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Born with horn

Das Bild der Alpenharmonie: Massive Gebirgszüge, grüne, saftige, blühende Wiesen und glückliche grasende Rinder. Doch immer öfter fehlt ein wichtiges Detail, das auf den ersten Blick nicht auffällt - die Hörner der Kühe. Das Enthornen soll die Verletzungsgefahr mildern, hat aber unerwüschte Nebenwirkungen.

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Nur noch 20 % der österreichischen Kühe dürfen ihre Hörner tragen.  Diese Tatsache hat für die Tiere  weitreichende Folgen. In Anbindehaltung sind Hörner eine Gefahr für den Menschen. In Freilaufstallungen werden die natürlichen Bedürfnisse besser bedient, jedoch ist oft der Platz für Rinder mit Hörnern nicht ausreichend. In dieser Haltung laufen die Tiere Gefahr, sich mit den Hörnern aufgrund des Platzmangels  gegenseitig zu verletzen.

Als Zeichen des Ausdrucks
Hörner dienen der Kommunikation innerhalb der Herde, mit ihnen wird die Rangordnung festgelegt. Reine Drohgebärden reichen aus, um deeskalierend zu wirken und Konflikte zu vermeiden. In unbehornten Gruppen kommt es häufiger zu körperlichen Auseinandersetzungen, da die Warnzeichen von den Tieren nicht erkannt werden. In behornten Herden können auch ältere Tiere ihren Platz in der Gruppe für sich behaupten. Dies bringt vor allem Ruhe in das Gruppengefüge. Außerdem können Kühe ihren Artgenossen mit der Haltung der Hörner ihren Gemütszustand signalisieren und zeigen, wie weit sich die Tiere nähern dürfen.

Enthornung schmerzt
Hörner sind keineswegs mit menschlichen Fingernägeln gleichzusetzen, sondern sind eine Verlängerung der Stirnhöhlen. Der für das Wachstum verantwortliche Hornzapfen ist stark durchblutet und mit Nerven durchzogen. Unbetäubt ist das Entfernen für die Tiere qualvoll und verursacht Schmerzen, da lebendes Gewebe entfernt wird. Die Hörner der Tiere werden mittels Brennstab entfernt, wobei Gewebe verödet wird und die Hörner nicht mehr nachwachsen können. In der Biolandwirtschaft ist die Enthornung teilweise erlaubt, die Tiere dürfen jedoch niemals ohne Betäubung enthornt werden!

Das Horn hilft
In heißen Gegenden mit kargen Futterbedingungen haben Kühe besonders ausgeprägte Hörner. Man vermutet, dass diese helfen die Körpertemperatur zu kühlen und die Nahrung besser zu verdauen. Möglicherweise wirkt sich das Fehlen der Hörner negativ auf das Magen-Darm-System der Tiere aus.

Hörner und Milch
Die überwiegende Menge Milch stammt von enthornten Rindern. Es gibt einige Studien, ob Milch von enthornten Kühen einen Einfluss auf die gestiegene Anzahl der Personen mit Laktoseunverträglichkeit hat, jedoch müssen noch weitere Untersuchungen gemacht werden. Eines ist aber wissenschaftlich bewiesen: Es wurde eine unterschiedliche Kristallzusammensetzung der Milch von behornten und unbehornten Tieren festgestellt.

Der ethische Umgang
Ob mit oder ohne Horn - die geeignete Größe des Laufstalles ist Grundvoraussetzung um genügend Raum für das einzelne Tier zu gewährleisten. Dann können auch behornte Kühe ohne Probleme in einem Laufstall untergebracht werden.

Bio ist besser!
Auch in der EU-Bio-Verordnung ist die Enthornung erlaubt, eine Betäubung ist jedoch zwingend vorgeschrieben, somit erfolgt die Enthornung schmerzfrei. Demeter-Bauern gehen noch einen Schritt weiter, hier ist die Enthornung strengstens verboten!

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