Schutz für Gebäudebrüter

Einige Tiere brauchen Brutplätze und Rückzugsräume an Gebäuden. Bei Renovierungen und Sanierungen verschwinden diese Plätze häufig. Beachten Sie beim Umbau die empfohlenen Schutzmaßnahmen zum Schutz dieser Tiere.

Mauersegler
© www.lubomir.hlasek.com

Städte sind Lebensraum zahlreicher Tierarten. Einige Gebäudebrüter kommen inzwischen sogar fast ausschließlich in Städten vor, wie beispielsweise der Mauersegler. Dementsprechend kommt dem Lebensraum Stadt eine besondere Bedeutung für den Schutz dieser Tiere zu. Andere bekannte Gebäudebrüter sind Mehlschwalbe, Dohle (Turmrabe), Haubenlerche und Turmfalke. Diese Vogelarten brauchen Brutplätze und Rückzugsräume an Häusern.

Leider geht die Zahl der Gebäudebrüter in den letzten Jahren zurück. Durch Bautätigkeiten wie Wärmedämmung und Dachausbauten verlieren sie ihre Nistplätze. Deshalb stehen in Wien Vögel und Fledermäuse, die an Gebäude gebunden sind, unter Naturschutz. Es ist verboten, die Brutplätze und Quartiere der Tiere zu zerstören oder zu beschädigen oder die Tiere in der Fortpflanzungszeit zu stören.

Im Wiener Arten- und Lebensraumschutzprogramm "Netzwerk Natur" der Wiener Umweltschutzabteilung - MA 22 sind Ziele und Maßnahmen zum Schutz dieser Arten festgelegt. Folgende Arten stehen besonders im Fokus: Mauersegler, Mehlschwalbe, Dohle, Haubenlerche, Turmfalke und Fledermäuse.

Tipps, um Gebäudebrüter zu schützen

  • Montieren Sie rechtzeitig Ersatznistkästen bei Fassadensanierungen und Dachausbauten.
  • Lassen Sie sich bei Bautätigkeiten beraten. "die umweltberatung" stellt Ihnen dafür Kontaktadressen zur Verfügung.
  • Brutplatz gefunden? Dann können Sie das über naturgucker.at oder an post@ma22.wien.gv.at melden. Für ein vereinfachtes Melden von Beobachtungen können Sie auch eine App für Android-Handys herunterladen - siehe www.gebaeudebrueter.wien.at

Schutzmaßnahmen für die jeweilige Art

Mauersegler

Mauersegler sind eine Vogelart mit hoher Brutplatztreue. Sie brüten am liebsten in Kolonien und besiedeln gern hohle Zierkonsolen und Spalten unter Traufblechen oder in schadhaftem Mauerwerk. Selbst eine geringfügige Änderung an der Einflugöffnung des Brutplatzes kann dazu führen, dass Mauersegler Brutplätze nicht mehr annehmen. Im Idealfall sollten daher die ursprünglichen Nistplätze am Gebäude belassen werden. Gebäudebesitzer sind verpflichtet, ihr Gebäude nur außerhalb der Brutzeit zu sanieren und für zerstörte Quartiere Ersatz zu schaffen. Orientieren Sie sich bei Ersatz-Maßnahmen stark an der Lage und der Art der ursprünglichen Nistplätze.

Dohlen

Dohlen bevorzugen als Nistplatz ungenutzte Rauchfänge. Solche Rauchfänge sollten erhalten bleiben und mit einer Umwidmung aus der Nutzung genommen werden. Falls das nicht möglich ist, bieten Sie Scheinkamine als Ersatznistplätze an.

Fledermäuse

Fledermäuse nutzen Hohlräume an Gebäuden im Gegensatz zu Vögeln auch außerhalb der Fortpflanzungszeit als Quartiere. Dachböden, Gebäudeverkleidungen, Zwischendächer oder Baumhöhlen werden als Tagesversteck, Winterquartier und Wochenstube genutzt. Nach einer Sanierung sollten kleine Einschlupfmöglichkeiten bestehen bleiben. Sie können aber auch Ersatzquartiere in Form von Flachkästen an der Wärmedämmung schaffen.

Mehlschwalben

Mehlschwalben siedeln sich in der Nähe von Gewässern an. Bei der Nistplatzsuche orientieren sie sich an bereits bestehenden Nestern. Verschmutzungen der Fassaden können durch Kotbretter unter den Nestern vermieden werden. Falls Sie Nester bei einer Sanierung entfernen müssen, dann befestigen Sie gut sichtbare Kunstnester an störungsarmen Stellen.

Turmfalken

Turmfalken nutzen Brutplätze über viele Jahre. Sie brüten in Dachbodenluken, Ziersäulen, versteckten Mauerabsätzen und selten auch in offenen Dachbereichen. Pro Gebäude findet sich nur ein Brutpaar. Sie akzeptieren Ersatzbrutplätze in einer Entfernung von bis zu 100 Metern. Diese müssen unmittelbar nach Verschluss der ursprünglichen Nistplätze verfügbar sein.

Sperlinge

Sperlinge nutzen fast jeden Hohlraum zum Nisten. Sie akzeptieren künstliche Nisthilfen, auch wenn diese bis zu 100 Meter vom ursprünglichen Nistplatz entfernt sind.

Nistkästen für Gebäudebrüter

Nistkästen sind keine natürlichen Brutplätze, sondern Ersatzkonstruktionen für Nischen und Spalten in felsreichen Lebensräumen. Sie können gekauft oder selbst hergestellt werden. Wichtig ist die Montage an einer geeigneten Stelle. Nistkästen sollten den Tieren das bieten, was diese auch bei der Auswahl eines natürlichen Brutplatzes berücksichtigen: Schutz vor Raubtieren, Hitze, Kälte und Regen sowie einen guten An- und Abflug.

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