www.umweltberatung.at

Warum Plastik vermeiden?

Plastikabfälle sind gefährlich für die Tierwelt und letztendlich auch für uns Menschen. Sie verschmutzen die Gewässer, und winzige Plastikteilchen wurden sogar in der Antarktis gefunden. Höchste Zeit, etwas zu unternehmen, findet auch die EU.

Als Mikroplastik werden Plastikteilchen bezeichnet, die kleiner als 5 Millimeter sind. Woher stammen diese kleinen Plastikteilchen in unserer Umwelt?

  • Primäres Mikroplastik wird absichtlich in dieser kleinen Größe produziert, z.B. als Strahlmittel oder Peelingkörnchen in Kosmetikprodukten wie Zahnpasta und Peelings. Granulate für die Industrie und für die Weiterverarbeitung zu Plastikprodukten zählen ebenfalls dazu.
  • Sekundäres Mikroplastik entsteht unbeabsichtigt durch Zersetzung von größeren Kunststoffabfällen. Witterung, UV-Strahlung und mechanische Beanspruchung zersetzen größere Kunststoffteile zu sekundärem Mikroplastik. Verpackungen aus Kunststoff und Getränkeflaschen gelangen durch Littering, also achtloses Wegwerfen oder Verlieren in die Umwelt und zersetzen sich. Beim Wäschewaschen lösen sich Kunststoff-Fasern von Textilien. Auch durch Reifenabrieb gelangt Mikroplastik in die Umwelt.

Warum Mikroplastik gefährlich ist

Scharfkantig und unverdaulich

Wenn Mikroplastik in Flüssen und Meeren treibt,  wird es von Würmern, Muscheln oder Fischen für Nahrung gehalten und gefressen. Plastik ist aber unverdaulich. Das Tier kann so keine Nahrung mehr zu sich nehmen. Es verhungert bei vollem Magen, denn Kunststoff enthält keine Nährstoffe. Übrigens: Mit Fischen und Muscheln landet das Plastik auch auf unseren Tellern.

Ebenfalls problematisch: während des Zersetzungsprozesses können scharfe Kanten entstehen.

Schadstoffe im und am Plastik

Bei der Herstellung und Verarbeitung von Kunststoffen werden gefährliche Stoffe zugesetzt, z.B. Weichmacher, Flammschutzmittel, Farbstoffe und UV-Stabilisatoren. Landet der Kunststoff in der Natur, dann können diese gefährlichen Stoffe in die Umwelt gelangen.

An der Oberfläche der Kunststoff-Partikel können sich Schadstoffe ablagern und anreichern. Besonders langlebige, nicht abbaubare organische Schadstoffe sowie Metalle haften sich an Kunststoffe. Sie gelangen durch Fische und Muscheln in das Verdauungssystem des Menschen und über die Schleimhäute in den Körper.

Woher stammt das Plastik in der Natur?

Der Zerfall von größeren Plastikteilen zu Mikroplastik ist noch unerforscht. Je kleiner die Partikel sind, desto schwieriger ist die Zuordnung, woher die Kunststoffteilchen stammen. Zu den wichtigsten Verbreitungswegen von Mikroplastik zählen in Österreich Kläranlagen, Abfalldeponien, Luft, Boden und Grundwasser. In Böden in Straßennähe werden häufig Partikel aus Reifenabrieb nachgewiesen.

Plastik: jahrhundertelang haltbar, leider auch im Meer!

 Plastikabfälle werden durch Wind und Wasser weit transportiert. Selbst in der Antarktis fand Greenpeace Anfang 2018 Mikroplastik in Meeresproben. Die lange Haltbarkeit und Wasserunlöslichkeit von Plastik sind klare Vorteile bei der Verwendung, aber in der Natur wird die Unverwüstlichkeit von Kunststoff zum Problem.

Plastikprodukte treiben wesentlich länger im Meer als andere Produkte, bevor sie zerfallen - hier ein paar Beispiele:

  • Shampooflasche oder PET-Getränkeflasche: etwa 400-450 Jahre
  • Sperrholz: bis 3 Jahre
  • T-Shirt aus Baumwolle: bis 5 Monate
  • Kerngehäuse eines Apfels: bis 2 Monate
  • Tageszeitung aus Papier: ca. 6 Wochen

Plastikverschmutzung an Stränden

Die meisten Kunststoffabfälle entstehen an Land, auch wenn oft von „Abfällen im Meer“ gesprochen wird. Wenn an Land weniger Plastik weggeworfen wird, reduziert sich aber auch die Mikroplastikmengen in Gewässern, Meeren und an den Stränden. An Küsten landen am häufigsten Einwegkunststoffe, d.h. Kunststoffartikel, die kurz genutzt werden und bald danach weggeworfen werden. Nur in seltenen Fällen werden sie recycelt. 

Die häufigsten Einwegartikel aus Kunststoff, die an Stränden angespült werden, sind Zigarettenstummel, Getränkeflaschen und ihre Verschlüsse, Wattestäbchen, Binden und Tampons, Plastiksackerl, Verpackungen von Chips und Süßigkeiten, Strohhalme und Rührstäbchen für Getränke, Luftballons und Ballonhalter, Lebensmittelbehälter, Becher und Becherdeckel sowie Besteck.

Haben Sie gewusst, dass ...

... die Produktion von Kunststoff weltweit zwischen 1950 und 2015 von 1,7 auf 322 Millionen Tonnen angestiegen ist?

Plastik weg und weiter geht’s?

Eine häufig angewendete Strategie zur Plastikreduktion ist es, Plastik-Wegwerfprodukte einfach zu ersetzen – durch Wegwerfprodukte aus Papier, Biokunststoff, Holz, Glas oder anderen Materialien. Unser Müllberg und Ressourcenverbrauch wird damit vielleicht plastikfreier, aber nicht kleiner. Der Einsatz von Wegwerfprodukten sollte soweit als möglich reduziert werden – egal aus welchem Material bestehen.

Die EU-Plastikstrategie

In Europa entstehen jedes Jahr 25 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle. Ziel der Plastikstrategie der EU ist es, Kunststoffabfälle zu reduzieren und das Recycling zu forcieren. Ab 2030 sollen alle Kunststoffverpackungen auf dem EU-Markt recyclingfähig sein. Außerdem soll der Verbrauch an Einwegkunststoffen auf dem EU-Markt reduziert und die Verwendung von Mikroplastik in Kosmetik, Farben oder Reinigungsmitteln beschränkt werden.

Weitere Informationen

Wir beraten Sie gerne persönlich!

DIE UMWELTBERATUNG

+43 1 803 32 32
service@umweltberatung.at
www.umweltberatung.at