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Vogelfutter im AK-Test: Nur wenige Produkte überzeugen

Vogelfutter wird häufig mit guten Absichten gekauft. Ein Test der Arbeiterkammer Oberösterreich in Kooperation mit DIE UMWELTBERATUNG zeigt jedoch: Die Qualität der Produkte variiert stark – nur drei von zehn Futtermischungen sind empfehlenswert.

Vogelfuttermischung

Vogelfutter im AK-Test

Getestet wurden Streufutter-Mischungen für Wildvögel aus Supermärkten, dem Tierfachhandel und Baumärkten. Die Preise reichten von günstigen Angeboten aus dem Lebensmittelhandel bis zu deutlich teureren Spezialfuttermischungen.

Hoher Getreideanteil statt energiereicher Ölsaaten

Ein zentrales Qualitätskriterium bei Vogelfutter ist der Anteil an Ölsaaten wie Sonnenblumenkernen oder Hanfsamen. Als hochwertig gilt Vogelfutter mit einem sehr hohen Ölsaatenanteil, idealerweise rund 90 Prozent.

Im Test zeigten sich jedoch große Unterschiede: Nur drei Produkte wiesen eine empfehlenswerte Zusammensetzung mit hohem Ölsaatenanteil auf. Die Mehrheit der Futtermischungen enthielt dagegen viel Getreide. Besonders Weizenkörner werden häufig als günstiger Rohstoff eingesetzt. Diese werden von den Vögeln meist erst dann gefressen, wenn die energiereicheren Samen bereits verbraucht sind. Positiv fiel auf, dass drei Produkte zusätzliche Angaben zum Fett- oder Energiegehalt (kcal) machten und dafür Zusatzpunkte erhielten. Bei den übrigen Produkten fehlten diese Informationen oder waren nur unvollständig angegeben.

Rohstoffherkunft überwiegend nicht regional

Auch bei der Herkunft der Rohstoffe zeigten sich Unterschiede. Nur ein Produkt bestand ausschließlich aus österreichischen Rohstoffen. Die meisten Futtermischungen enthielten Zutaten aus Europa sowie aus Ländern außerhalb der EU. Häufige Ursache dafür sind enthaltene Erdnüsse, die meist aus Südamerika importiert werden.

Pestizidrückstände nachgewiesen

In mehreren Proben wurden Rückstände von Pflanzenschutzmitteln festgestellt. Die gemessenen Werte lagen knapp an den Grenzwerten für Lebensmittel. Alle nachgewiesenen Wirkstoffe gelten als umweltgefährlich. In einzelnen Proben wurden zudem geringe Mengen an Schwermetallen, unter anderem Cadmium, nachgewiesen. Diese lagen unter den geltenden Grenzwerten und wurden als unauffällig bewertet.

Keine Ambrosia-Belastung

Ein positives Ergebnis: Alle getesteten Produkte erfüllten die Vorgaben der EU-Richtlinie 2002/32/EG zu Ambrosia. Der Grenzwert von 50 mg/kg wurde bei keinem Produkt überschritten. Auch der Keimtest bestätigte, dass keine keimfähigen Samen der hochallergenen Ambrosia artemisiifolia enthalten waren.

Worauf beim Kauf von Vogelfutter achten?

Der Test zeigt klar: Wer Wildvögel sinnvoll unterstützen möchte, sollte vor allem auf die Zusammensetzung achten.

  • Ölsaaten bevorzugen: Mischungen mit einem hohen Anteil an Ölsaaten (zum Beispiel Sonnenblumenkerne, Hanfsamen) bevorzugen. Mischungen mit einem hohen Getreideanteil meiden. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe hilft bei der Entscheidung.
  • Giftstoffe meiden: Ob Futtermischungen mit Pflanzenschutzmitteln belastet sind, ist als Konsument*in im Supermarkt nicht beurteilbar. Vogelfutter in Bio-Qualität ist daher zu bevorzugen. Dieses wird ohne Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln hergestellt.
  • Regional kaufen: Vogelfutter aus der Region ist zu bevorzugen. Handelt es sich um ein regionales Produkt, wird dies häufig auf der Verpackung beworben. Vorsicht ist bei besonderen Inhaltstoffen wie zum Beispiel Erdnüssen gegeben. Diese werden zumeist aus Südamerika importiert.

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