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Schimmel im Keller - Dauerlüften ist kontraproduktiv

Der Schimmel macht auch im Sommer keinen Urlaub. Bei hoher Luftfeuchtigkeit ist Dauerlüften im Keller keine Lösung, die Fenster sollten dann besser zu bleiben. DIE UMWELTBERATUNG gibt Tipps zur Schimmelvorbeugung.

Geschlossenes Kellerfenster

In unseren Köpfen ist fix verankert, dass Mauerschimmel im Winter wächst und lüften dagegen hilft. Umso überraschender ist es, wenn während der heißen Sommermonate in kühlen Keller-  und Souterrainräumen oder sogar in gut gedämmten Gebäuden plötzlich Schimmelbefall auftritt und sich durch Dauerlüftung noch verstärkt. Dass durchgehendes Lüften die Feuchte in Kellerräumen reduziert, ist ein Irrglaube. Schimmelpilze benötigen zum Wachstum in erster Linie Feuchtigkeit. Dauerlüften des Kellers im Sommer ist kontraproduktiv, weil die feuchte, warme Außenluft an den kühlen Wänden oder Möbeln kondensiert und damit ideale Bedingungen für Schimmelpilz schafft.

Feuchte Kellerräume im Sommer nicht lüften

An schwülwarmen Tagen und in Tropennächten gilt: nicht lüften! Am besten wird in der Übergangszeit gelüftet, wenn die absolute Luftfeuchte der Außenluft deutlich unter der absoluten Innenluftfeuchte liegt. Das ist meist nachts oder in den frühen Morgenstunden der Fall. Den richtigen Zeitraum zum Lüften einzuschätzen ist schwierig, denn er ist von der absoluten Luftfeuchtigkeit abhängig. Die absolute Luftfeuchte kann nur mit speziellen Geräten und Sensoren bestimmt werden. Herkömmliche Hygrometer messen die relative Luftfeuchtigkeit, die zu wenig aussagekräftig für den richtigen Zeitpunkt zum Lüften ist. Die sicherste Lösung ist eine technische: Nach Behebung der Feuchteursache kann ein Lüftungssystem installiert werden, das über die absolute Luftfeuchtigkeit gesteuert wird. Auch ein Luftentfeuchter, im Idealfall mit Kanalanschluss, beugt Schimmel vor.

Zur Erklärung der Begriffe: Die absolute Luftfeuchtigkeit ist die Masse des Wasserdampfs in einem bestimmten Luftvolumen und wird in g/m³ angegeben. Verändert sich dieses Volumen durch Temperatur- oder Druckveränderung, ändert sich auch die absolute Menge an Wasserdampf.

Die relative Luftfeuchtigkeit wird in Prozent (%) angegeben und gibt Auskunft über den Grad der Wasserdampf-Sättigung der Luft.

So entsteht Sommerkondensation

Die absolute Luftfeuchtigkeit ist im Sommer meist hoch. Bei offenen Fenstern tritt diese feuchtwarme Luft in die kühlen Räume ein. Die kühle Luft kann jedoch weniger Luftfeuchtigkeit aufnehmen als warme Luft, es kommt zur sogenannten Sommerkondensation: Wassertröpfchen bilden sich an den Wänden, Möbeln und gelagerten Gegenständen —  gerade richtig für das Schimmelwachstum. Es genügt eine relative Luftfeuchtigkeit von 70 - 80 Prozent an der Materialoberfläche, damit sich Schimmel bilden kann.

Neubau und Sanierung

Selbst bei gut wärmegedämmten Gebäuden kann im Sommer Schimmelbefall auftreten. Davon sind Wohnungen und Wohnungsteile betroffen, die sich an einem Gewässer, im Wald, in der Au oder in feuchten Tallagen befinden, nach Norden orientiert sind und im Erdgeschoß liegen. Diese ungünstige Kombination aus geringer Sonneneinstrahlung und hoher absoluter Luftfeuchtigkeit begünstigen an feuchtwarmen Sommertagen den Schimmelbefall. Darum sollte auch hier das Dauerlüften vermieden werden.

Schimmel- und Feuchtesanierung

Vor einer Sanierung ist es wichtig, die Ursache festzustellen, um die passende Sanierungsmaßnahme zu wählen. Die Beurteilung und Umsetzung sollte von einem Fachbetrieb durchgeführt werden. Damit eine Sanierung korrekt umgesetzt wird, ist der Schimmel-Leitfaden des Ministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus zu beachten.

Weitere Informationen

Den „Leitfaden zur Vorbeugung, Erfassung und Sanierung von Schimmelbefall in Gebäuden“ gibt es als kostenlosen Download.

Wir beraten Sie gerne persönlich!

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