Kriterien für das Gütezeichen „biologisch gärtnern“ - Pflanzenschutz

Das Gütezeichen „biologisch gärtnern“ heißt, mit der Natur und nicht gegen sie zu arbeiten. Daher werden Schädlinge, Krankheiten und Unkräuter durch ganzheitliche Maßnahmen bekämpft.

Pflanzenschutzmittel

Zu diesen Maßnahmen zählen die Auswahl von geeigneten Arten und Sorten, die mechanische Unkrautbekämpfung und auch eine gewisse Toleranz gegenüber leichten Schädigungen an den Pflanzen. 

Für biologische Gärtner*innen ist nur eine eingeschränkte Auswahl an Mitteln gegen Schädlinge und Pflanzenkrankheiten erlaubt. Diese Auswahl orientiert sich an den erlaubten Mitteln in der biologischen Landwirtschaft, so wie sie im Anhang I der Durchführungsverordnung (EU) 2021/1165 zur Verordnung (EU) 2018/848 angeführt sind. Entsprechend den Prinzipien des Bio-Landbaus dürfen die erlaubten Wirkstoffe nicht als Herbizide eingesetzt werden.

Stand: Dezember 2021

Liste der erlaubten Wirkstoffe

Aluminiumsilicat (Kaolin)

Azadirachtin  (Margosaextrakt) aus Samen des Neembaums gewonnen (Azadirachta indica)

Cerevisan und andere Erzeugnisse, die auf Zellfragmenten von Mikroorganismen basieren (kein GVO-Ursprung)

Citronellöl

COS-OGA

Eisen-III-Phosphat (Eisen-III-Orthophosphat)

Fettsäuren

Geruchswirksame Repellents tierischen oder pflanzlichen Ursprungs / Schaffett

Grüne-Minze-Öl

Kaliumhydrogencarbonat (auch bekannt als Kaliumbicarbonat)

Kieselgur (Diatomeenerde)

Knoblauchextrakt (Allium sativum)

Kupfer in Form von Kupferhydroxid, Kupferoxichlorid, (dreibasischem) Kupfersulfat, Kupferoxid, Kupferkalkbrühe (Bordeauxbrühe)

Laminarin:  Der Tang wird entweder biologisch angebaut oder nachhaltig gesammelt.

Maltodextrin

Natriumchlorid

Nelkenöl

Orangenöl

Paraffinöle

Pheromone und andere Semiochemikalien: Einsatz nur in Fallen und Spendern

Pyrethrine: Gewonnen aus Pflanzen

Quarzsand

Rapsöl

Schwefel

Schwefelkalk (Calciumpolysulfid)

Spinosad 

Teebaumöl

Terpene (Eugenol, Geraniol und Thymol)

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Substanzen, die nur in Fallen und/oder Spendern verwendet werden dürfen:

Die Fallen und/oder Spender müssen ein Eindringen der Substanzen in die Umwelt und deren Kontakt mit den angebauten Kulturen verhindern.

Die Fallen müssen nach der Verwendung eingesammelt und den Vorschriften entsprechend sicher entsorgt werden. Monitoring-Fallen (Pheromon- und Leimfallen) dürfen eingesetzt werden.

Mikroorganismen

Mikroorganismen (Bakterien, Viren und Pilze) kommen im biologischen Pflanzenschutz ebenfalls zum Einsatz. Es gibt vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Mikroorganismen können als Insektizid eingesetzt werden, wie z.B. Granuloseviren gegen Apfelwicklerlarven, aber auch zur Bekämpfung von Lagerfäulen oder zur Saatgutbehandlung bei Pilzkrankheiten.

Nützlinge

Der Nützlingseinsatz ist eine besondere Form des Pflanzenschutzes. Hier nutzt man natürliche Bekämpfungsstrategien aus der Natur, um bestimmte Schädlinge in Schach zu halten oder gänzlich zu eliminieren. Nützlinge können käuflich erworben werden oder durch bestimmte Maßnahmen (zu denen auch das Weglassen von chemischen Pflanzenschutzmitteln zählt) gefördert werden.

Grundstoffe

Erlaubt ist auch der Einsatz von sogenannten Grundstoffen, die für Pflanzenschutzzwecke eingesetzt werden dürfen, aber nicht als Pflanzenschutzmittel vermarktet werden. Zu diesen Grundstoffen zählen Ackerschachtelhalm, Bier, Brennnesselextrakt, Calciumhydroxid, Chitosanhydroxid, Diammoniumphospat (nur in Fallen), Essig, Fructose, Kuhmilch, Lecithin, Molke, Natriumchlorid, Natriumhydrogencarbonat, Saccharose, Senfsaatpulver, Sonnenblumenöl, Wasserstoffperoxid, Weidenrinde, Zwiebelöl, Zwiebelextrakt.

Pflanzenstärkungsmittel

Neben anderen vorbeugenden Maßnahmen wie Standort- und Sortenwahl, richtiger Bodenbearbeitung und Düngung zählt der Einsatz von Pflanzenstärkungsmitteln zu einem wichtigen Element der ökologischen Pflege im Garten. Im Handel stehen verschiedene fertige Präparate zur Verfügung. Aber auch selbst hergestellte Pflanzenstärkungsmittel (wie z.B. Brennnesseltee) fördern die Gesundheit und Widerstandsfähigkeit der Pflanzen.

Bewertung und Listung

Hersteller*innen und Händler*innen können ihre Produkte bei EASY-CERT services Betriebsmittelbewertung für die Bewertung und Listung anmelden. Informationen zur Zertifizierung erhalten Sie bei EASY-CERT services Betriebsmittelbewertung Tel.: +43 (0) 2262 / 672214-35

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