Krähen vertreiben

Krähen treten gerne in Scharen auf und sind oft nicht willkommen. Schnell wird der Ruf nach Vertreibungsmaßnahmen laut. Ökologische Argumente sprechen aber gegen eine Bekämpfung.

Krähenschlafplatz
Manfred Pendl

Nehmen Krähenbestände zu?

In Wien entsteht oft der Eindruck eines zu hohen Bestandes, weil im Winter tausende Krähen kommen, die aber nicht hier brüten. Auch die Krähenschlafplätze am Wilhelminenberg, dem Prater oder der Lobau bewirken, dass viele Menschen ein Überhandnehmen der Krähenbestände befürchten. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen jedoch, dass diese Angst unbegründet ist, weil der Lebensraum begrenzend wirkt.

Dezimieren Krähen die Singvogelbestände?

Krähen ernähren sich nur zu einem geringen Teil von Eiern und Jungvögeln frei brütender Vogelarten. Der Vorwurf, sie würden die Bestände von Singvögeln gefährden, ist aus wissenschaftlicher Sicht nicht haltbar. Beuteopfer sind weit verbreitete Arten wie Drosseln, Finken und Tauben. Diese sind in der Lage, die verlorene Brut durch Nachgelege zu ersetzen. Gründe für eine Abnahme von Singvogelbeständen im städtischen Raum sind vielmehr der Mangel an geeigneten Nistplätzen und Lebensraum sowie die Gefährdung durch Katzen.

Wie kann man Krähen vertreiben?

Krähenvögel zählen zu den Singvögeln und sind in Wien geschützt. Man darf sie weder töten noch ihre Nester zerstören! In vielen Fällen ist es auch nicht sinnvoll, Krähen zu vertreiben. Brutpaare verteidigen ihr Revier vor Artgenossen. Werden sie vertrieben, wird das Revier schnell durch Schwärme von jungen Krähen nachbesetzt. Diese können auf Grünflächen Schaden anrichten und erbeuten weitaus mehr Jungvögel als brütende Krähen, die ihren Nachwuchs mit Insekten füttern.

Generell ist das Vertreiben von Krähen schwierig, weil diese hoch intelligent sind und sich schnell an Abwehrmaßnahmen gewöhnen. Will man sie von bestimmten Flächen fernhalten, empfiehlt sich eine Mischung aus akustischen Maßnahmen wie Knalleffekten und optischen Maßnahmen wie aufgehängten CDs, Glanzbändern, Alufolienstreifen oder Gasballonen. In der Landwirtschaft soll das Vortäuschen eines Krähenrupfs (das sind ringförmig angeordnete und am Boden ausgelegte schwarze Federn) erfolgreich sein. Tote, aufgehängte Krähen haben nachweislich keinen Effekt und sind aufgrund des Tierseuchengesetzes verboten!
 

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