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Küchenabfallzerkleinerer – ein zunehmendes Problem

Küchenabfallzerkleinerer sind in Haushalten in den USA häufig zu finden. In Österreich sind sie verboten, weil die zerkleinerten Abfälle zu massiven Problemen im Kanalsystem und in der Kläranlage führen.

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Küchenabfallzerkleinerer (KAZ) sind besonders in den USA weit verbreitet. Sie sind direkt unter der Abwasch eingebaut und zerkleinern Küchenabfälle und Speisereste, die anschließend über das Abwasser entsorgt werden. Neben dem Nachteil, dass ein KAZ zusätzlichen Strom braucht, bietet er den scheinbaren Vorteil einer relativ schnellen, einfachen und sauberen Entsorgung von Küchenabfällen. Zunehmend interessieren sich auch Menschen in Österreich für Küchenabfallzerkleinerer, deren Einbau allerdings verboten ist.

Essensreste und Speiseöl gehören nicht in den Abfluss

Über die Abwasch oder die Toilette eingebrachte Lebensmittelabfälle können zu Verklebungen und Verstopfungen in der Kanalisation führen und stellen auch ein zusätzliches Nahrungsangebot für Ratten dar. Diese Art der scheinbar billigen Müllentsorgung verursacht also Probleme in der Abwasserentsorgung und-reinigung, deren Behebung die Allgemeinheit über höhere Kanalbenützungsgebühren finanzieren muss. Abgesehen von diesen Problemen und den damit verbundenen Kosten verstößt der Einsatz von KAZ in Österreich gegen eine Reihe von wasser- und abfallwirtschaftlichen Vorschriften.

Wie entsorge ich biogene Küchenabfälle richtig:

  • ungewürzte und ungekochte Obst- und Gemüseabfälle, alte Brotreste, Tee- und Kaffeesud und Pflanzen mit geringen Mengen anhaftender Blumenerde im Wurzelbereich gehören in die Biotonne (in Wien zu finden bei den Altstoffsammelinseln oder auf den Mistplätzen)
  • Fleisch, Knochen, Eier, Milchprodukte, Speisereste, gewürztes und/oder gekochtes Obst und Gemüse gehören in Wien in den Restmüll.

→ Aus den gesammelten biogenen Abfällen kann entweder wertvoller Kompost hergestellt oder Biogas erzeugt werden.

Genaue Informationen zur Bioabfallsammlung in Ihrer Region bekommen Sie bei Ihrem kommunalen Abfallentsorger:
www.umweltberatung.at/informationen-zur-abfalltrennung

Richtige Entsorgung von Altspeiseölen und -fetten

  • Altspeiseöle und -fette können zuhause im ÖLI (Ölsammelbehälter) gesammelt werden. Diese Behältnisse, wie beispielsweise den orange-farbenen WÖLI (Wiener Ölsammelkübel) erhalten Sie kostenlos auf Problemstoffsammelstellen bzw. Mistplätzen. Dort können Sie ihn vollgefüllt auch wieder abgeben. Gesammelt werden gebrauchte Brat- und Frittierfette bzw. –öle, Öle aus eingelegten Speisen etc.

Das gehört nicht in den Öli: Mineral-, Motor- und Schmieröle gehören in die Problemstoffsammlung. Saucen, Dressings, Marinaden, Mayonnaisen etc. gehören in den Restmüll.

Die aufbereiteten Altspeiseöle und -fette können für die Produktion von Seifen, Kosmetika, Reinigungsmitteln und Biodiesel verwendet werden.

Wichtig: Altspeiseöle sollen nicht über den Ausguss oder das WC in die Kanalisation gelangen, da dies zu Ablagerungen im Kanalnetz führen kann!

Gesetzliche Grundlagen für das Verbot der Entsorgung über Küchenabfallzerkleinerer

Die Entsorgung von Küchen- und Speiseresten über die Kanalisation ist in Österreich aufgrund mehrerer Gesetze und Verordnungen rechtswidrig:

Sofern Biogene Abfälle nicht im unmittelbaren Bereich des Haushaltes verwertet werden, müssen sie für eine getrennte Sammlung bereitgestellt werden. (Verordnung über die getrennte Sammlung biogener Abfälle (BGBl. Nr. 68/1992) - §2). Nach dem Wasserrechtsgesetz (WRG) ist die Einleitung von Abfällen in die Kanalisation grundsätzlich verboten. Die Zerkleinerung von Küchenabfällen und die anschließende Entsorgung über das Abwasser stellt somit eine unzulässige Abfallentsorgung dar! Gemäß Abfallwirtschaftsgesetz (AWG) sind KAZ als Abfallbehandlungsanlage zu sehen und somit bewilligungspflichtig. Der unbewilligte Einsatz ist demnach unzulässig und kann mit Verwaltungsstrafen geahndet werden. Auch Landesgesetze wie das Wiener Kanalanlagen und Einmündungsgebührengesetz (§3) verbietet das Einleiten von Küchenabfällen in die Kanalisation.

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