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Onlineshopping - ein Trend

Die Zahl der Online-Bestellungen in Österreich hat sich von 2010 bis 2020 verdoppelt. Dieses bequeme Einkaufen bringt Probleme mit sich – von Abfallbergen bis zum Verkehrsaufkommen. Aus ökologischer und sozialer Sicht sind verbesserte gesetzliche Rahmenbedingungen gefragt – und verantwortungsvolle Konsument*innen.

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Online-Kauf am Laptop

Während die Umsätze beim Einzelhandel vor Ort stagnieren, verbucht der Onlinehandel ein stetiges Umsatzplus. Waren es zu Beginn vor allem Bücher, so wird mittlerweile beinahe alles online angeboten und auch gekauft. Die höchsten Online-Umsatzanteile haben Bücher und Spielwaren, gefolgt von Sportartikeln, Elektrogeräten und Bekleidung. Bei Lebensmittel macht der Anteil rund 1 Prozent aus, sie sind aber der Bereich mit den größten Zuwachsraten.

Zahlen zum Onlinehandel in Österreich:

  • 2016 wurden rund 10% der Konsumausgaben online getätigt – das entspricht rund 6 Milliarden Euro an Kaufkraft.
  • Rund 246 Mio. Pakete werden hierzulande jährlich versendet. Ca. 60% davon, also 143 Mio. Pakete sind auf den Onlinehandel zurückzuführen. Und davon sind rund ein Viertel (rund 36 Mio. Pakete) Retourware.
  • In Österreich wird jeder fünfte online erworbene Artikel zurückgesendet, vor allem Kleidung und Schuhe.

Verpackungsabfall

Onlineshopping führt zu einem Anstieg des Verpackungsabfalls, vor allem bei Kartonagen. Teilweise werden Produkte mit zu großen Kartons mit viel Füllmaterial verschickt, da die Händler aus Effizienzgründen nur eine gewisse Zahl an Schachtelgrößen haben. In Deutschland machen die Verpackungsabfälle aus Karton, welche durch den Onlinehandel entstehen, laut Schätzungen schon jetzt rund ein Viertel aus. In Österreich ist ebenfalls ein spürbarer Anstieg zu verzeichnen.

Verkehr und CO2-Ausstoß

Ob durch Online-Handel mehr CO2-Emmissionen entstehen, hängt von der Region ab. Im ländlichen Bereich kommt es meist zu geringeren Emissionen, da die Lieferungen mit LKWs effizienter sind als die Einzelfahrten von Konsument*innen. In Städten können die Emissionen steigen – denn beim Einkauf im stationärem Handel legen die Kund*innen ihre Wege großteils zu Fuß oder mit den Öffis zurück.

Was passiert mit der Retourware?

In Deutschland werden rund 4% der retournierten Ware entsorgt. In Österreich gibt es derzeit noch keine Daten dazu. Vermutlich sind die Zahlen ähnlich, denn oftmals ist es für die Unternehmen günstiger, die Waren zu entsorgen, als diese wieder neu anzubieten.

Wirtschaftliche und soziale Folgen

Rund die Hälfte des online generierten Umsatzes kaufen die Österreicher*innen übers Ausland ein. Unternehmen, welche keine Betriebsstätte in Österreich haben, müssen derzeit auch keine Gewinne versteuern. Ausländische Unternehmen zahlen teilweise auch keine Umsatzsteuer in Österreich. Diese Wettbewerbsverzerrung versetzt den heimischen Handel unter enormen Kostendruck. Dies führt in weiterer Folge zu prekären Arbeitsverhältnissen.

Ansätze für bessere Rahmenbedingungen

Um Onlineshopping ökologisch und sozial verträglicher zu gestalten, bedarf es einiger Änderungen der Rahmenbedingungen. Hier ein paar positive Ansätze:

  • Wien möchte als Smart City eine Vorreiterrolle einnehmen und bis 2030 eine CO2-freie Lieferlogistik aufbauen. Mögliche Lösungsansätze sind Transportfahrräder, Elektro-LKWs oder beispielsweise der Ausbau von Abholstationen, die gut mit den Öffis oder zu Fuß erreichbar sind.
  • Frankreich gilt als Vorreiter betreffend Retourwaren. 2020 wurde ein Gesetz verabschiedet, welches den Einzelhändlern die Vernichtung von unverkauften oder zurückgegebenen Waren verbietet.
  • In Deutschland gibt es Bestrebungen, eine sogenannte Obhutspflicht für Retouren einzuführen. Die Vernichtung wäre dann nur mehr für verdorbene, kaputte oder gefährliche Ware erlaubt.

Zusätzlich zu den unbedingt notwendigen rechtlichen Rahmenbedingungen ist auch jede*r einzelne gefordert, beim Einkaufen soziale und ökologische Kriterien zu berücksichtigen. Wir haben einige Tipps für Sie hier zusammengefasst: Umweltschonendes Shopping

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