Palmöl - da steckt garantiert Regenwald drin

Die neue EU-Kennzeichnungsverordnung macht es deutlich: Margarine, Kochcreme, Knabbergebäck, veganer Sahneersatz und Knuspermüsli - kaum ein verarbeitetes Produkt ist frei von Palmfett! Das ist schlecht für Gesundheit und Umwelt.

© m.knieli "die umweltberatung"

Palmöl oder auch Palmfett genannt ist wegen seiner cremigen Konsistenz, seines hohen Rauchpunktes und des günstigen Preises in der Lebensmittelindustrie sehr beliebt. Es wird verwendet, um den Anteil an schädlichen Transfettsäuren in Croissants & Co niedrig zu halten. Trotzdem ist es bei ErnährungsexpertInnen nicht gerne gesehen, denn es enthält reichlich gesättigte Fettsäuren. Isst man davon zu viel, erhöht man das Risiko an Dickdarm- und Brustkrebs zu erkranken.

Öl oder Leben

Palmöl wird aus den Früchten der Ölpalme gewonnen. Diese wächst in tropischen Gebieten und wird vorwiegend auf Plantagen in Malaysia und Indonesien angebaut. Für die Plantagen wird Regenwald gerodet und die Palmen werden in riesigen Monokulturen angebaut. Die wenigen ProduzentInnen am Palmölmarkt sind an einer Vielzahl von Landkonflikten beteiligt. Tiger und Orang Utans verlieren ihren Lebensraum, Menschen vor Ort ihre Nahrungsgrundlage. Bauern, Bäuerinnen und indigene Völker werden für den Plantagenbau gewaltsam ihres Landes beraubt, womit Existenzen sowie Lebensräume von Mensch und Tier zerstört werden. Mit der Abholzung der Wälder und der Zerstörung der Torfböden werden große Mengen CO2 in die Atmosphäre abgegeben und Speicher vernichtet. Zusätzlich geht der Anbau mit hohem Pestizidaufwand und Wasserverschmutzung einher.

Palmöl im Gesicht und in der Waschmaschine
Palmöl wird nicht nur in der Lebensmittelindustrie verwendet, sondern ist auch die Basis für viele Reinigungsmittel und Kosmetika. Es dient auch als Rohstoff für Biodiesel, so wird ein Stück Regenwald beim Auspuff rausgeblasen. Bei diesen Produkten ist Palmöl als Inhaltsstoff nicht so einfach erkennbar.
 

Gibt es Alternativen?

2004 eröffnete der WWF den runden Tisch für nachhaltiges Palmöl - RSPO, in dem viele Mitglieder aus der Palmölindustrie teilnehmen. RSPO-zertifiziertes Palmöl soll den Mindeststandard an Umweltschutz sichern und Landnutzungsrechte berücksichtigen. Hier handelt es sich aber nur um Mindeststandards, die Kriterien sind von einer nachhaltigen Wirtschaftsweise noch weit entfernt. Meist werden Zertifikate von Firmen nur zugekauft, und man kann nicht sicher sein, wirklich nachhaltig produziertes Palmöl auf dem Teller zu haben.  Seit der verpflichtenden Kennzeichnung auf den Lebensmittelverpackungen steigen viele Unternehmen auch auf Kokosfett um. Es ist auch hier ein umweltschädlicher Monokulturboom zu befürchten.

Ist Bio besser?

Bio-Palmöl wird im Gegensatz zu RSPO-Palmöl nach den Standards des ökologischen Landbaues erzeugt. Durch den Verzicht auf synthetische Pestizide und mineralische Düngemittel werden Trinkwasser und Boden geschont. Die Betriebe arbeiten zwar sozial- und umweltverträglich. Doch auch hier kann 100 % Nachhaltigkeit nicht in jedem Fall gewährleistet werden, denn es ist möglich, dass auf gerodeten Flächen produziert wird.

Schlechtes Fett weg

Wer auf Palmfett verzichtet, tut viel für seine Gesundheit, denn meist streicht man dann auch Fertigprodukte wie Blätterteig, Backfette, Chips, süße Riegel, Kekse und Knabbergebäck vom Speiseplan. Wer selbst kocht und bäckt hat die Zutatenliste in der Hand und kann sehr einfach darauf verzichten. Die Lösung für den Regenwald und die Gesundheit: Weniger Produkte mit Palmfett einkaufen und wieder mehr selbst mit regional produzierten Ölen und Fetten kochen und backen.

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