Ohne Klimaanlage gut durch die Hundstage

"die umweltberatung" gibt Tipps für den heißen Alltag und informiert über temperaturausgleichende Baumaßnahmen. Medieninformation "die umweltberatung" Wien, 1. Juli 2015

Fenster mit Außenjalousie
© Josef Gansch, "die umweltberatung"

Draußen im Gastgarten oder im Freibad sind die Sommertemperaturen herrlich, aber in den Innenräumen kann zu viel Hitze unangenehm sein. Für den Alltag empfiehlt "die umweltberatung" tagsüber alles dicht zu machen. Beim Hausbau sorgen gute Planung der Fenster, Außenverschattung und ausreichend Speichermasse, z.B. in Form von Estrich oder Ziegelwänden,  für angenehme Raumtemperaturen. Warum keine Klimageräte? Weil sie kurzfristig kühlen, aber langfristig das Klima aufheizen.

Mobile Klimageräte finden in Hitzeperioden reißenden Absatz, doch "die umweltberatung" warnt davor: „Durch ihren hohen Energieverbrauch tragen Klimageräte zum Klimawandel bei. Kurzfristige Abkühlung bewirkt also langfristig noch größere Hitze!“ sagt DI Johannes Hug, Energieexperte von "die umweltberatung".

Einfache Maßnahmen im Alltag

  • tagsüber Jalousien runter und alle Fenster und Türen schließen, damit die Hitze nicht hinein kann
  • lüften sobald die Temperaturen draußen niedriger sind als innen
  • zwischendurch Gesicht, Arme und Füße mit kühlem Wasser erfrischen
  • viel trinken – am besten Leitungswasser oder ungesüßten, zimmerwarmen Kräutertee

Jalousien: besser außen als innen

Wer die Anschaffung neuer Jalousien überlegt, hat gute Aussichten auf kühlere Räume. Am wirksamsten sind Außenjalousien – sie verhindern rund drei Viertel der Sonnenstrahlen am Eindringen in den Raum, während Innenjalousien nur ca. ein Viertel abhalten. Sogenannte dynamische Sonnenschutzsysteme sind Jalousien, die effizient vor Sonne schützen und trotzdem ausreichend Licht in den Raum lassen.

Ventilator statt Klimagerät

Wenn’s drin trotz aller Maßnahmen unerträglich ist und die Anschaffung eines Gerätes in Betracht gezogen wird, ist Folgendes zu bedenken: Klimageräte, die mit einem Schlauch durch das gekippte Fenster Luft rausblasen, sind höchst ineffizient. Selbst wenn der Fensterspalt beim Schlauchauslass abgedichtet wird, strömt warme Luft von außen durch Türspalten und Ritzen in der Gebäudehülle, weil das Klimagerät einen Unterdruck im Gebäude erzeugt. Im Vergleich zu diesen Geräten verbraucht ein Ventilator bis zu 98% weniger Energie und macht durch die Luftbewegung die Temperaturen erträglicher.

Bauen mit kühlem Kopf

Wer neu baut, kann mit einigen Maßnahmen für angenehme Raumtemperaturen im Sommer sorgen:

  • richtiges Verhältnis von Glasflächen zu Speichermasse planen und die sommerliche Überwärmung nach Ö-Norm B8110-3 berechnen lassen
  • ausreichend Speichermasse einbauen - massive Bauteile, wie zum Beispiel Beton, Estrich und gemauerte Wände puffern Temperaturspitzen ab und stabilisieren die Innenraumtemperaturen. Je besser die Speichermasse der Innenraumbauteile, desto langsamer steigt die Innentemperatur bei längeren Hitzeperioden.
  • Fenster im Südosten, Südwesten und Westen außen verschatten
  • Bauteilkühlung einplanen – zum Beispiel solarthermische Kühlung, Erdwärmetauscher, Betonkernaktivierung (Leitungen werden in Betondecken oder -wände mit eingebaut und im Sommer zum Kühlen bzw. im Winter zum Heizen verwendet)

Information

Firmenunabhängige Beratung zum energieeffizienten Bauen und Wohnen bei "die umweltberatung", Tel. 01 803 32 32, www.umweltberatung.at.

DIin Sabine Seidl
"die umweltberatung" Wien

Telefon 01 803 32 32-72
Mobil 0699 189 174 65
E-Mail sabine.seidl@umweltberatung.at
Website www.umweltberatung.at

"die umweltberatung" Wien ist eine Einrichtung der VHS Wien, basisfinanziert von der Wiener Umweltschutzabteilung – MA 22.