Färbung wird er auch als Vielfarbiger oder Harlekin-Marienkäfer bezeichnet. Die Farbe der Deckflügel kann zwischen hellgelb und dunkelrot mit 0 bis 21 schwarzen Flecken variieren. Das weiße bis hellgelbliche Halsschild trägt in der Mitte ein schwarzes W. Es gibt aber auch andere Farbvarianten oder ganz schwarze Käfer ohne Punkte. Einige können mit dem heimischen Siebenpunkt-Marienkäfer verwechselt werden. Dieser hat aber immer 7 Punkte auf rotem Grund.

Die Larve des Asiatischen Marienkäfers hat eine schwarz- bis blaugraue Grundfärbung und trägt am ganzen Körper zwei- bis dreiästige Borsten.

Nützling mit Nebenwirkungen

Pro Tag kann der Asiatische Marienkäfer fünfmal so viele Blattläuse wie der heimische Marienkäfer fressen. Damit tritt er in eine direkte Nahrungskonkurrenz mit den heimischen Marienkäferarten. Außerdem frißt er andere nützliche Insekten wie z.B. Schwebfliegen und Florfliegenlarven. Manchmal ernährt er sich auch von weichen Früchten.

Die Weinlesezeit verbringen einige Asiatische Marienkäfer gern geschützt zwischen den Beeren der Trauben. Wenn sie dabei in großer Zahl in die Verarbeitung kommen, dann kann die Weinqualität durch ihre bitter schmeckende Körperflüssigkeit (Hämolymphe) beeinträchtigt werden.

Aus diesem Grund soll der Asiatische Marienkäfer nicht mehr als Nützling ausgebracht werden. Eine chemische Bekämpfung wird nicht empfohlen, weil damit auch heimische Insekten getötet werden! Seine Ausbreitung auf natürliche Weise kann derzeit nicht gestoppt werden.

Massenansammlungen im Herbst

Asiatische Marienkäfer bilden große Schwärme im Herbst und suchen Überwinterungsquartiere. Aber auch heimische Marienkäfer sammeln sich gern scharenweise zum gemeinsamen Überwintern zum Beispiel in Spalten von Fensterrahmen. Wen das stört, lässt die Fenster geschlossen oder bringt ein Fliegengitter an, um das Eindringen der Käfer zu verhindern. Marienkäfer sind keine Gefahr für Haus und Mensch.

In Wohnungen können Marienkäfer nicht überwintern. Sie brauchen kühle frostfreie Räume für ihre Winterruhe. Dann können sie im Frühjahr wieder Battläuse jagen.

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