Auf die spätsommerliche Wärme folgen meist die Erkältungszeit und die Hochsaison für Desinfektionsmittel. Dabei würden im Normalfall herkömmliche Reinigungsmittel und das Händewaschen mit Seife vollkommen reichen. Der Folder „Desinfektionsmittel“ informiert über den Einsatz und die unerwünschten Nebenwirkungen von Desinfektionsmitteln. DIE UMWELTBERATUNG berät an der Hotline 01 803 32 32 zur ökologischen Reinigung.
Desinfektionsmittel und auch Wasch- und Reinigungsmittel mit antimikrobiellem bzw. bakterizidem Zusatz haben im Haushalt im Normalfall nichts zu suchen, denn: „Eine Wohnung ist kein Spital! Desinfektionsmittel sind im Privathaushalt außer in medizinischen Ausnahmefällen nicht notwendig. Die Reduktion ihrer Anwendung reduziert auch die Bildung resistenter Keime“, appelliert Harald Brugger, Ökotoxikologe von DIE UMWELTBERATUNG.
Desinfektionsmittel vermeiden – warum?
Große Mengen an Desinfektionsmitteln machen Probleme:
- im Abwasser
- auf der Haut
- weil sie die Bildung resistenter Keime fördern
In Kläranlagen kommen Bakterien zum Einsatz, um das Abwasser zu reinigen. Diese nützlichen Bakterien werden durch Desinfektionsmittel abgetötet, was die Wasserreinigung beeinträchtigt. Auch die Mikroorganismen auf unserer Haut, die eine Schutzbarriere gegen Schadstoffe bilden, werden durch Desinfektionsmittel zerstört.
Durch übertriebene Verwendung von Desinfektionsmitteln können sich außerdem resistente Mikroorganismen bilden. Diese Krankheitserreger lassen sich durch die üblichen Desinfektionsmittel nicht abtöten und erschweren dadurch die medizinische Versorgung.
Hände waschen statt desinfizieren
Eine gute Alternative zum Desinfektionsmittel ist Seife. Gründliches Händewaschen schützt in der Regel ausreichend vor potenziellen Krankheitserregern: Hände nass machen, 30 Sekunden lang einseifen und dabei auch die Fingerzwischenräume, Handrücken und Daumen gut reinigen. Gewöhnliche Seifen und Reinigungsmittel entfernen Krankheitserreger - im Unterschied zu Desinfektionsmitteln enthalten sie keine keimtötenden Biozide. Wenn Seifen, Reinigungsmitteln, Waschmitteln oder Geschirrspülmitteln antibakteriell wirkende Stoffe zugesetzt werden, bringt das keinen zusätzlichen Nutzen, sondern schadet der Umwelt und kostet unnötig Geld.
Das ist bei der Anwendung zu beachten
Desinfektionsmittel sollten nur im konkreten Bedarfsfall eingesetzt werden, wenn Desinfektion ärztlich angeordnet wurde. In diesem Fall gibt die Ordination oder die Apotheke Auskunft, welches Desinfektionsmittel für die Anwendung geeignet ist.
Wichtig ist, nur die auf der Verpackung angegebene Menge zu verwenden und das Produkt so lange einwirken zu lassen, wie vorgeschrieben. So wird die gewünschte Wirkung erreicht. Wird überdosiert, wirkt das Mittel nicht besser. Die Überdosierung schadet aber der Umwelt und bei einem Handdesinfektionsmittel auch der Haut.
Individuelle Beratung zu ökologischer Reinigung
Zu Sauberkeit mit ökologischen Mitteln ohne Desinfektion berät DIE UMWELTBERATUNG an ihrer Hotline – firmenunabhängig und kostenlos.
