Wespen - wehrhafte Mitesser

Sonnige Nachmittage und laue Sommerabende laden zum Grillen oder zum Abendessen auf der Terrasse ein. Leider finden sich dazu immer wieder Wespen als ungebetene Gäste ein.

Wespe
© m.holzer "die umweltberatung"

Umkreisen uns Wespen auf ihrer Futtersuche, lösen sie panische Reaktionen und heftiges Um-sich-schlagen aus. Das führt aber nur dazu, dass die Insekten nervös werden und zum Angriff übergehen.

Wespe ist nicht gleich Wespe

Leider ist die Familie der Faltenwespen zu Unrecht in Verruf geraten, denn nur 2 Arten aus der Unterfamilie der Papierwespen fallen dem Menschen zuweilen lästig: die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe. Die übrigen Arten, die durch ihre gelb-schwarze Körperfärbung leicht mit den oben genannten verwechselt werden können, fühlen sich vonunseren Speisen ebenso wenig angezogen wie die Hornisse und werden zu Unrecht verfolgt.

Deutsche und Gemeine Wespe bauen ihre Nester gerne an abgedunkelten Orten wie verlassenen Mäuselöchern, entlegenen Winkeln am Dachboden usw. Die Sächsische Wespe oder die Mittlere Wespe bauen ihre Nester dagegen an frei zugänglichen Stellen, z. B. an der Außenseite von Gebäuden, hellen Stellen am Dachboden oder sogar, wie manche Feldwespenarten, in Sträuchern.
Leider werden die Nester dieser Arten bei diversen Bekämpfungsaktionen durch Unwissenheit völlig unnötig vernichtet.

Wespen sind sehr nützliche Tiere

Ein Wespenvolk fängt im Laufe eines Tages bis zu 5.000 Fliegen oder andere Insekten, um sie entweder selber zu verspeisen oder ihre Larven im Nest damit zu füttern. Der „Nahrungserwerb“ an unserem Tisch macht nur einen Bruchteil der Ernährung aus, obwohl das natürlich bequemer ist.
Nicht zu unterschätzen ist auch die Bestäubungstätigkeit der Wespen oder die Tatsache, dass sie selbst Nahrung für andere Tiere - etwa Vögel - sind.
Spätestens wenn die Tage im Herbst kälter werden, stirbt das Volk ab, nur die befruchteten Weibchen überwintern und gründen im folgenden Frühling als Königinnen ein neues Volk mit Arbeiterinnen.

Keine Wespen(nester) in Haus und Garten

  • Insektengitter an Fenstern montieren
  • Verschalungen und Ritzen an Gebäuden regelmäßig begutachten und pflegen bzw. sanieren! Einfluglöcher im Winter mit baulichen Maßnahmen verschließen - eine Ansiedelung kann somit verhindert werden
  • Viele weitere Tipps finden Sie in unserem Infoblatt.

Wespe
©Manfred Szlavich

Wespen stechen nur zur Verteidigung

Ohne Grund stechen auch die zu Unrecht als „aggressiv“ verschrienen Deutschen und Gemeinen Wespen nicht. Alle Verteidigungsaktionen dienen zum Schutz der Brut oder der Selbstverteidigung. Sich einem Hornissen- bzw. Wespennest auf geringe Distanz anzunähern ist ebenso gefährlich wie einem Bienenstock. Die Stiche von Wespen und Hornissen sind nicht gefährlicher als jene von Bienen. Die Mär, dass sieben Stiche einer Hornisse ein Pferd töten können, ist längst widerlegt.

Kindern zeigen, wie’s geht

Auch wenn es schwer fällt: Den nützlichen, schwarz-gelben Insekten begegnet der Mensch am besten mit Gelassenheit! Erwachsene sind das beste Vorbild für Kinder, zeigen Sie Ihren Sprösslingen daher, wie es geht: Ruhige Bewegungen in Anwesenheit der Wespe, Abstand halten vom Nestbereich, möglichst auch von der Hauptflugrichtung. Das verhindert bereits die meisten Stiche.

Um Stiche zu vermeiden:

• Kleinkindern nach dem Essen Mund und Hände abwischen
• Getränke im Freien abdecken oder nur mit Strohhalm und nicht direkt aus der Flasche trinken – v.a. wenn Flasche undurchsichtig ist
• Speisen nicht offen stehen lassen! Speisereste sofort abräumen
• Fallobst im Garten regelmäßig beseitigen
• Sollte eine Wespe auf der Haut sitzen: Abstreifen oder –schütteln. Nicht schlagen!

Wenn doch etwas passiert

Die Stiche von Bienen, Wespen und Hornissen sind zwar schmerzhaft und unangenehm, aber meist nicht gefährlich. Stiche lindern kann der „Bite away“. Das ist ein Gerät mit einem kleinen Heizelement, das die Entzündung des Stiches verhindert. Ein Häferl mit heißer Flüssigkeit auf den Stich gedrückt hat den selben Effekt. Es tut aber auch eine frische halbierte Zwiebel, die man auf die Einstichstelle drückt.

Wann’s gefährlich wird

Stiche im Rachenraum oder bei Menschen mit Wespengift-Allergie sind allerdings gefährlich. Hier ist unverzüglich medizinische Hilfe zu holen. Ob eine Insektengiftallergie besteht, kann durch einen Allergietest abgeklärt werden.

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Kein Grund zur Panik

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