Der Schwarze Holunder ist eine alte Küchen-, Arznei und Nutzpflanze. In der Volksheilkunde galt der Holler als heilkräftig, als Sitz guter Geister und als Verbindung zu den Toten. In vor-christlicher Zeit war er der Göttin Holla geweiht. Überreste dieser Glaubensvorstellungen finden sich auch heute noch in Märchen wie dem der Frau Holle wieder.
Holunderblüten: Nicht nur für den Hugo!
In der Küche aromatisiert der Holundersirup Cocktails, Salatmarinaden und Desserts. Herstellen kann man ihn ganz einfach aus den Blüten unter Zugabe von Bio- Zitronenscheiben sowie Wasser und Zucker im Verhältnis 1:1. Geöffnete Flaschen sollten im Kühlschrank aufbewahrt und rasch verbraucht werden. Wer auf den Geschmack gekommen ist - auch Veilchen-, Rosen- oder Fliederblüten, Melisse, Zitronenverbene oder Ananassalbei eignen sich sehr gut zur Sirupherstellung.
Frisch geerntete Holunderblüten kann man durch einen Teig ziehen und kurz frittieren. Wer´s pikant mag, nimmt dazu Bierteig und frischen Salat. Für süße Schleckermäuler passt ein gesüßter Backteig und das Holunderkompott der letzten Ernte.
Holunderbeeren: Essen wie zu Omas Zeiten!
Achtung: Die rohen Holunderbeeren enthalten cyanogene Glykoside und sind giftig! Erst beim Erhitzen entweichen die Giftstoffe. Das wusste übrigens schon die Uroma, sie hat es nur anders benannt: Beim Hollerkochen fährt die Frau Holle aus den Beeren aus. Deswegen sollten nach altem Brauch auch die Fenster geöffnet sein …
Holunderbeeren können Sie nicht nur zum bekannten Hollerröster verkochen. Auch Holunderkuchen, Hollersaft oder Hollerlikör schmecken ganz hervorragend. Wenn Sie auch im Winter Holunder genießen möchten, füllen Sie den frisch gekochten, heißen Hollersaft oder Röster in sterile Gläser. Durch die Hitze und das entstehende Vakuum werden die Keime reduziert und die Haltbarkeit verlängert sich um einige Monate.
Verwendung als Arznei
Die eingekochten Beeren sind vor allem in der Grippezeit sehr gefragt. Sie gelten als unterstützende Arznei bei Erkältung.
Das gilt auch für die getrockneten Blüten. Diese könne als Tee getrunken werden.
Verwendung der Äste
Das Mark der Äste kann leicht entfernt und die Äste zum Schnitzen von Flöten verwendet werden - eine tolle Aktivität mit Kindern.
Inhaltsstoffe des Holunders:
- Ätherisches Öl
- Flavonoidglykoside
- Schleimstoffe
- Gerbstoffe
- u.a. Vitamin C (Beeren)
Wirkung: Hilfreich bei Erkältungskrankheiten
- schweißtreibend
- schleimlösend
- entzündungshemmend
- reizlindernd
Aussehen des Holunders
Der Schwarze Holunder kann als Strauch oder Baum bis zu 7 Meter hoch werden. Seine dunkelgrünen, gefiederten Blätter mit fein gezähntem Rand sind länglich und gegenständig. Die kleinen weißen Blüten sind in großen, flachen Trugdolden angeordnet und verströmen einen süßlichen Duft. Die kleinen schwarz-violetten Beeren mit blutrotem Saft hängen schwer an rötlichen Stängeln.
Lebensraum und Ökologie.
Der Holunder bevorzugt nährstoffreiche, feuchte. Man findet ihn häufig an Waldrändern, in Gärten, auf Brachflächen und entlang von Wegen. Ökologisch ist er besonders wertvoll: Viele Vogelarten nutzen ihn als Nahrungsquelle.
Erntezeit des Holunders
Die Blüten des Holunders können ab Mai bis Juli geerntet werden. Die Beeren werden ab Spätsommer bis in den Herbst gesammelt.
Achtung Doppelgänger!
Der Schwarze Holunder kann mit dem giftigen Zwergholunder oder mit dem Roten (Trauben-)Holunder verwechselt werden.
Der Zwergholunder ist ein krautiges Gewächs mit ähnlichen Blüten wie der Schwarze Holunder, aber roten Staubblättern. Er wird maximal 1,5 m hoch, wächst eher als Staude und bildet keine verholzten Pflanzenteile aus.
Die Blüten des Roten oder Traubenholunder wachsen nicht in flachen Trugdolden, sondern sind traubenförmig angeordnet. Die Beeren sind leuchtend rot.








