Pollen und Nektar aus ungefüllten Blüten
Für Bienen und Schmetterlinge sind Pflanzen mit ungefüllten Blüten besonders wertvoll. Diese kommen bei vielen Wildpflanzen wie zum Beispiel bei Wildrosen vor. Die Blütenblätter sind hier in einer Reihe rund um die gut sichtbaren Staubgefäße angeordnet und der Pollen ist für Insekten gut zugänglich.
Zuchtformen wie Dahlien oder Rosen haben häufig gefüllte Blüten. Hier wurden die Staubblätter in zusätzliche Blütenblätter umgewandelt. Dadurch entstanden dekorative Blüten, die aber wenig oder keine Nahrung für Insekten enthalten.
Laubhecken und Obstbäume
Hecken aus heimischen Laubsträuchern und Obstbäume sind wichtige Lebensräume für Wildbienen, Schmetterlinge und viele andere Insekten. Sie bieten mit ihrem Pollen und Nektar reichlich Nahrung, sowie Verstecke und Nistplätze.
Beliebte Gehölze sind zum Beispiel Palmkätzchen, Hundsrose, Dirndlstrauch, Schlehdorn und viele andere. Viele Sträucher und kleinwüchsige Obstbäume gedeihen auch als Kübelpflanze. Bei Platzmangel eignet sich auch eine blühende Vertikalbegrünung mit Efeu, Wildem Wein, Geißblatt, Platterbse oder Wicken.
Laub als Versteck und Winterquartier
Ein Laubhaufen oder eine Laubschicht unter der Hecke dient vielen Tieren als Versteck und Winterquartier. Marienkäfer, Spinnen, Laufkäfer und viele andere Insekten überwintern gerne unter der wärmenden Laubschicht. Laubsauger und Laubbläser bedeuten den Tod für viele Kleintiere und sollten deshalb in einem Naturgarten nicht verwendet werden.
Steinmauern und Steinhaufen
Ein Steinhaufen oder eine Trockensteinmauer in der Sonne bietet Wildbienen, Käfern, Spinnen, aber auch Eidechsen und Blindschleichen Unterschlupf. Auch größere Tiere wie Igel, Vögel und Kröten nützen Hohlräume zwischen den Steinen als Versteck.
Holzhaufen
Ein Haufen aus Baum- und Heckenschnitt bietet für viele Tierarten Verstecke und Nistplätze – zum Beispiel für Vögel, Igel, Kröten, Eidechsen sowie Käfer und Spinnen.
Holzbienen und andere Wildbienen nisten gerne in morschen Holzblöcken oder einem in der Sonne liegenden Holzstapel. Dekorativ ist auch ein Baumstumpf oder großer Totholzast, der im Garten oder am Balkon in der Sonne senkrecht aufgestellt wird und von Bienen bevölkert werden darf.
Alte Bäume
Alte Bäume oder Baumstümpfe sind für viele Tiere überlebenswichtig und sollten, wenn möglich, erhalten werden!
Einige Wildbienenarten nisten im morschen Holz der Bäume oder in bestehenden Fraßgängen von Insekten. Unter der Baumrinde und in morschen Ästen leben Käfer, Asseln, Spinnen und Tausendfüßler. Diese sind wiederum Nahrung für Vögel und andere Gartenbewohner.
Höhlenbrütende Vogelarten wie Meisen, Kleiber oder Gartenrotschwanz, aber auch Fledermäuse brauchen die Hohlräume von alten Bäumen. Vögel und Fledermäuse vertilgen große Mengen an Pflanzenschädlingen und sind im Naturgarten willkommene Gäste.
Ein wildes Eck für Schmetterlinge und Bienen
Eine Blumenwiese oder ein wildes Eck im Garten, in dem sogenannte Unkräuter und Wildpflanzen wachsen dürfen, sind der ideale Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge und Käfer.
Viele Schmetterlingsraupen ernähren sich zum Beispiel von Brennnesseln. Wildblumen sind eine beliebte Nahrungsquelle für Wildbienen und Schmetterlinge. Samenfressende Vogelarten wie der Distelfink wiederum benötigen die Pflanzensamen von Disteln, Beifuß, Johanniskraut oder Königskerze zum Überleben.
Viele Insekten finden an Pflanzenstängeln oder im Boden unter den Pflanzen einen geschützten Platz zum Überwintern. Damit sie den Winter überstehen, sollte immer ein Teil der Wiese ungemäht bleiben. Verblühte Blumen und Stauden schneidet man am besten erst im Frühling zurück.