Invasive Pflanzenarten - die Aliens kommen

Viele Pflanzen sind unter direkter oder indirekter Mithilfe der Menschen erst nach 1492 in ein Gebiet gelangt und leben nun dort wild. Sie werden als Neophyten bezeichnet. Ca. 27% der in Österreich wildwachsenden Pflanzenarten zählen zu den Neophyten. Nur 1 aus 1000 eingeführten Arten wird zu einer invasiven Problempflanze.

Ragweed
© MA 42

17 der Neophyten in Österreich dringen als invasive Neophyten in naturnahe Lebensräume und bedrohen dort die Naturschutzziele:

  • Eschenahorn (Acer negundo)
  • Götterbaum (Ailanthus altissima)
  • Lanzett-Aster (Aster lanceolatus)
  • Neubelgien-Aster (Aster novi-belgii)
  • Schwarzfrucht-Zweizahn (Bidens frondosa)
  • Kanadische Wasserpest (Elodea canadensis)
  • Amerikanisches Weidenröschen (Epilobium ciliatum)
  • Japanischer Staudenknöterich (Fallopia japonica)
  • Pennsylvanische Esche (Fraxinus pennsylvanica)
  • Topinambur (Helianthus tuberosus)
  • Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)
  • Kleinblütiges Springkraut (Impatiens parviflora)
  • Hybrid-Pappel (Populus x canadensis)
  • Robinie (Robinia pseudacacia)
  • Schlitzblatt-Sonnenhut (Rudbeckia laciniata)
  • Kanadische Goldrute (Solidago canadensis)
  • Riesen-Goldrute (Solidago gigantea)

Viele Wege führen zu uns

Es gibt verschiedene Wege der Verbreitung der Neophyten. Wir unterscheiden zwischen einer absichtlichen Einbringung und einer unbeabsichtigten Einschleppung.

Absichtliche Einführungen

treffen vor allem auf viele Kulturpflanzen und Zierpflanzen zu. Diese Pflanzen wurden zur Kultivierung oder aus ästhetischen Gründen nach Europa gebracht. Einige davon sind sog. „Kulturflüchtlinge“ und haben es geschafft, sich in der Wildnis anzusiedeln. Der bewusste Import als Zier- oder Nutzpflanze stellt in Österreich den wichtigsten Einführungsweg dar.

Unbeabsichtigte Einschleppungen passieren meist über folgende Wege:

  • Saatgutbegleiter
  • Transportbegleiter
  • Schiffsverkehr
  • Kanäle
  • Flugverkehr
Ragweedblüte
© MA 42

Probleme auf verschiedenen Ebenen

Je nach Pflanzenart und Lebensraum kommt es zu unterschiedlichen Problemen.

  • Gesundheit: Einschleppung von Pflanzen, die Allergien auslösen. Z.B. Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum), Ragweed/ Beifußblättrige Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia)
  • Verdrängung einheimischer Arten: direkte Konkurrenz, Strukturänderungen im Lebensraum
  • Verlust an Diversität: Vereinheitlichung der Pflanzenwelt durch Verdrängung der lokalen, standorttypischen Pflanzenarten.
  • Wirtschaftliche Probleme: Erosionsprobleme an Gewässerufern, Unkräuter in Landwirtschaft
  • Veränderung des Lebensraums: z.B. Stickstofffixierung bei der Robinie (Robinia pseudacacia)
  • Genetische Vereinheitlichung: durch Kreuzungen entstehen Hybride


Heimische und standorttypische Pflanzen im Garten bevorzugen

Das ist die ganz einfache Antwort auf die wichtige Frage: Was kann ich als GärtnerIn tun? Zum einen können sich angepflanzte Neophyten im Garten massiv ausbreiten und andere Pflanzen überwuchern und verdrängen. Die anschließende Zurückdrängung und Regulierung ist sehr arbeitsintensiv und aufwändig. Zum anderen dienen private Gärten als Keimzellen für die Ausbreitung in die Natur. Garten- und Kulturflüchtlinge können sich in der Natur und in Schutzgebieten (z.B. Nationalpark Donauauen) massiv ausbreiten. Ein verantwortungsbewusstes Handeln im eigenen Garten ist also gefragt.

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