Ökologische Grabpflege

Friedhöfe sind Orte der Erinnerung an verstorbene Menschen, aber auch wertvolle Biotope mit hohem ökologischem Wert. Wir haben für Sie Tipps zu Grabschmuck und Grabbepflanzung.

Grabstein

Eine vielfältige, dauerhafte Bepflanzung des Grabes mit kleinen Gehölzen, Stauden und Gräsern schafft Lebensräume und ökologische Nischen für Kleintiere oder Insekten. Zu Allerheiligen werden die Gräber meist zusätzlich geschmückt.

Herkömmlicher Grabschmuck: schlecht kompostierbar

Die pflanzlichen Teile werden nach der Verwendung kompostiert. Vorher müssen bei herkömmlichem Grabschmuck allerdings Plastik, Metall, Aluminium, Polystyrol oder Drahtgeflecht entfernt werden. Nur Bindematerial, das verrottet, und dünne Drähte, die nicht beschichtet oder verzinkt sind, können bei der Entsorgung mit geschreddert und kompostiert werden.

Selbst gemachte Kränze aus Naturmaterial

Aus natürlichen Materialien lassen sich wunderschöne Gestecke und Kränze selbst herstellen. Auf Strohkränze werden Tannen- oder Föhrenzweige, Stechpalmenzweige, spät blühende Blumen wie Astern, bunte Beeren, Zapfen und Gräser gesteckt oder gewickelt.

Kompostierbare Gestecke vorbestellen

Am besten ist es, bei den Florist*innen oder Gärtner*innen rechtzeitig nach Blumenarrangements und Kränzen, die kompostierbar sind, zu fragen.

Mit Bepflanzung Oasen für Schmetterlinge und Bienen schaffen

Friedhöfe sind häufig Rückzugsorte für seltene Tierarten. Von einer insektenfreundlichen Bepflanzung der Gräber mit heimischen, standortgerechten Bio-Pflanzen profitieren besonders Schmetterlinge und Bienen, die hier Nahrung finden. Wichtig ist dabei,  Pflanzen mit ungefüllten Blüten zu verwenden, da gefüllte Blüten Insekten keine Nahrung bieten. Mehrjährige Stauden haben außerdem den Vorteil, dass sie nur einmal gepflanzt werden müssen und wenig Pflege benötigen.

begrünter Friedhof

Geeignet für die Grabbepflanzung

Diese ein- und mehrjährigen Pflanzen sind Nahrungsquellen für Insekten:

  • Traubenhyazinthe, Krokus und Blaustern
  • Tulpen (ungefüllt)
  • Färberkamille
  • Ringelblume
  • Mohnblume
  • Margeriten
  • Kartäusernelke und Felsennelke
  • ungefüllte Rosen
  • Lavendel
  • Bergastern
  • Glockenblumen

Grabbeleuchtung: wieder befüllbar und langlebig

Zur Grabbeleuchtung empfiehlt DIE UMWELTBERATUNG langlebige Produkte, zum Beispiel wiederbefüllbare Kerzenbehälter aus Glas. Grablaternen schützen diese Kerzen vor Regen und Wind. Eine weitere Alternative zu Wegwerf-Grabkerzen sind langlebige Solar-Grablampen, die auch in der dunklen Jahreszeit genügend Energie speichern. Beim Kauf der Solar-Grablampen unbedingt darauf achten, dass der darin enthaltene Akku ausgetauscht werden kann. Nur dann ist es möglich, das Grablicht weiterzuverwenden, wenn der Akku schwach wird. Für batteriebetriebene LED-Grablichter sind wiederaufladbare Batterien die nachhaltigste Lösung. Kaufen Sie keine Kerzen mit Knopfbatterien!

Gräber naturnah pflegen

Verwenden Sie

  • torffreie Blumenerden und schützen Sie damit die Moore 
  • organische Dünger und Pflanzenstärkungsmittel
  • nur im Notfall biotaugliche Pflanzenschutzmittel und verzichten Sie auf chemisch-synthetische Pestizide und Herbizide

In der „biologisch gärtnern“-Produktdatenbank finden Sie alle mit dem Gütesiegel „biologisch gärtnern“ ausgezeichneten Blumenerden, Dünger, Hilfsstoffe und Repellents sowie auch Nützlinge, Fallen und Pflanzenschutzmittel.

Weitere Informationen

Spezielle Sets mit Wildblumen zur Grabgestaltung erhalten Sie bei Wilde Blumen

Fragen Sie im Blumengeschäft nach kompostierbaren Gestecken und Kränzen.

Bezugsquellen von Blumen aus biologischem Anbau

Informationen zur umweltgerechten Grabpflege finden Sie in der Zeitschrift "kraut und rüben"

Das Projekt CITY NATURE will das Bewusstsein für den Erhalt der Artenvielfalt stärken.

Wir beraten Sie gerne persönlich!

DIE UMWELTBERATUNG
+43 1 803 32 32
service@umweltberatung.at

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