Kriterien für "biologisch GÄRTNERN" - Pflanzenschutz

„biologisch GÄRTNERN“ heißt mit und nicht gegen die Natur zu arbeiten. Daher werden Schädlinge, Krankheiten und Unkräuter durch ganzheitliche Maßnahmen bekämpft.

Logo biologisch GÄRTNERN
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Zu diesen Maßnahmen zählen die Auswahl von geeigneten Arten und Sorten, die mechanische Unkrautbekämpfung und auch eine gewisse Toleranz gegenüber leichten Schädigungen an den Pflanzen.

Für biologische GärtnerInnen ist nur eine eingeschränkte Auswahl an Mitteln gegen Schädlinge und Pflanzenkrankheiten erlaubt. Diese Auswahl orientiert sich an den erlaubten Mitteln in der biologischen Landwirtschaft.

Liste der erlaubten Wirkstoffe

Aluminiumsilicat (Kaolin): Repellent

Azadirachtin aus Azadirachta indica (Neembaum): Insektizid gegen beißende und saugende Insekten im Gemüse-, Obst- und Zierpflanzenbau

Bienenwachs: Einsatz beim Baumschnitt

Eisen-III-Phosphat (Eisen-III-Orthophosphat):  Molluskizid im Gemüse-, Obst- und Zierpflanzenbau

Hydrolysiertes Eiweiß außer Gelatine: Lockmittel, nur in zugelassenen Anwendungen, in Verbindung mit andern geeigneten Erzeugnissen dieser Liste

Kaliseife (Schmierseife): Insektizid gegen saugende Insekten im Gemüse-,Obst- und Zierpflanzenbau

Kalziumhydroxid: Fungizid; nur bei Obstbäumen, einschließlich in Obstbaumschulen, zur Bekämpfung des Obstbaumkrebs

Kupfer in Form von Kupferhydroxid, Kupferoxichlorid, (dreibasischem) Kupfersulfat, Kupferoxid, Kupferkalkbrühe (Bordeauxbrühe): Fungizid

Laminarin: Auslöser der eigenen Abwehrmechanismen der Pflanze. Der Tang wird entweder biologisch angebaut oder nachhaltig geerntet.

Lecithin: Fungizid

Paraffinöl: Insektizid, Akarizid im Obst-, Wein- und Zierpflanzenbau

Pflanzenöle (z. B. Rapsöl, Minzöl, Kienöl, Kümmelöl): Insektizid, Akarizid, Fungizid, Bakterizid und Keimhemmstoff

Potassiumbicarbonat (Kaliumhydrogencarbonat): Fungizid und Insektizid

Pyrethrine aus Chrysanthemum cinerariaefolium: Insektizid

Quarzsand: Repellent

Quassia aus Quassio amara: Insektizid, Repellent

Repellents (Geruch) tierischen oder pflanzlichen Ursprungs / Schafsfett: Nur auf nicht essbare Teile der Pflanze anzuwenden

Schwefel: Fungizid, Akarizid; Repellent

Schwefelkalk (Calciumpolysulfid): Fungizid

Spinosad (von Mikroorganismen erzeugte Substanz): Insektizid, nur wenn Maßnahmen getroffen werden, um die Risiken für Hauptparasitoiden und das Risiko einer Resistenzentwicklung möglichst gering zu halten

Substanzen, die nur in Fallen und/oder Spendern verwendet werden dürfen:

Die Fallen und/oder Spender müssen ein Eindringen der Substanzen in die Umwelt und deren Kontakt mit den angebauten Kulturen verhindern.
Die Fallen müssen nach der Verwendung eingesammelt und den Vorschriften entsprechend sicher entsorgt werden. Monitoring-Fallen (Pheromon- und Leimfallen) dürfen eingesetzt werden.

Pheromone: Lockstoffe; sexuelle Verwirrmethode, nur in Fallen und Spendern.

Mikroorganismen

Mikroorganismen (Bakterien, Viren und Pilze) kommen im biologischen Pflanzenschutz ebenfalls zum Einsatz. Es gibt vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Mikroorganismen können als Insektizid eingesetzt werden, wie z.B. Granuloseviren gegen Apfelwicklerlarven, aber auch zur Bekämpfung von Lagerfäulen oder zur Saatgutbehandlung bei Pilzkrankheiten.
Nützlinge

Der Nützlingseinsatz ist eine besondere Form des Pflanzenschutzes. Hier nutzt man natürliche Bekämpfungsstrategien aus der Natur, um bestimmte Schädlinge in Schach zu halten oder gänzlich zu eliminieren. Nützlinge können käuflich erworben werden oder durch bestimmte Maßnahmen (zu denen auch das Weglassen von chemischen Pflanzenschutzmitteln zählt) gefördert werden.

Pflanzenstärkungsmittel

Neben anderen vorbeugenden Maßnahmen wie Standort- und Sortenwahl, richtiger Bodenbearbeitung und Düngung zählt der Einsatz von Pflanzenstärkungsmitteln zu einem wichtigen Element der ökologischen Pflege im Garten. Im Handel stehen verschiedene fertige Präparate zur Verfügung. Aber auch selbst hergestellte Pflanzenstärkungsmittel (wie z.B. Brennnesseltee) fördern die Gesundheit und Widerstandsfähigkeit der Pflanzen.

Mittel zur direkten Bekämpfung von Insekten

(wie z.B. Gelsenspray oder Ameisenköderboxen) werden bei „biologisch gärtnern“ nicht aufgenommen. 

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