Palmöl in der Suppe?

Es ist billig, gut zu verarbeiten und aus Fertigprodukten kaum wegzudenken. Wer den Regenwald schützen will muss frisch kochen, doch auch da gibt es noch Fallen.

Suppe
© g.homolka "die umweltberatung"

Palmöl oder auch Palmfett genannt ist wegen seiner cremigen Konsistenz, seines hohen Rauchpunktes und des günstigen Preises in der Lebensmittelindustrie sehr beliebt. Es wird verwendet, um den Anteil an schädlichen Transfettsäuren in Croissants & Co niedrig zu halten. Trotzdem ist es bei ErnährungsexpertInnen nicht gerne gesehen, denn es enthält reichlich gesättigte Fettsäuren. Isst man davon zu viel, erhöht man das Risiko an Dickdarm- und Brustkrebs zu erkranken.

Da versteckt sich Palmöl

Wer selbst kocht und bäckt hat die Zutatenliste in der Hand und kann sehr einfach auf Palmöl verzichten. Greift man jedoch zum Fertigprodukt ist das nicht mehr möglich. Palmfett ist oft Bestandteil von Brotaufstrichen, Dessertcremes, Suppenwürzen, Kochcremen, Fertigteigen, Zieh- und Sprühfetten. Die Lösung für den Regenwald und die Gesundheit: Weniger Produkte mit Palmfett einkaufen und wieder mehr selbst mit regional produzierten Ölen und Fetten kochen und backen.

Palmölkonsum bedroht Mensch und Tiger

Palmöl wird aus den Früchten der Ölpalme gewonnen. Diese wächst in tropischen Gebieten und wird vorwiegend auf Plantagen in Malaysia und Indonesien angebaut. Für die Plantagen wird Regenwald gerodet und die Palmen werden in riesigen Monokulturen angebaut. Die wenigen ProduzentInnen am Palmölmarkt sind an einer Vielzahl von Landkonflikten beteiligt. Tiger und Orang Utans verlieren ihren Lebensraum, Menschen vor Ort ihre Nahrungsgrundlage. Bauern, Bäuerinnen und indigene Völker werden für den Plantagenbau gewaltsam ihres Landes beraubt, womit Existenzen sowie Lebensräume von Mensch und Tier zerstört werden. Mit der Abholzung der Wälder und der Zerstörung der Torfböden werden große Mengen CO2 in die Atmosphäre abgegeben und Speicher vernichtet. Zusätzlich geht der Anbau mit hohem Pestizidaufwand und Wasserverschmutzung einher.

Besser nachhaltiges Palmöl als Umsteigen auf Kokosfett

Es gibt nachhaltig produziertes Palmöl am Markt, dieses RSPO-zertifizierte Palmöl soll den Mindeststandard an Umweltschutz sichern und Landnutzungsrechte berücksichtigen. Hier handelt es sich aber nur um Mindeststandards, die Kriterien sind von einer nachhaltigen Wirtschaftsweise noch weit entfernt. Meist werden Zertifikate von Firmen nur zugekauft, und man kann nicht sicher sein, wirklich nachhaltig produziertes Palmöl auf dem Teller zu haben.  Seit der verpflichtenden Kennzeichnung auf den Lebensmittelverpackungen steigen viele Unternehmen auch auf Kokosfett um. Es ist auch hier ein umweltschädlicher Monokulturboom zu befürchten.

Ist Bio besser?

Bio-Palmöl wird im Gegensatz zu RSPO-Palmöl nach den Standards des ökologischen Landbaues erzeugt. Durch den Verzicht auf synthetische Pestizide und mineralische Düngemittel werden Trinkwasser und Boden geschont. Die Betriebe arbeiten zwar sozial- und umweltverträglich. Doch auch hier kann 100 % Nachhaltigkeit nicht in jedem Fall gewährleistet werden, denn es ist möglich, dass auf gerodeten Flächen produziert wird.

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