Textilien und Gesundheit

Nicht nur Naturfasern wie Wolle oder Seide können allergische Reaktionen auslösen. Weitaus weitaus häufiger sind Reaktionen auf so genannte "Veredelungs- und Hilfsmittel" in natürlichen wie synthetischen Textilien.

Kleidung
©g.pomper "die umweltberatung"

Rund 8.000 derartige Hilfsmittel stehen den HerstellerInnen zur Verfügung. Verwendet werden sie, um Stoffe zu bleichen, optisch aufzuhellen und zu färben, sie knitterfest, brandsicher, schmutzabweisend, antibakteriell oder milbenabtötend zu machen. Dies betrifft Bettwäsche, Decken, Vorhänge, Bezüge von Polstermöbeln genauso wie viele Kleidungsstücke.

Was kann das Gütesiegel?
Auch die wenigen Gütesiegel wie das bekannte Ökotex-Standard 100 bietet nur einen bedingten Schutz. Zwar darf nicht mit giftigen Azo-Farbstoffen gefärbt werden, Chlorbleiche und Formaldehyd, sowie andere "Hilfsstoffe" sind aber weiterhin erlaubt. In Deutschland gibt es das Markenzeichen "Naturtextil". Derartige Produkte dürfen nicht chemisch behandelt sein, die Rohstoffe stammen aus kontrolliert biologischem Anbau und artgerechter Tierhaltung und alle Rohstoffe und Hilfsmittel werden deklariert. In Österreich gibt es leider kein entsprechendes offizielles Gütesiegel, jedoch  spezialisierte Geschäfte, die diesen Standards entsprechende Textilien führen.

Unsere Tipps:

  • Wollen sie auf Nummer sicher gehen, dann kaufen sie möglichst Produkte aus Stoffen, die nicht chemisch ausgerüstet sind.
  • Bevorzugen sie beim Kauf unbehandelte, ökologisch produzierte Textilien. Sie sind zwar etwas teurer, dafür haben Sie länger etwas davon. 
  • Falls sie konventionelle Ware kaufen, achten Sie darauf, was am Etikett steht und meiden sie Textilien mit dem Hinweis "separat waschen", "blutet aus", "färbt ab" oder "vor dem ersten Tragen waschen"
  • Meiden sie auch Produkte mit den Bezeichnungen "sanitized", bioguard", "saniguard", "actifresh", "durafresh" oder "hygienisch", denn diese sind antimikrobiell ausgerüstet und können daher hautreizend und Allergie auslösend sein.
  • Waschen sie neu gekaufte Kleidung vor dem ersten Tragen, um eventuelle Farbstoff- und Chemikalienreste rauszuspülen. (Auch wenn Firmen in ihren Umweltseiten schreiben "You don't have to wash it first".)
  • Falls Sie pflegeleichte Textilien bevorzugen, seien Sie sich bewusst, dass Sie damit teilweise formaldehydhaltige Kunstharze mitkaufen - teilweise sind die Bezeichnungen "knitterfrei", "bügelfrei", "wash and wear", "hochveredelt", "minicare", "sanfor plus", "Sanfor plus 2" oder "rapid iron2" ein Hinweis auf ebendiese bedenkliche Ausrüstung von Kleidungsstücken.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Website unter der Rubrik Ökotextilien.

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Ökotextilien - gesunde faire Mode!

Ökologisch und sozial gerecht einzukaufen liegt im Trend - Einkaufsquellen für Wien und Niederösterreich

Frau in Ökotextilien
© Katrin Guttenberger/Label Mayi
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  • HerausgeberIn "die umweltberatung" Wien - Die Wiener Volkshochschulen

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