Ozon – Schutzschild und Reizmittel

Meldungen über Löcher in der Ozonschicht haben weltweit für Aufsehen gesorgt. Doch so wichtig das Ozon für die Atmosphäre auch ist, so schädlich kann es für Mensch und Umwelt in Bodennähe sein. Was steckt in diesem Spurengas?

Sonne
©franz höfler

Ozon ist ein farbloses und giftiges Gas und gilt als eines der wichtigsten Spurengase in der Atmosphäre. Die natürliche Ozonschicht schützt in einer Höhe von 20 bis 30 km die Erde vor der energiereichen Ultraviolettstrahlung der Sonne, die ansonsten ungefiltert auf die Erdoberfläche auftreffen würde. Eine Auflösung der Ozonschicht wurde bereits 1970 über dem Süd- und später über dem Nordpol beobachtet. Neben natürlichen Schwankungen leisteten gasförmige Halogenverbindungen einen wesentlichen Beitrag dazu. Nachdem die von Menschen in die Atmosphäre gebrachten FCKW-Verbindungen (Fluorchlorkohlenwasserstoffe) großteils reduziert oder verboten wurden, nehmen die Ozonlöcher weniger rasch zu.

In Bodennähe machen Abgase das Ozon zum Reizmittel

Allerdings wird aus dem wichtigen Schutzschild in Bodennähe ein schädliches Reizmittel. Wenn sich zwei einzelne Sauerstoffatome (chem. Bezeichnung O) verbinden, ergibt es das bekannte Sauerstoffmolekül O2, hängt sich noch ein drittes an, entsteht O3, sprich Ozon. In Bodennähe bildet sich Ozon bei der Reaktion von Stickstoffdioxid NO2 mit Sauerstoff O2 unter dem Einfluss von UV-Strahlung. Besonders die Abgase aus Verkehr und Industrie verbunden mit starker UV-Strahlung führen zur Ozonbelastung. Bei älteren Fotokopierern sowie Laserdruckern kann man den typischen Ozongeruch wahrnehmen. Die Belastung durch neuere Geräte ist inzwischen aber viel geringer. Ozon wird auch in Kläranlagen zur Behandlung von Abwässern eingesetzt.

Hohe Konzentration führt zu Beeinträchtigung

Eine erhöhte Ozonkonzentration kann Einschränkungen der Lungenfunktion und Lungenkrankheiten hervorrufen. Bei Betroffenen treten häufig heftige Kopfschmerzen auf. In hohen Konzentrationen riecht das Gas aufgrund der oxidierenden Wirkung auf die Nasenschleimhaut stechend-scharf bis chlorähnlich. Bei Pflanzen, die langfristig der hohen Ozonkonzentration ausgesetzt sind, werden Blattorgane geschädigt, so dass ihr Wachstum beeinträchtigt wird. Ernteerträge werden so gemindert. Ozon ist zu 7 % am Treibhauseffekt beteiligt.

Ozonwarnung beobachten und Verkehr reduzieren

Wenn in Österreich an den Messstationen die gesetzliche Informationsschwelle von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft überschritten wird, müssen Behörden eine Ozonwarnung ausgeben. Gesundheitsorganisationen sprechen bereits bei 120 Mikrogramm von Beeinträchtigungen, die bei empfindlichen Personen und jenen mit erhöhter körperlicher Belastung im Freien auftreten können. Besonders in Ballungsgebieten, manchen Alpentälern oder Orten in Beckenlage wird die Ozon-Belastung im Sommer deutlich eingeschränkt wenn Autofahrten reduziert werden.

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