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Kriterien für das Gütezeichen „biologisch gärtnern“ - Pflanzenschutz

Das Gütezeichen „biologisch gärtnern“ heißt, mit der Natur und nicht gegen sie zu arbeiten. Daher werden Schädlinge, Krankheiten und Unkräuter durch ganzheitliche Maßnahmen bekämpft.

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Pflanzenschutzmittel

Zu diesen Maßnahmen zählen die Auswahl von geeigneten Arten und Sorten, die mechanische Unkrautbekämpfung und auch eine gewisse Toleranz gegenüber leichten Schädigungen an den Pflanzen. Herbizide wie z.B. Glyphosat oder Pelargonsäure werden beim biologischen Gärtnern nicht eingesetzt.

Für biologische Gärtner*innen ist nur eine eingeschränkte Auswahl an Mitteln gegen Schädlinge und Pflanzenkrankheiten erlaubt. Diese Auswahl orientiert sich an den erlaubten Mitteln in der biologischen Landwirtschaft, so wie sie im Anhang II der VO (EU) 889/2008 angeführt sind. Entsprechend den Prinzipien des Bio-Landbaus dürfen die erlaubten Wirkstoffe nicht als Herbizide eingesetzt werden.

Stand: Jänner 2020

Liste der erlaubten Wirkstoffe

Aluminiumsilicat (Kaolin)

Azadirachtin aus Azadirachta indica (Neembaum)

Bienenwachs: Einsatz beim Baumschnitt/als Wundverschlussmittel

Calciumhydroxid: Einsatz als Fungizid nur bei Obstbäumen, einschließlich in Obstbaumschulen, zur Bekämpfung des Obstbaumkrebs

Cerevisan

COS-OGA

Diammoniumphosphat: nur als Lockstoff in Fallen

Eisen-III-Phosphat (Eisen-III-Orthophosphat):  Präparate, die zwischen die Kulturpflanzen flächig ausgestreut werden

Fettsäuren: Alle Verwendungen zugelassen, außer als Herbizid

Hydrolysiertes Eiweiß ausgenommen Gelatine

Kalium- und Natriumhydrogencarbonat (auch bekannt als Kalium/Natriumbicarbonat)

Kieselgur (Diatomeenerde)

Knoblauchextrakt (Allium sativum)

Kupfer in Form von Kupferhydroxid, Kupferoxichlorid, (dreibasischem) Kupfersulfat, Kupferoxid, Kupferkalkbrühe (Bordeauxbrühe)

Laminarin:  Der Tang wird entweder biologisch angebaut oder nachhaltig geerntet.

Maltodextrin

Natriumchlorid

Paraffinöl

Pflanzenöle: Alle Verwendungen zugelassen außer als Herbizid

Pheromone: Einsatz nur in Fallen und Spendern

Pyrethrine: Nur pflanzlichen Ursprungs

Quarzsand

Quassia aus Quassia amara: Einsatz nur als Insektizid, Repellent

Repellents (Geruch) tierischen oder pflanzlichen Ursprungs / Schafsfett: Nur auf nicht essbare Teile der Pflanze anzuwenden

Schwefel

Schwefelkalk (Calciumpolysulfid)

Spinosad 

Terpene (Eugenol, Geraniol und Thymol)

Wasserstoffperoxid

Weidenrindenextrakt (Salix spp Cortex)

biologisch gärtnern

Substanzen, die nur in Fallen und/oder Spendern verwendet werden dürfen:

Die Fallen und/oder Spender müssen ein Eindringen der Substanzen in die Umwelt und deren Kontakt mit den angebauten Kulturen verhindern.

Die Fallen müssen nach der Verwendung eingesammelt und den Vorschriften entsprechend sicher entsorgt werden. Monitoring-Fallen (Pheromon- und Leimfallen) dürfen eingesetzt werden.

Mikroorganismen

Mikroorganismen (Bakterien, Viren und Pilze) kommen im biologischen Pflanzenschutz ebenfalls zum Einsatz. Es gibt vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Mikroorganismen können als Insektizid eingesetzt werden, wie z.B. Granuloseviren gegen Apfelwicklerlarven, aber auch zur Bekämpfung von Lagerfäulen oder zur Saatgutbehandlung bei Pilzkrankheiten.

Nützlinge

Der Nützlingseinsatz ist eine besondere Form des Pflanzenschutzes. Hier nutzt man natürliche Bekämpfungsstrategien aus der Natur, um bestimmte Schädlinge in Schach zu halten oder gänzlich zu eliminieren. Nützlinge können käuflich erworben werden oder durch bestimmte Maßnahmen (zu denen auch das Weglassen von chemischen Pflanzenschutzmitteln zählt) gefördert werden.

Pflanzenstärkungsmittel

Neben anderen vorbeugenden Maßnahmen wie Standort- und Sortenwahl, richtiger Bodenbearbeitung und Düngung zählt der Einsatz von Pflanzenstärkungsmitteln zu einem wichtigen Element der ökologischen Pflege im Garten. Im Handel stehen verschiedene fertige Präparate zur Verfügung. Aber auch selbst hergestellte Pflanzenstärkungsmittel (wie z.B. Brennnesseltee) fördern die Gesundheit und Widerstandsfähigkeit der Pflanzen.

Grundstoffe

Erlaubt ist auch der Einsatz von sogenannten Grundstoffen, die für Pflanzenschutzzwecke eingesetzt werden können, aber nicht als Pflanzenschutzmittel vermarktet werden. Zu diesen Grundstoffen zählen u.a. Ackerschachtelhalm, Essig, Bier, Molke, Senfsaatpulver. Meist müssen diese Stoffe vor der Anwendung nach genauen Angaben weiter verarbeitet werden.

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