Kübelpflanzen richtig überwintern

Wenn sich die ersten Fröste ankündigen, sollten empfindliche Ziersträucher und Mittelmeerpflanzen in ihr Winterquartier gebracht werden.

Oleanderblüten
©d.würthner "die umweltberatung"

Nicht alle Pflanzen haben die gleichen Bedürfnisse. Grundsätzlich gilt: Kübelpflanzen so spät wie möglich ins Haus und so früh wie möglich wieder ins Freie stellen, denn draußen fühlen sie sich immer noch am wohlsten. Rechtzeitig vor stärkeren Frost sollten sie aber ins Sichere gebracht werden.

Pflanzen auf Überwinterung vorbereiten
Noch in der „Sommerfrische“ können Sie die Pflanzen auf die Überwinterung vorbereiten, indem Sie ab sofort die Düngung einstellen und die Pflanzen noch einmal genau auf Schädlinge und Krankheiten überprüfen. Im engen Winterquartier und bei schlechten Standortbedingungen breiten sich diese rasch aus. Um Platz zu sparen, die Pflanzen vor dem Einräumen leicht zurückschneiden – aber nicht mehr als ein Drittel des heurigen Wachstums. Achten Sie jedenfalls darauf, die Töpfe nicht zu dicht nebeneinander aufzustellen. Statt Pflanzenschutzmitteln haben sich bei Befall Schmierseifenlösung, Rainfarntee, Knoblauchbrühen und Pflanzenöle bewährt.
Schützen Sie die Wurzelballen vor dem Kälteschock auf Fliesen oder Steinböden am Überwinterungsplatz, indem Sie Korkplatten oder Holzbretter als Isolierschicht unterlegen.

Ab Oktober sollten Kübelpflanzen zumindest unter ein schützendes Vordach gestellt werden, damit der Wurzelballen nicht zu stark vernässt.

„Mimosen“ und harte Burschen

  • Hibiskus, Engelstrompeten, Bougainvillea, Korallenstrauch und andere aus den Tropen stammende Pflanzen sind am empfindlichsten und werden als erste ins Haus gestellt. Sie sollten keinen Frost erwischen.
  • Oleander, Wollmispel, Lorbeer, Olive, Bitterorange oder Erdbeerbaum vertragen auch noch leichten Nachtfrost. Solange kein Dauerfrost herrscht, können sie an einer geschützten Stelle im Freien stehen bleiben.
  • Robuste Arten wie Jasmin, Kamelie oder Granatapfel können bis Ende November draußen bleiben, aber sobald die Nachttemperatur unter -10 °C sinkt, sollten auch sie in das Winterquartier übersiedeln.

Der ideale Platz

Am besten eignet sich ein Winterquartier, das frostfrei, hell und gut belüftet ist. Optimal sind Temperaturen zwischen 3 und 10 °C. Je mehr die Temperatur über 10 °C ansteigt, desto heller sollte der Standort sein. Die ‚Wintergäste’ sollten grundsätzlich nicht mit nassen Blättern hineingeräumt oder zu dicht gestellt werden, denn das fördert Pilzerkrankungen. 

Palmen (z.B. Livingstonia, Phoenix, Chamaerops), Zitruspflanzen, Hibiskus, Ölbaum, Yucca oder Oleander vertragen Überwinterungstemperaturen von bis zu 15 °C. Kühle Zimmer eignen sich somit für diese Pflanzen, vorausgesetzt der etwas höhere Wasserbedarf und ausreichend Luftfeuchtigkeit wird berücksichtigt.

Wintergärten und Stiegenhäuser eignen sich zum Überwintern nur, wenn sie nicht so stark wie ein Wohnraum beheizt werden. Wintergärten sollten Lüftungs- und Beschattungseinrichtungen haben, sonst werden sie an sonnigen Wintertagen zu heiß. Starke Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht bekommt den Pflanzen nicht.

Je kürzer die Überwinterungszeit, umso weniger werden die Pflanzen geschwächt.

Falls möglich, stellen Sie die Kübelpflanzen bereits an milden Tagen im zeitigen Frühjahr ins Freie und holen Sie sie abends wieder ins Haus. Stellen Sie die Pflanzen zur Eingewöhnung nicht gleich ins volle Sonnenlicht.
Mit regelmäßigen Gaben von Pflanzenstärkungsmitteln wie Brennesseljauche, Zinnkrauttee oder Algenpräparaten während der Vegetationszeit werden die Pflanzen robust und widerstandfähig und können die Wintermonate besser überstehen.

 

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