Waschnüsse

Waschnuss-Schalen sind eine hautfreundliche, ökologische und kostengünstige Alternative zu herkömmlichen Waschmitteln. Waschnüsse sind die Früchte der „Seifenbäume“ bzw. „Waschnussbäume“ und stammen aus Indien und Nepal. 

Waschnüsser und Jutesäkchen
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Meistens werden die Schalen der Waschnüsse im Ganzen verwendet. Sie werden aber auch als Pulver vermahlen oder als Flüssigwaschmittel angeboten. Verwendet werden die Nüsse des Seifenbaumes (Sapindus mukorossi). Die Schalen enthalten den Wirkstoff Saponin. Er wirkt wie die waschaktiven Substanzen in Waschmitteln, die sogenannten Tenside: Saponine bestehen aus Molekülen mit einem fettliebenden und wasserliebend Teil. Diese Moleküle können sich mit wasserlöslichen Schmutz und fettigem Schmutz verbinden. Die Saponine und der Schmutz werden beim Waschen ausgespült.

Vorteile der Waschnuss

Waschnüsse sind ein nachwachsender Rohstoff und im Vergleich zu herkömmlichen Waschmitteln gut
abbaubar. Selbst flüssige Rezepturen kommen ohne Enzyme, Phosphate, Duft-, Füll- und meist auch ohne
Konservierungsstoffe aus und dermatologische Untersuchungen belegen die Hautfreundlichkeit. Die Waschnüsse sind geruchsneutral. Laut Herstellerangaben werden Farben und Gewebe geschont. Bei der Verwendung von Schalen können die Reste über den Kompost oder Biomüll entsorgt werden.

Nachteile der Waschnuss

Das flüssige Waschnuss-Waschmittel ist 6 Monate haltbar

Das flüssige Waschnuss-Waschmittel ist ein Naturprodukt, daher sollte es innerhalb von sechs Monaten nach Öffnen der Flasche aufgebraucht werden. Waschnüsse in Form von Schalen oder in Pulverform sind länger haltbar.

Fair waschen

Die Waschnüsse werden aus dem asiatischen Raum importiert. Es gibt Hinweise darauf, dass die Nachfrage im Westen die Waschnuss in Ländern verteuert, in denen Waschnüsse wachsen. Die örtliche Bevölkerung muss vermehrt auf chemische Waschmittel zurückgreifen. Da es in diesen Regionen keine Kläranlagen gibt, führt das zu ökologischen Belastungen. Um faire Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern zu garantieren, rät "die umweltberatung" zu Waschnüssen aus fairem Handel, zum Beispiel aus dem Online-Shop von El puente und aus dem Weltladen von EZA und GEPA oder in Bio-Supermärkten. Bei deren Produktion ist Kinderarbeit ausgeschlossen, und die ArbeiterInnen bzw. LandwirtInnen erhalten einen fairen Lohn. Meist gehen damit am Produktionsstandort auch ökologische Begleitmaßnahmen einher.

Anwendung

  1. Ganze Nüsse sollten Sie mit dem Nussknacker zerkleinern, das verstärkt die Waschleistung.
  2. Geben Sie 5-6 halbe Waschnussschalen in das Stoffsäckchen, das der Packung beiliegt.
  3. Legen Sie das Säckchen zwischen die Wäsche in die Waschmaschine.

Die Waschnuss eignet sich für Waschgänge von 30–60° C für Buntwäsche, Seide und Wolle.  Weiße Wäsche wird mit der Zeit leicht gräulich. Deshalb sollte beim Waschen von weißer Wäsche Bleichmittel zugegeben werden. Flecken müssen vorbehandelt werden. Bei hartem Wasser ab dem Härtegrad dH 15 sollte der Wäsche ein Enthärter zufügt werden.

Je nach Waschtemperatur und -härte können die Schalen 2 bis 3-mal verwendet werden. Die Reste können Sie im Biomüll entsorgen.

Die „heimische Waschnuss“ ist die Rosskastanie

Rosskastanien haben durch ihren Saponingehalt eine vergleichbare Waschleistung wie die exotischen
Waschnüsse. Sie sind heimisch und können bei uns ab September gesammelt werden.

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Unsere Produkte und Downloads

Naturwaschmittel aus Rosskastanien

Rosskastanie als heimische Alternative zur indischen Waschnuss

Cover vom Infoblatt
Coverbild: © Gabriela Nedoma
  • Infoblatt
  • HerausgeberIn "die umweltberatung" - VHS Wien