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Die Mehlschwalbe

Die nützlichen Untermieter fressen große Mengen an Insekten. Leider gehen die Bestände der Mehlschwalben zurück.

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Die Mehlschwalbe (Delichon urbicum) hat eine Körperlänge von etwa 13 cm und eine mehr als doppelt so lange Flügelspannweite. Ihre Kehle, Brust und Bauch sind komplett weiß - ganz im Gegensatz zur Rauchschwalbe und zum Mauersegler. Die Oberseite der Mehlschwalbe ist schwarz, nur der Bürzel (der Bereich zwischen dem Rücken und dem Schwanz) ist weiß gefärbt.

Von der Rauchschwalbe unterscheidet sie sich durch die fehlenden „Spieße“, die äußersten Schwanzfedern, die bei der Rauchschwalbe stark verlängert sind. Der Mauersegler ist wiederum weit größer und gleicht im Gegensatz zur Mehlschwalbe im Flug eher einer Sichel, die Mehlschwalbe eher einem stumpfen Pfeil.

Lebensweise

Der ursprüngliche Lebensraum der Mehlschwalbe sind steile Felswände. Heute besiedelt sie als Kulturfolgerin fast ausschließlich Dörfer und Städte und baut ihre Nester an Gebäuden, meist unterhalb des Dachüberstandes oder an einem ähnlichen, wettergeschützten Platz.

Die Mehlschwalbe ernährt sich von Insekten und zieht deshalb über die Wintermonate in den Süden der Sahara. Im April kehrt der Zugvogel zu seinem letztjährigen Brutplatz zurück. In der Regel wird zur Brut sogar exakt dasselbe Nest genutzt und, falls notwendig, vorher noch repariert. Die Mehlschwalbe zieht pro Jahr 2 – 3 Bruten hoch, die Brutzeit dauert etwa von Ende April bis Mitte September.

Nester an Gebäuden

Ihre Nistplätze finden Mehlschwalben in überdachten Bereichen von senkrechten, rauen Wänden, wie z. B. in Fensternischen, unter Balkonen oder Dachvorsprüngen. Die Nester bestehen aus lehmiger Erde und haben in etwa die Form einer Viertelkugel oder eines Napfes. Sie werden nur dann neu gebaut, wenn keine freien intakten Nester vorhanden sind.

Das Nest wird äußerst kunstvoll aus vielen kleinen Lehmkügelchen zusammengesetzt, die an Gewässern oder Pfützen gesammelt werden. Der Vogel muss jede Kugel einzeln formen und im Schnabel transportieren. Da ein Nest aus etwa 2500 – 3000 solcher Kügelchen besteht, ist, je nach Entfernung der nächsten geeigneten Quelle für das Baumaterial, mit dem Nestbau eine enorme Flugleistung und ein großer Energieaufwand verbunden.

Gefährdung

Mehlschwalben sind nach dem Wiener Naturschutzgesetz streng geschützt. Ihre Nester dürfen nicht zerstört werden. Ihre Gefährdung hat verschiedene Ursachen wie die Zerstörung der Nester bei der Renovierung von Gebäuden und die Verwendung von Kunstharz-Verputz, der das Festkleben von Nistmaterial unmöglich macht. Auch der Mangel an offenen, nassen Bodenstellen, wo die Vögel lehmige Erde für den Nestbau entnehmen können, setzt den Mehlschwalben zu.

Maßnahmen zum Schutz der Mehlschwalbe

Besonders bei Sanierungsmaßnahmen sind Mehlschwalben auf Schutzmaßnahmen angewiesen.

  • Sanieren Sie Gebäude an denen Mehlschwalben brüten unbedingt außerhalb der Brutzeit!
  • Erhalten Sie nach Möglichkeit bestehende Nester am Gebäude!
  • Falls das nicht möglich sein sollte, müssen die Nester durch Kunstnester ersetzt werden, damit die Vögel ihre alten Brutplätze wieder finden.
  • Bei der Montage der Ersatznester kann auf Konflikte Rücksicht genommen werden, in dem die Nester z.B. an störungsarmen Stellen montiert werden und zudem ein Kotbrett angebracht wird, um Verschmutzungen der Fassade zu vermeiden.
  • Geeignete Kunstnester sind im Naturschutz-Fachhandel erhältlich, in unserem Beitrag Geschützte Tiere an Gebäuden finden Sie einen Überblick über mögliche Anbieter.
  • Wenn Sie Sanierungen von Gebäuden und Fassaden in Wien planen, an denen Mehlschwalben brüten, setzen Sie sich unbedingt rechtzeitig mit der Wiener Umweltschutzabteilung  - MA 22 in Verbindung!

Weitere Informationen

Die Wiener Umweltschutzabteilung MA22 bietet viele Informationen zum Schutz von Mehlschwalben

sowie zum Arten- und Lebensraumschutz an Gebäuden in Wien.

Die Mehlschwalbe zählt zu den besonders bedeutenden Arten im Rahmen von, Netzwerk Natur, dem Arten- und Lebensraumschutzprogramm der Wiener Umweltschutzabteilung – MA 22, das auch von DIE UMWELTBERATUNG unterstützt wird.

Wiener Umweltanwaltschaft WUA: Baumaßnahmen für Wildtiere

Plakette "Vogel- oder Fledermaus-freundliche Häuser"

Die Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22) zeichnet mit ihrer Plakette "Vogel- oder Fledermaus-freundliche Häuser" aus. Das sind Gebäude, die Nistmöglichkeiten für Gebäudebrüter oder Lebensraum für Fledermäuse schaffen.

Wir beraten Sie gerne persönlich!

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