Verwendung in der Küche & Hausapotheke
Schlehenfrüchte sind roh meist sehr sauer und hinterlassen ein zusammenziehendes Gefühl im Mund. Nach dem ersten Frost werden sie milder und aromatischer. Sie eignen sich für Liköre, Schlehenwein, Kompotte oder Marmelade. Auch Saft und Digestif werden traditionell aus Schlehen hergestellt.
Inhaltsstoffe des Schlehdorns
- Vitamin C – unterstützt das Immunsystem
- Gerbstoffe – wirken zusammenziehend
- Anthocyane und Flavonoide – antioxidativ und entzündungshemmend
Aussehen des Schlehdorns
Der Schlehdorn (Prunus spinosa) wächst als dichter, stark verzweigter Strauch mit bis zu 4‑6 m Höhe. Gelegentlich wächst der Schlehdorn auch als kleiner Baum. Seine Zweige tragen Dornen und die Blätter sind klein, in der Jugend auch oft leicht behaart, später glänzend grün. Die Blüten sind weiß und blühen im Frühling (März/April) vor dem Laubaustrieb. Nach dem Sommer reifen die steinfrüchtigen Schlehen gegen Herbst, oft nach dem ersten Frost.
Lebensraum und Ökologie
Der Schlehdorn wächst an sonnigen bis halbschattigen Standorten wie Hecken, Böschungen und Waldrändern auf kalkhaltigen Böden. Seine dichten, dornenreichen Sträucher bieten Schutz und Nistplätze für Vögel – der Neuntöter nutzt sie sogar zum Aufspießen seiner Beute. Die frühen Blüten sind eine wichtige Nahrungsquelle für Schmetterlinge wie das Tagpfauenauge. Auch der seltene Rosenkäfer profitiert vom Schlehdorn, dessen Früchte im Winter vielen Tieren Nahrung bieten.
Vorkommen des Schlehdorns
In Wien und Umgebung ist der Schlehdorn relativ häufig. Er wächst in wilden Hecken, entlang von Straßenrändern, auf Brachflächen sowie am Rand von Feldern und Gärten.
Erntezeit des Schlehdorns
Der beste Erntezeitpunkt ist im Spätherbst, idealerweise nach dem ersten Frost. Denn Frost mildert den Geschmack, reduziert die Gerbstoffe und macht die Früchte genießbarer. Zur Weiterverarbeitung können auch gefrorene Schlehen verwendet werden.


