Mikroplastik aus Kleidung und Putztüchern

Textilien, die aus Chemiefasern hergestellt wurden, verlieren bei jedem Waschgang Kunststofffasern. Auch bei Mikrofasertüchern ist das der Fall. Dies wird durch den Vorteil wettgemacht, dass sie ohne Chemikalien effizient und ökologisch reinigen.

Mikrofasertuch
Wissmann Design Fotolia.com

Mikrofasertücher bestehen aus Chemiefasern wie Polyester, Polyamid oder Polyacryl. Bei der Verwendung und beim Waschen dieser Tücher lösen sich feine Kunststofffasern ab, die ins Abwasser und damit in die Umwelt gelangen. Mikrofasertücher haben aber trotzdem einen großen ökologischen Vorteil: sie reinigen ohne Chemie und helfen dadurch den Einsatz von Reinigungsmitteln zu reduzieren. Daher empfiehlt "die umweltberatung" Mikrofasertücher für die ökologische Reinigung.

So funktionieren Mikrofasertücher

Durch ihre spezielle Struktur erzeugen Mikrofasertücher eine große mechanische Reibung, nehmen Schmutz sehr gut auf und geben ihn auch sehr leicht wieder an das Wasser ab. Im Vergleich dazu halten Reinigungstücher aus Naturfasern wie Baumwolle den Schmutz eher fest anstatt ihn freizugeben. Außerdem saugt sich die Baumwolle mit Wasser voll, wird schwer und lässt sich schlecht auswringen. Für das Reinigen sind Mikrofasertücher daher wesentlich besser geeignet.

Verursacher von Mikroplastik in der Umwelt

Laut Untersuchungen des deutschen Umweltbundesamts sind die drei Hauptverursacher von Mikroplastik in Europa folgende:

  • Zersetzung von Kunststoffabfällen (5.700.000 Tonnen pro Jahr)
  • Reifenabrieb (bis 693.750 Tonnen pro Jahr)
  • Verlust von Pellets – das sind Kunststoffgranulate, die zu Plastikprodukten weiterverarbeitet werden (bis 570.000 Tonnen pro Jahr)

Mikroplastik aus Textilien zählt neben Kosmetik zu den geringeren Quellen des Kunststoffabfalls. Jährlich werden in Europa etwa 500 bis 2.500 Tonnen synthetische Mikrofasern aus Textilien freigesetzt. Die Zahlen rund um die Freisetzung von Chemiefasern aus Textilien sind aber umstritten und es braucht noch weitere Forschungen um die wirkliche Menge abschätzen zu können.

Wäsche waschen macht Plastikmüll

Jedes Mal beim Wäschewaschen lösen sich Fasern aus Textilien, die etwa 5 bis 7,8 Millimeter lang sind. Es kommt auf das Material an, wie viele Fasern sich in der Waschmaschine aus dem Stoff lösen können. In einer Studie der Universität Plymouth wurde die Fasermenge pro 6 kg Waschmaschinenbeladung von 3 verschiedenen Materialien untersucht. Die Polyesterbaumwollmischung verliert am wenigsten Fasern, die beiden anderen Stoffe aus Chemiefasern verlieren hingegen deutlich mehr:

  • Polyesterbaumwollmischung:  137.951 Fasern
  • Polyestergewebe:  496.030 Fasern
  • Acrylgewebe: 728.789 Fasern

KonsumentInnen können den Plastikeintrag in die Umwelt reduzieren, wenn sie Kleidung aus Naturfasern oder Naturfaser-Mischgewebe bevorzugen und keinen Weichspüler verwenden.

Weichspüler weglassen

Die Studie der Universität Plymouth hat auch herausgefunden, dass die Zugabe von Weichspüler die Menge an Fasern, die ans Wasser abgegeben werden, vergrößert. Da Weichspüler die Gewässer mit Tensiden und Duftstoffen belastet ohne eine reinigende Wirkung zu haben, empfiehlt "die umweltberatung" schon seit Jahren auf Weichspüler zu verzichten. Übrigens setzt Weichspüler auch die Reinigungskraft der Mikrofasertücher herab!

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