www.umweltberatung.at

Obst mit Flugmeilen

Bei Äpfeln schafft Österreich nahezu eine Selbstversorgung, doch die Konkurrenz im Regal kommt meist aus fernen Ländern. Bananen, Orangen, Beeren gibt es das ganze Jahr, auch Kirschen im Dezember sind keine Seltenheit. Vieles kommt im besten Fall aus Südeuropa, im schlechtesten Fall aus Südamerika oder Neuseeland per Flugzeug. 

Facebook
Exotische Früchte

Ob exotische Früchte wie Pitahayas (Drachenfrucht), Papayas, Mangos oder Beeren: Ein tropisches, sommerliches Angebot gibt es auch im Winter im Obstregal der Supermärkte, denn frische Vitamine liegen im Trend. Was den Gaumen begeistert, heizt jedoch unserem Klima gehörig an. 

Geht Fliegen auch in bio? 

Betrachtet man den Anbau, dann schneidet Obst in Bio-Qualität im Hinblick auf den Klimaschutz besser ab. Es wird im Bio-Landbau auch außerhalb Europas nicht mit chemisch-synthetischen Pestiziden oder mineralischen Düngemitteln gearbeitet. Bio bedeutet jedoch nicht, dass die Ware ohne Flugzeug nach Österreich gebracht werden muss. Das heißt, Lebensmittel können gleichzeitig Bio und Flugimportware sein, nur einzelne Bio-Hersteller haben keine Flugware im Sortiment. Wird das Bio-Obst eingeflogen, verschlechtert das die Klimabilanz 60 x schlechter als beim Transport von spanischem Obst oder  rund 170 x schlechter als bei heimischem Obst.

Frisch vom Schiff?

Bananen, Weintrauben oder Heidelbeeren reisen zwar quer über den Globus, überstehen jedoch eine wochenlange Reise am Schiff im speziellen Kühltransport. Die Qualität ist aber mit heimischem, frischem Obst nicht vergleichbar. Obwohl die Früchte meist per Schiff transportiert werden ist auch dieser Transport sehr energieaufwändig. Containerschiffe verbrauchen umweltschädliches Schweröl und blasen großen Mengen Schwefeloxide, Feinstaub, Stickstoff und Ruß in die Luft. So liegen die Grenzwerte für Schwefel selbst bei den neuen, umweltfreundlicheren Brennstoffe für Schiffe, 500-mal höher als beim Heizöl an Land. Das wiederum sorgt in Folge für eine Versäuerung der Böden und des Wassers.

Besser Erdbeeren aus dem Glashaus?

Heimische Erdbeeren sind sicher das kleinere Übel, weil lange Transportwege wegfallen. Doch auch Obst und Gemüse aus dem Glashaus zur Winterzeit ist für eine größere Produktion an CO2 verantwortlich. So verursachen im Gewächshaus zur Winterzeit gezogene österreichische Erdbeeren 30 x mehr CO2  als heimische Erdbeeren, die im Sommer am Feld reifen. 

Dieses Obst wird meist eingeflogen:

  • Ananas
  • Babybananen
  • Erdbeeren aus Übersee
  • essreif geerntete Mangos
  • essreife Avocados
  • essreife geerntete Papayas
  • Himbeeren aus Übersee
  • Karambole (Sternfrucht)
  • Kirschen aus Übersee
  • Physalis aus Übersee
  • Pitahaya
  • frische Gojibeeren

Tipps:

  • Exotische Früchte sollte es nur zu ganz besonderen Anlässen geben.
  • Genießen Sie Beeren im Sommer, die Saison beginnt im Mai mit Erdbeeren und endet im Oktober mit Himbeeren und Brombeeren.
  • Bevorzugen Sie heimisches Obst und Gemüse aus biologischem Anbau. Bei saisonalen Lebensmitteln aus der Region ist die CO2-Belastung deutlich geringer als bei Flugware.
  • Doch Achtung! Regionalität bedeutet nicht Saisonalität! Obst und Gemüse, das in Österreich im Winter im Glashaus gezogen wird, verursacht ebenfalls eine beträchtliche Menge an CO2!
  • Verzichten sie so oft und so gut wie möglich auf den Kauf von Flugwaren. Vergessen Sie nicht, dass stets die Nachfrage das Angebot bestimmt!

Pestzidrückstände mit im Gepäck?

Gut zu wissen: Im biologischen Anbau dürfen keine synthetisch-chemischen Spritzmittel eingesetzt werden. Daher ist die Pestizidbelastung hier wesentlich geringer als bei konventioneller Ware. Flugware ist allerdings nur selten in Bioqualität erhältlich, mit Pestizidrückständen muss man also rechnen. Bei Pestizidmonitorings fallen exotische Früchte oft durch Höchstmengenüberschreitungen auf.  

Vermeiden von Flugmeilen bei Obst:

  • 9 von 10 Papayas kommen mit dem Flugzeug zu uns. Entwarnung gibt es bei Bananen, diese werden – großteils - mit Schiffen transportiert.
  • Im Sommer und Herbst kann man auch exotische Früchte aus heimischem Anbau genießen. Physalis und Bio-Mini-Kiwis, Indianer-Bananen, Melonen und Feigen werden in kleinen Mengen auch in Österreich angebaut. Geben Sie den Früchten Zeit zum Reifen. Die meisten Exoten sind klimakterische Früchte, das heißt, sie reifen nach der Ernte weiter.
  • Auch Exoten wie Indianer-Bananen wachsen mittlerweile bei uns, sie erinnern im Geschmack mit ihrem cremigen Fruchtfleisch an Mangos, Bananen und Maracujas. 
  • Wer Glück hat, erwischt heiß begehrte, in Österreich gezogene Zitronen.
  • Intensives Aroma gibt es auch bei uns im Winter am Wegesrand zu naschen: Schlehdorn, Mispeln, Hagebutten oder Sanddorn können ganz klimaneutral beim Spazierengehen gepflückt werden. 

Setzen Sie in Ihrem Garten heimische Alternativen:

  • Heidelbeeren statt Acai-Beeren
  • Schwarze Johannisbeeren statt Goji-Beeren
  • Preiselbeeren statt Schisandra-Beeren
  • Hagebutten statt Camu-Camu
  • Brombeeren satt Aronia-Beeren
  • Zwetschken statt Mangostan-Früchten

Weitere Informationen

Mythos klimafreundliche Containerschiffe www.nabu.de
EU Rückstandmonitoring Obst und Gemüse
Pestidzidmonitoring AGES

Wir beraten Sie gerne persönlich!

DIE UMWELTBERATUNG
+43 1 803 32 32
service@umweltberatung.at

Wir verwenden Cookies, um Ihnen bestmögliche Serviceleistungen auf unserer Website zu ermöglichen.
Bei weiterer Nutzung unserer Website erklären Sie sich mit der Speicherung und weiteren Verwendung der Cookies einverstanden.

ohne Cookies fortfahren
Mehr Informationen