Ein Joghurt mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum? In vielen Haushalten landet es automatisch im Mistkübel. Studien zeigen: Rund 10 % der Lebensmittelabfälle in Österreich gehen auf das Mindesthaltbarkeitsdatum zurück, oft weil es einfach falsch verstanden wird.(1)
Das Datum ist ein Richtwert. Fachgerecht gelagert bleiben Produkte durchaus länger genießbar, auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums (auch MHD genannt). Je länger ein Lebensmittel gelagert wird, desto stärker sind jedoch die Verluste an Vitaminen und Mineralstoffen.
Obwohl heute an fast jeder Ecke täglich Frisches eingekauft werden kann, wird die Forderung nach lang haltbaren Lebensmitteln immer größer. Mit Hilfe moderner Konservierungsmethoden und den verschiedensten Zusatzstoffen wird die Haltbarkeit verlängert. Vielen Lebensmitteln gehen bei der Verarbeitung die natürlichen Vitamine verloren, darum werden sie anschließend künstlich wieder zugesetzt.
Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) ist nicht gleich „zu verbrauchen bis“
Ein zentraler Irrtum: Das MHD wird häufig mit dem Verbrauchsdatum verwechselt.
Der Unterschied:
„Mindestens haltbar bis“ heißt: Das Produkt kann auch danach noch gut sein.
„Zu verbrauchen bis“ bedeutet: Dieses Datum sollte strikt eingehalten werden, weil es sich um leicht verderbliche Lebensmittel wie frischen Fisch oder Fleisch handelt.
Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) zeigt den Tag, bis zu dem die Hersteller*innen die optimale Qualität garantieren. Viele Lebensmittel sind weit über dieses Datum hinaus genießbar – besonders trockene Produkte wie Nudeln, Reis oder lang haltbare Konserven, sofern sie ungeöffnet und richtig gelagert wurden. Selbst Honig trägt ein Mindesthaltbarkeitsdatum, obwohl er praktisch unbegrenzt haltbar ist – dies ist gesetzlich vorgeschrieben.
Verbrauchsdatum
Neben dem MHD gibt es auch das Verbrauchsdatum für Lebensmittel, die mikrobiologisch sehr anfällig und leicht verderblich sind. Das Verbrauchsdatum erkennt man am Wortlaut „verbrauchen bis“. Nach Überschreiten des Verbrauchsdatums ist ein Verkaufen des Lebensmittels nicht mehr gestattet. Beispiele für Lebensmittel, die mit dem Verbrauchsdatum gekennzeichnet sind, sind verpacktes Faschiertes oder rohes Geflügelfleisch.
Einkaufstipp: Im Sommer sorgen Kühlakkus oder Kühltaschen im Einkaufskorb dafür, dass auch empfindliche Produkte wie Milch und Fisch sicher zu Hause ankommen und länger frisch bleiben.