Wie sieht die Tierhaltung im Bio-Landbau aus?

Wieviele Tiere werden gehalten? Womit werden sie gefüttert? Wie bleiben Bio-Tiere gesund?

Jungrind auf der Alm
© BMLFUW/R. Newman

Fleisch ist aufgrund seines Gehaltes an Eiweiß, Mineralstoffen und Vitaminen ein Lebensmittel mit hoher Nährstoffdichte. Fleisch versorgt uns mit hochwertigem Eiweiß, B-Vitaminen, Vitamin A und E, sowie Eisen, Zink und Selen. Bio-Fleisch hat darüber hinaus eine günstigere Fettsäurezusammensetzung, sogar 30 % mehr von der gesunden Omega3-Fettsäure und ist auch reich an konjugierter Linolsäure, welcher eine Krebs und Arteriosklerose hemmende Wirkung zugesagt wird. Bio-Fleisch hat zudem weniger Brat- und Garverluste und somit weitere Vorteile für die KonsumentInnen.

Neben dieser Produktqualität, die meist messbar, aber nicht immer sichtbar ist, wird immer mehr Menschen bewusst, dass die Prozessqualität unserer Lebensmittel in den Vordergrund rücken muss.

artgerechte Tierhaltung

Die Zahl der gehaltenen Tiere auf einem Bio-Betrieb ist auf die landwirtschaftliche Nutzfläche abgestimmt und somit begrenzt. Ein Biobauer hält im Prinzip nur so viele Tiere, wie er mit Futter vom eigenen Betrieb biologisch ernähren kann. Diese sogenannte „flächenbezogene“ Tierhaltung sichert einerseits die Ernährung der Tiere und verhindert andererseits eine Überdüngung der Felder. Ein Zugang zu Weiden oder Freigelände bzw. Auslauf ist grundsätzlich für alle Nutztiere zu gewährleisten. Für den Stallbau gibt es für jede Tierart Vorschriften, die die tiergerechte Haltung sicherstellen.

Welches Futter erhalten Biotiere?

Zur artgerechten Tierhaltung gehört genauso biologisches Futter, vorzugsweise aus dem eigenen Betrieb. Die Futtermittel entsprechen dem natürlichen Futteranspruch der Tiere. Zukäufe müssen grundsätzlich aus biologischem Anbau stammen. Wenn nicht genügend Futtermittel aus Bio-Herkunft zur Verfügung stehen, darf ausnahmsweise, in Absprache mit der Kontrollstelle und in eng begrenzten Mengenanteilen bestimmte Mischkomponenten aus konventioneller Erzeugung zugekauft werden.

Wie erfolgt die Gesundheitsvorsorge bei Biotieren?

Die Gesundheitsvorsorge basiert auf der Auswahl geeigneter Rassen, tiergerechter Haltungssysteme und dem Einsatz hochwertiger Futtermittel. Homöopathische und aus Pflanzensubstanzen gewonnene Präparate werden bevorzugt. Allopathische Mittel der konventionellen Schulmedizin und Hormone dürfen nur nach tierärztlicher Diagnose als therapeutische Maßnahme verwendet werden. Die gesetzliche Wartezeit für die Vermarktung von Produkten nach der Verabreichung von Medikamenten ist für Bioprodukte verdoppelt. Die Tiere dürfen nicht mit präventiven Antibiotika oder Wachstums- und Leistungsförderern behandelt werden.

Konsumverhalten entscheidend

Der Prozess der Herstellung von Fleisch ist vielfältig und von jedem von uns durch sein Konsumverhalten beeinflussbar: Er hat direkte Auswirkungen auf Umwelt und Klima, Biodiversität, Ressourcennutzung, Tierhaltung, Handelsbeziehungen, Arbeitsbedingungen, Struktur und Identität ländlicher Regionen, Gesundheit…
Nehmen Sie täglich diese wunderbare Chance wahr, den Prozess der Lebensmittelherstellung mit zu beeinflussen: Entscheiden Sie sich für BIO!

Bio bedeutet:

Die Biologische Tierhaltung ist durch die EU-weit geltenden Verordnungen 834/2007 und 889/2008 genau geregelt.

  • Regelmäßiger Auslauf ins Freie stärkt die Immunabwehr und Widerstandskraft der Tiere. Er beträgt mindestens 200 Tage im Jahr.
  • Es gibt definierte Mindestgrößen für Stallflächen und Auslauf pro Tier.
  • Biologisches Futter, garantiert gentechnikfrei.
  • Keine Käfighaltung.
  • Keine vorbeugende Verabreichung von Antibiotika.
  • Keine Wachstums- und Leistungsförderer.
  • Bevorzugt homöopathische und natürliche Behandlung von Krankheiten.
  • Unangemeldete Bio-Kontrollen.

Wussten Sie, …

… was ein Schnitzel wirklich kostet? Fleisch ist heute billiger als früher: 1980 musste ein Arbeiter 47 Minuten für 1 kg Schweinefleisch arbeiten, 2004 waren es nur noch 26 Minuten. Somit kostet das Bio-Schnitzel heute das, was vor 25 Jahren ein konventionelles gekostet hat (Rosenberg, WDR 2008)

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