Lichtverschmutzung

Die künstliche Beleuchtung der Außenräume nimmt zu, und damit steigt auch die Beeinträchtigung der Pflanzen- und Tierwelt sowie der menschlichen Gesundheit.

Fledermaus
© michael pettigre www.fotolia.com

Die ständig wachsende Lichterflut der Städte verwehrt uns zunehmend den Blick in die Tiefen des Weltalls. Diese Entwicklung ist dramatisch: Es gibt nur mehr wenige Stellen auf unserer Erde, an denen die obere Hälfte der Umwelt, der Sternenhimmel, ganz ohne Lichtverschmutzung erlebbar ist!

Beeinträchtigung der Tierwelt

Nachtfalter oder Glühwürmchen benötigen die Dunkelheit zur Nahrungssuche und Fortpflanzung. Und auch Zugvögel haben's lieber finster: Zwei Drittel aller Zugvögel ziehen in der Nacht. Sie werden durch die Lichtverschmutzung vom Kurs abgelenkt und können zu Tausenden an beleuchteten, hohen Objekten kollidieren. An einem 300 Meter hohen Fernsehturm in den USA sind im Rahmen einer 29 Jahre dauernden Langzeitstudie 121.560 Vögel tödlich verunglückt.

Gesunder Schlaf in dunklen Nächten

Die Lichtverschmutzung beschäftigt auch die MedizinerInnen. Denn der Tag-Nacht-Rhythmus steuert unsere biologischen Uhren. Überdosiertes, künstliches Licht ist ein Störfaktor und bewirkt im Gehirn eine geringere Ausschüttung von Melatonin, das stresshemmend wirkt. Dies kann Schlafstörungen und weitere gesundheitliche Schäden zur Folge haben.

Allianz gegen Lichtverschmutzung

Die Aufhellung des Nachthimmels durch künstliche Beleuchtung wird Lichtverschmutzung genannt und hat viele negative Folgen. Deshalb haben 16 Organisationen aus den Bereichen Umwelt- und Naturschutz, Medizin, Bildung und Astronomie ein Positionspapier dazu erarbeitet. Sie fordern darin, die Beleuchtung auf das notwendige Maß zu beschränken und Lampen einzusetzen, die das Licht nicht nach oben abstrahlen.

Mondschein im Garten
© Michael Bührke pixelio.de

Tipps

Reduzieren Sie Lichtdauer und -intensität im Außenraum auf das notwendige Maß. Dies spart Stromkosten und schützt die Umwelt.
Das Bestrahlen von Bäumen stört das Brutgeschäft von Vögeln. Nicht zuletzt gehen viele Nachtfalter in Beleuchtungskörpern zugrunde oder sitzen wie versteinert an der hellen Wand anstatt nach Futter zu suchen. 
Licht im Garten macht Sinn, wo Wege beleuchtet werden oder an der Haustür ein Schlüsselloch gefunden werden muss. Zeitschaltuhren und Bewegungsmelder helfen Strom zu sparen und nur solange zu beleuchten, wie wirklich nötig.
Leuchten in geringer Höhe und zielgerichtet zu montieren führt zu weniger Streulicht. Empfehlenswert sind Lampen, die nach unten hin offen und nach oben und den Seiten abgeschirmt sind, diese nennt man full cut off Lampen.
Das Licht energiesparender warmweißer LED Lampen enthält keine UV-Anteile und ist daher insektenfreundlicher. Solarbetrieben sind sie umso besser!

Übrigens: wer Lichterorgien feiert, lockt immer auch Insekten an. Dann ist der Griff zur Lichtfalle oft nicht weit... 
Laut einer Untersuchung des Naturschutzbundes Deutschland sind nur 1,4 Prozent der damit getöteten Insekten Gelsen, die restlichen 98,6 Prozent sind großteils harmlose Zweiflügler und Nachtfalter! Wir raten daher vom Einsatz von Lichtfallen dringend ab. Vor allem weil rund 800 Nachtfalterarten auf der roten Liste der gefährdeten Tierarten stehen.

Dein biogartentipp

Diese Tipps erhielten wir zum Thema umweltfreundliche Beleuchtung. Danke für die tollen Hinweise. Wir freuen uns über weitere Anregungen und Diskussionsbeiträge! Auch Fotos sind willkommen.

Katrin Graf

Energiesparende Lampen mit geringem UV-Anteil sind ideale Beleuchtungsmittel für den Außenbereich. Warmweiße LED-Leuchten sind besonders tierfreundlich und energiesparend. Aber auch nur einfache Kerzen sind hübsch anzusehen und erhellen die Umgebung nicht so intensiv.

Hanna Schmid

Ich beleuchte unseren Garten gar nicht, damit die Tiere ihre Ruhe haben. Leider wurde an einer Ecke eine Straßenlaterne aufgestellt. Also ist meine Unterstützung zunichte gemacht worden. Hoffe es schadet den Tieren nicht zu sehr.

Dr. Ulrike Wessely

Ich hab meine Hauseingänge schon lange mit gelbem Licht beleuchtet (gelbe Glühbirne oder Abdeckung), da das gelbe Licht die Insekten kaum anzieht oder stört. Hab dazu auch einen Link beim ORF gefunden:
Wenn ich weiter hinten im Garten im Dunklen noch etwas arbeiten muss, schnalle ich mir eine Stirnlampe um den Kopf, die kann man auch auf schwach weiß, grün oder rot stellen, und ich habe immer nur den Bereich beleuchtet, den ich wirklich sehen muss. Außerdem kann man den Strahl nach unten ausrichten.
Übrigens ist das blaustichige Licht von Bildschirmen, Energiesparlampen, Computern, Displays etc. auch für den Menschen (bes. Kinder!) auf Dauer schädlich, besonders am Abend, wenn man zur Ruhe kommen sollte. Nicht umsonst hat das Abendrot viel weniger Blauanteil. Das hochfrequente blaue Licht gaukelt dem Körper Wachheit undd Aktivität vor, verhindert die Melatoninproduktion, die wir zur Regeneration und zum Schlafen brauchen und führt mit der Zeit zu grauem Star!
Kostengünstigste Abhilfe: gelbe Sportbrille bei Bildschirmarbeiten (auch über eine Brille) aufsetzen, die Blaulicht bis 450 Nanometer abschirmt. (Beim Optiker messen lassen).
Es gibt auch (teure!) optische Abschirmbrillen für tagsüber, wenn man viel am Bildschirm arbeitet.
Siehe auch Youtube-Video zum richtigen Umgang mit Sonne und Kunstlicht
 

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