In Wien kommen aktuell 105 verschiedene Tagfalter-Arten vor. Sie sind Teil des Naturschatzes dieser Stadt und finden auf naturnahen Grünflächen günstige Lebensbedingungen vor.
Mit einfachen Maßnahmen können Sie die Vielfalt der Schmetterlinge auch im eigenen Garten, in Innenhöfen und am Balkon fördern. Worauf es ankommt, erfahren Sie in diesem Beitrag:
Nahrungsinseln für Schmetterlinge schaffen
Schmetterlinge benötigen nektarreiche Blüten als Nahrungsquelle. Besonders gut eignen sich dafür heimische Wildblumen und Wildsträucher sowie blühende Küchenkräuter wie Dill, Salbei, Thymian oder Melisse.
Wildpflanzen sind für Schmetterlinge besonders wertvoll, weil sie ungefüllte Blüten haben, die als Nahrungsquelle gut genützt werden können. Viele Pflanzenzüchtungen wie manche Rosenarten oder Dahlien haben gefüllte Blüten. Hier wurden die Blüten so verändert, dass sie dekorativ sind, aber kaum Nahrung für Insekten bereitstellen.
Beliebte Blütenfarben sind Rot, Orange, Gelb, Violett und Pink. Nachtfalter werden besonders von weißen Blüten angelockt.
Mit ihren empfindlichen Sinnesorganen können Schmetterlinge Nektarpflanzen riechen und sie fliegen lange Strecken, um zu ihnen zu gelangen. Es lohnt sich also, ihnen Futterpflanzen anzubieten!
Eine Liste mit beliebten Futterpflanzen für Schmetterlinge finden Sie im Infoblatt "Wege zum Schmetterlingsparadies".
Raupen lieben Unkraut
Neben einem reichen Nektarangebot brauchen Schmetterlinge auch Futterpflanzen für ihre Raupen. Raupen können je nach Schmetterlingsart entweder verschiedene oder nur ganz bestimmte Pflanzenarten als Nahrungsquelle nutzen. Wenn diese Pflanzen nicht vorhanden sind, kann sich die entsprechende Schmetterlingsart nicht vermehren!
So genannte "Unkräuter" sind die Lieblingspflanzen zahlreicher Schmetterlinge. Die Brennnessel etwa ist eine beliebte Raupenpflanze für das Tagpfauenauge, den Distelfalter, den Admiral oder das Landkärtchen. Aber auch Disteln, verschiedene Klee-Arten, Natternkopf, Ampfer und Brombeeren sind beliebte Raupenfutterpflanzen.
Ein Naturgarten für Schmetterlinge
Ein Naturgarten, in dem auch Unkräuter ihren Platz haben, eignet sich bestens als Schmetterlingsgarten. Ein Eck mit Wildpflanzen oder so genannten Unkräutern, eine Blumenwiese oder ein Blumenrasen locken Schmetterlinge in Ihren Garten und helfen ihnen zu überleben. Gebüsch, Holz- und Reisighaufen schützen die Tiere vor Wind und Wetter und bieten einen sicheren Ort für die Verpuppung.
Auch auf dem Balkon können Schmetterlinge unterstützt werden. Wildpflanzen, kleine Wildgehölze und Kletterpflanzen wachsen auch in Balkonkästen, Kübeln oder Pflanzgefäßen auf der Terrasse.
Ökologische Pflege
Pestizide dezimieren nicht nur Schadinsekten, sondern auch nützliche Insekten. Viele der ausgebrachten Gifte können Schmetterlingsraupen töten. Herbizide vernichten zudem die Nahrungspflanzen vieler Schmetterlinge. Schmetterlingsfreundliche Grünflächen sollten daher unbeding ökologisch und giftfrei gepflegt werden!
Gießtipp: Gießen Sie Ihre Pflanzen, wenn sie Wasser brauchen, bevorzugt bodennah mit dem Gartenschlauch oder durch Tröpfenbewässerung. Sprinkleranlagen waschen den für Schmetterlinge so wichtigen Nektar aus den Blüten!
Tipps fürs Mähen
Eine Schmetterlingswiese sollte höchstens zwei Mal und ein Blumenrasen vier bis sechs Mal pro Jahr gemäht werden. Mähen Sie nach Möglichkeit nicht die gesamte Fläche auf einmal, damit es immer eine Rückzugsfläche für die Tiere gibt.
Wichtig ist auch, die Wiese oder den Rasen nicht zu tief zu mähen. Bei einer Mahdhöhe von 10 - 15 cm werden Pflanzenrosetten geschont und es kann sich eine blütenreiche Fläche entwickeln.
Lassen Sie einen kleinen Teil der Wiese oder ein Eck mit Wildpflanzen und Gräsern das ganze Jahr hindurch ungemäht stehen, damit sich Schmetterlingsraupen verpuppen und überwintern können. Auch ein Staudenbeet ist ein hervorragendes Überwinterungsversteck.





