www.umweltberatung.at

Po-Pflege mit Chemie: Feuchttücher im Test

Viel Chemie und Probleme beim Entsorgen: Die Umweltberatung hat im Auftrag des Konsumentenschutzes der AK OÖ Feuchttücher auf ihre Inhaltsstoffe geprüft.

feuchtuecher_die-umweltberatung

Dann lieber doch das gute, alte Häuslpapier – so in etwa lautet vereinfacht ausgedrückt das Fazit der Marktrecherche, die DIE UMWELTBERATUNG im Auftrag des Konsumentenschutzes der Arbeiterkammer Oberösterreich zu Feuchttüchern durchgeführt hat.

Insgesamt wurden zwölf Toilettenfeuchttücher und drei Intimpflegetücher auf ihre Inhaltsstoffe untersucht, nur fünf davon wurden als neutral eingestuft. In sieben Produkten waren unnötige Duftstoffe enthalten und dreimal wurden bedenkliche Stoffe festgestellt:

  • Konservierungsstoffe, die hormonähnlich wirken können
  • Duftstoffe, die potentiell Allergien auslösen können
  • Umweltrelevante Stoffe, wie etwa umweltbelastende Silikonverbindungen
  • Stoffe, welche die Haut – auch für Schadstoffe – durchlässiger machen können

Intimpflege mit der Chemiekeule

Feuchttücher enthalten neben Wasser vor allem Duftstoffe, Konservierungsmittel, Emulgatoren, hautpflegende Substanzen, Lösemittel oder Tenside. Die Konservierungsmittel müssen aufgrund des hohen Wasseranteils zur Stabilisierung eingesetzt werden, damit sich keine Keime in den Feuchttüchern vermehren. Dazu werden wenig bedenkliche Stoffe wie Natriumsorbat, Natriumbenzoat, durchschnittlich bewertete Stoffe wie Benzoesäure, Dehydroessigsäure, Phenoxyethanol und vereinzelt bedenkliche Stoffe wie Parabene verwendet. Problematisch ist die Vielzahl an chemischen Stoffen vor allem deshalb, da diese nach der Reinigung mit einem Feuchttuch auf der Haut verbleiben.

„Sensitiv“ heißt nicht duftstoff-frei

Duftstoffe haben für Reinigungsprodukte im sensiblen Anal- und Intimbereich eigentlich nichts verloren. Und ob solche in den Produkten vorhanden sind, sagt etwa die Kennzeichnung „Sensitiv“ noch gar nichts aus.  Will man darauf verzichten, achtet man besser auf Begriffe wie „Ohne Duftstoffe“ oder „Parfumfrei“. Weiters hilft der genaue Blick auf die Inhaltsstoffliste, da Duftstoffe als „Parfum“ oder als kennzeichnungspflichtige Duftstoffe erwähnt werden müssen.

Es kann auch die Auslobung durch das Siegel des DAAB (deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.) Klarheit bringen. Vier der fünf neutral bewerteten Produkte haben das Logo auf dem Etikett enthalten, das fünfte kommt mit einer Empfehlung der DHA (Deutsch Haut- und Allergiehilfe e.V.).

Weiter Transport und Probleme bei der Entsorgung

Feuchttücher werden teilweise weit transportiert. Zum großen Teil werden sie im EU-Raum hergestellt, einzelne Produkte kommen aber auch aus Israel oder USA. Der Wasseranteil ist sehr hoch, es wird also unnötig viel Wasser und Papier viele Kilometer vom Herstellungsort zum Verkaufsort transportiert.

Ein großer negativer Faktor ist auch die Entsorgung. Viele Feuchttücher machen Probleme in der Kläranlage, wo sie z.B die Pumpen verstopfen. DIE UMWELTBERATUNG empfiehlt deshalb die Entsorgung im Restmüll, unnötiger Abfall entsteht in jedem Fall.

Verzicht und Alternativen

DIE UMWELTBERATUNG empfiehlt den Verzicht auf Feuchttücher! Damit vermeiden Sie unnötigen Eintrag von Chemikalien ins Abwasser und auf die Haut und verringern den Müll. Trockenes Toilettenpapier ist und bleibt das beste Mittel nach dem Klo-Gang.

Sollte es notwendig sein, bietet sich ein Waschlappen an, der mit Wasser angefeuchtet wird. Diese sollten aber immer frisch gewaschen sein. Denn in gebrauchten feuchten Waschlappen können sich Bakterien vermehren.

Weitere Informationen

Den genauen Testbericht zu den einzelnen Produkten finden Sie auf der Website der AK OÖ.

Wir beraten Sie gerne persönlich!

DIE UMWELTBERATUNG
+43 1 803 32 32
service@umweltberatung.at

Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden. Mehr Informationen