Wildtierfreundliches Bauen

Bei Renovierungen und Sanierungen verschwinden Nischen, die Wildtieren als Rückzug oder Nistplatz dienen. Beachten Sie beim Umbau die empfohlenen Maßnahmen zum Schutz der Lebensräume.

Mauersegler
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Städte sind Lebensraum zahlreicher Tierarten. Einige Arten kommen inzwischen sogar fast ausschließlich in Städten vor, wie beispielsweise der Mauersegler. Dementsprechend kommt dem Lebensraum Stadt eine besondere Bedeutung für den Schutz dieser Tiere zu. Gebäudebrüter brauchen Brutplätze und Rückzugsräume an Häusern.

Vögel und Fledermäuse, die an Gebäuden vorkommen, stehen in Wien unter Naturschutz. Es ist auch prinzipiell verboten, die Brutplätze und Quartiere von Tieren zu zerstören oder zu beschädigen oder die Tiere in der Fortpflanzungszeit zu stören.

Maßnahmen zum Schutz von Gebäudebrütern

Mauersegler

Mauersegler sind eine Vogelart mit hoher Brutplatztreue. Sie brüten am liebsten in Kolonien und besiedeln gern hohle Zierkonsolen und Spalten unter Traufblechen oder in schadhaftem Mauerwerk. Selbst eine geringfügige Änderung an der Einflugöffnung des Brutplatzes kann dazu führen, dass Mauersegler Brutplätze nicht mehr annehmen. Im Idealfall sollten daher die ursprünglichen Nistplätze am Gebäude belassen werden. Gebäudebesitzer sind verpflichtet ihr Gebäude nur außerhalb der Brutzeit zu sanieren und für zerstörte Quartiere Ersatz zu schaffen. Orientieren Sie sich bei Ersatz-Maßnahmen stark an der Lage und der Art der ursprünglichen Nistplätze.

Dohlen

Dohlen bevorzugen als Nistplatz ungenutzte Rauchfänge. Solche Rauchfänge sollten erhalten bleiben und mit einer Umwidmung aus der Nutzung genommen werden. Falls das nicht möglich ist, bieten Sie Scheinkamine als Ersatznistplätze an.

Fledermäuse

Fledermäuse nutzen Hohlräume an Gebäuden im Gegensatz zu Vögeln auch außerhalb der Fortpflanzungszeit als Quartiere. Dachböden, Gebäudeverkleidungen, Zwischendächer oder Baumhöhlen werden als Tagesversteck, Winterquartier, Wochenstube und Schwärmquartier genutzt. Nach einer Sanierung sollten kleine Einschlupfmöglichkeiten bestehen bleiben, Sie können aber auch Ersatzquartiere in Form von Flachkästen an der Wärmedämmung schaffen.

Mehlschwalben

Mehlschwalben siedeln sich in der Nähe von Gewässern an. Bei der Nistplatzsuche orientieren sie sich an bereits bestehenden Nestern. Verschmutzungen der Fassaden können durch Kotbretter unter Nestern vermieden werden. Falls Sie Nester bei einer Sanierung entfernen müssen, dann befestigen Sie gut sichtbare Kunstnester an störungsarmen Stellen.

Turmfalken

Turmfalken nutzen Brutplätze über viele Jahre. Sie brüten in Dachbodenluken, Ziersäulen, versteckten Mauerabsätzen und selten auch in offenen Dachbereichen. Pro Gebäude findet sich nur ein Brutpaar. Sie akzeptieren Ersatzbrutplätze bis zu 100 Meter Entfernung. Diese müssen unmittelbar nach Verschluss der ursprünglichen Nistplätze verfügbar sein.

Sperlinge

Sperlinge nutzen fast jeden Hohlraum zum Nisten. Sie akzeptieren künstliche Nisthilfen, auch wenn diese bis zu 100 Meter vom ursprünglichen Nistplatz entfernt sind.

Nistkästen

Nistkästen sind keine natürlichen Brutplätze, sondern Ersatzkonstruktionen für Nischen und Spalten in felsreichen Lebensräumen. Sie können gekauft oder selbst hergestellt werden. Wichtig ist die Montage an einer geeigneten Stelle. Nistkästen sollten den Tieren das bieten, was diese auch bei der Auswahl eines natürlichen Brutplatzes berücksichtigen: Schutz vor Raubtieren, Hitze, Kälte und Regen sowie einen guten An- und Abflug.

Als Baumaterial für Nistkästen eignen sich einheimische Hölzer in der Stärke von 20 Millimetern. Auch Holzbeton kann verwendet werden - eine Mischung aus Zement, Holzspänen, Kalziumchlorid und Wasser.

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