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Wohnungsbau für Wildbienen - ganz natürlich!

Medieninformation: DIE UMWELTBERATUNG empfiehlt Füllmaterialien für Bienennisthilfen aus dem eigenen Garten. 4. Oktober 2019

Stauden im  Herbst

Der Herbst ist die beste Zeit, um Naturmaterialien zur Befüllung von Nisthilfen und Nützlingsunterkünften zu sammeln. Gerade bei den letzten Gartenarbeiten finden sich Pflanzenreste wie Äste, Stängel oder Halme, die auch in der Natur von Wildbienen besiedelt werden. DIE UMWELTBERATUNG gibt Tipps, wie Wildbienen und Nützlinge naturnah gefördert werden.

Im Herbst stehen einige Gartenarbeiten an. Das Laub will zusammengerecht werden. Gehölze, Sträucher und Stauden werden vereinzelt zurückgeschnitten, der Großteil sollte jedoch als Winterquartier und Rückzugsort für Nützlinge einfach stehenbleiben. Es bleibt aber noch genügend Pflanzenmaterial, um Nisthilfen für Wildbienen damit zu befüllen. Speziell hohle Pflanzenstängel können jetzt gesammelt werden. „Um den unterschiedlichen Ansprüchen der einzelnen Wildbienenarten gerecht zu werden, sollte man beim Sammeln darauf achten, dass die hohlen Stängel und Halme einen Innendurchmesser von 2-9 mm haben“, erklärt DI Björn Schoas, Gartenexperte von DIE UMWELTBERATUNG. Hohle Pflanzenstängel mit einem Innendurchmesser von mehr als 10 mm werden nicht besiedelt.

Hohlraumbewohnende Wildbienen siedeln gerne in Stängeln von Bambus, Schilfrohr, der Wilden Karde oder Gewürzfenchel. Sauber zugeschnitten und gebündelt, können die Stängel in Nützlingsunterkünften gestapelt oder in leeren Dosen aufgehängt werden. Einige Wildbienenarten nisten in verholzten, markhaltigen Blumenstängeln oder Ranken von Brombeeren und Himbeeren. Notwendig ist eine Bruchstelle, durch die die Bienen zum Pflanzenmark gelangen können. Also Brombeeren und Himbeeren genauso wie abgestorbene Königskerzen, Kletten, Beifuß und Disteln im Herbst einfach im Garten stehen lassen und im zeitigen Frühling unter dem verblühten Blütenstand kappen, damit die Bienen Zugang zum Pflanzenmark bekommen. Von Bienen besiedelte Stängel sollten dann mindestens ein Jahr lang an Ort und Stelle stehen bleiben, bis die Jungbienen die Pflanzen wieder verlassen.

Nisthilfen für Totholzbewohner

Unter den Wildbienen gibt es einige spezialisierte Arten, die ihre Nistgänge in Totholz nagen. Als Nistgelege werden vor allem Äste verschiedener Laubgehölze wie beispielsweise von Obstbäumen angenommen. Typische Totholzbewohner sind die Schwarzblaue Holzbiene oder die Garten-Blattschneiderbiene.
Haufen von Rindenstücken, Totholz und Strauchschnitt sind auch wichtige Überwinterungsquartiere für Amphibien wie Erdkröten und Teichmolche. Sie bieten zudem Unterschlupf für Käfer und Larven. Diese dienen dann wiederum als Nahrung für hungrige Vögel im Winter.

Im Herbst schon ans Frühjahr denken

Wer noch keine heimische Wildobsthecke hat, kann im Herbst eine pflanzen. Dort finden Wildbienen und andere Insekten im Frühjahr Nahrung. Die Wildobststräucher bieten Vögeln ein geschütztes Versteck und Platz für den Nestbau. Ideal sind Sträucher, die Früchte tragen und dadurch Nahrungsquelle für viele nützliche Gartenhelfer sind. Dazu gehören zum Beispiel Kornelkirsche, Liguster, Weißdorn und Wildrose.

Blumenzwiebeln kommen jetzt in die Erde. Frühblüher wie Krokus, Winterlinge oder Blausterne sind wunderschöne Farbtupfer im zeitigen Frühjahr und bieten den Wildbienen wichtigen Nektar und Pollen, wenn in der Natur noch wenig blüht!

Weitere Informationen

Wie man Bienen und andere Nützlinge im Garten fördern kann, zeigt das Infoblatt Bienen und andere Nützlinge fördern.

Beim Pflanzen einer Hecke aus heimischen Gehölzen unterstützt das Poster „Lebensraum Hecken“: www.umweltberatung.at/laubhecken-poster

Welche Pflanzen für Bienen als Nahrungsquelle wichtig sind, zeigt das Poster „Bunte Bienenweiden“: www.umweltberatung.at/bunte-bienenweiden

Bestellung der Poster um € 2,40 Versandkosten, der Download ist kostenlos.

Die „Heckenscheibe“ hilft bei Auswahl, Pflanzung, Kombination und Schnitt von Sträuchern. 26 Sträucher, die nicht nur Blickfang im Garten, sondern auch ein wichtiger Lebensraum und in Österreich heimisch sind, werden darin vorgestellt. Sie ist um 4,90 Euro plus 3 Euro Versandkosten erhältlich: www.umweltberatung.at/die-heckenscheibe

Beratung zum biologischen Gärtnern bietet DIE UMWELTBERATUNG an ihrer Hotline, Tel. 01 803 32 32. 

Sabine Seidl
Sabine Seidl

DIin Sabine Seidl
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