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Der Eingriffelige Weißdorn – ein wertvolles Wildgehölz

KOSTbare Wildpflanzen in Wien: Der Eingriffelige Weißdorn gehört zur Familie der Rosengewächse und zählt zu den wertvollsten heimischen Gehölzen für Insekten und Vögel. Seine weißen Blüten bieten im Frühjahr zahlreichen Wildbienen und anderen Blütenbesuchern Nahrung, während die dunkelroten Früchte im Herbst von vielen Vogelarten gefressen werden. Auffällig sind seine dicht verzweigten, dornigen Äste, die dem Strauch nicht nur seinen Namen geben, sondern auch Vögeln Schutz und sichere Nistmöglichkeiten bieten.

Beifuß

Beifuß

Der eingriffelige Weißdorn ist ein wertvolles Wildgehölz

Verwendung des Weißdorns in der Küche und Hausapotheke

Der Eingriffelige Weißdorn (Crataegus monogyna) wird traditionell als Nahrungs- und Heilpflanze genutzt. Seine dunkelroten, apfelartigen Früchte sind essbar, schmecken allerdings mehlig und leicht herb. Sie können zu Mus, Kompott, Marmelade oder Wein verarbeitet werden. In der Naturheilkunde werden vor allem Blüten und Früchte verwendet. Weißdornpräparate sind traditionell zur Unterstützung des Herz-Kreislauf-Systems bekannt und enthalten verschiedene antioxidativ wirkende Pflanzenstoffe. Die Früchte wurden früher außerdem getrocknet und zu Mehl verarbeitet oder als Kaffeeersatz genutzt.

Inhaltsstoffe des Weißdorns

Der Weißdorn enthält wertvolle Inhaltsstoffe:

  • Flavonoide (z. B. Rutin und Quercetin) – besitzen antioxidative Eigenschaften und gehören zu den wichtigen Inhaltsstoffen der Pflanze
  • Proanthocyanidine – zählen zu den Polyphenolen und tragen zu den antioxidativen Eigenschaften des Weißdorns bei
  • Catechine – gehören ebenfalls zu den Polyphenolen und kommen in den verschiedenen Pflanzenteilen vor
  • Chlorogensäure – eine phenolische Verbindung mit antioxidativen Eigenschaften

Aussehen des Weißdorns

Der Eingriffelige Weißdorn kann als Großstrauch oder kleiner Baum etwa 3 bis 6 Meter hoch werden. Er bildet eine dicht verzweigte, breit ausladende Krone und besitzt kräftige Dornen. Die Blätter sind gestielt, grün und tief gelappt. Im Herbst verfärben sie sich gelblich bis braun, bevor der Weißdorn sein Laub abwirft.

Im Frühjahr erscheinen zahlreiche kleine, schalenförmige weiße Blüten. Sie stehen in dichten Doldenrispen und besitzen rote Staubblätter. Der intensive Blütenduft kann aufgrund enthaltener Amine, darunter Trimethylamin, für manche Menschen unangenehm oder fischig wirken.

Im Herbst reifen die dunkelroten, etwa 8 bis 10 Millimeter großen Früchte. Sie erinnern an kleine Äpfel und enthalten beim Eingriffeligen Weißdorn meist nur einen Steinkern.

Räuchern mit Beifuß

Beifuß gilt als eines der ältesten Räucherkräuter Europas. Schon in der Steinzeit wurde er für Schutz- und Reinigungsräucherungen genutzt. Laut dem Ethnobotaniker Wolf-Dieter Storl war Beifuß das klassische Räucherkraut der Germanen und Kelten. Es wurde verwendet, um böse Geister zu vertreiben, Räume zu reinigen, Mut und innere Stärke zu schenken sowie bei Übergangsritualen, Jahreskreisfesten oder vor großen Reisen zu räuchern. Sein würzig-herber Duft wirkt klärend, schützend, energetisierend und fördert laut Storl Visionen, Traumkraft und spirituelle Wahrnehmung.

Weißdorn in der Küche

Die Früchte des Eingriffeligen Weißdorns sind essbar, werden wegen ihres mehlig-fleischigen und wenig aromatischen Geschmacks jedoch selten roh gegessen. Traditionell wurden sie zu Mus, Kompott, Marmelade oder Wein verarbeitet. Getrocknete Früchte konnten außerdem gemahlen und zu Mehl verarbeitet werden. Aus den getrockneten und gemahlenen Samen stellte man früher einen Kaffeeersatz her.

Beim Sammeln sollten die Früchte sicher bestimmt und nur von unbelasteten Standorten geerntet werden. Die harten Steinkerne sollten nicht zerbissen werden.

Weißdorn in der Volksmedizin

Der Weißdorn gehört zu den traditionellen Heilpflanzen der europäischen Volksmedizin. Verwendet werden vor allem die getrockneten Blüten und Früchte, die als Crataegi flos und Crataegi fructus bezeichnet werden.

In der Pflanzenheilkunde werden Weißdornzubereitungen traditionell zur Unterstützung der Herz-Kreislauf-Funktion eingesetzt. Die enthaltenen Flavonoide, Proanthocyanidine und weitere Polyphenole werden dabei mit den Wirkungen der Pflanze in Verbindung gebracht. Weißdorn ist als Tee, Tinktur oder Extrakt erhältlich.

Lebensraum und Ökologie

Der Eingriffelige Weißdorn ist ein heimisches und ökologisch besonders wertvolles Gehölz. Er wächst bevorzugt an sonnigen bis halbschattigen Standorten und kommt mit trockenen bis frischen Bedingungen gut zurecht. Besonders geeignet sind nährstoffreiche, basen- und kalkhaltige Böden.

Seine weißen Blüten bieten zahlreichen Insekten Nektar und Pollen. NaturaDB nennt 41 Wildbienenarten, die den Weißdorn als Pollen- oder Nektarquelle nutzen. Auch 23 Schwebfliegenarten und verschiedene Käfer besuchen beziehungsweise nutzen die Pflanze.

Erntezeit des Weißdorns

Die dunkelroten Früchte des Eingriffeligen Weißdorns reifen im Herbst und können anschließend gesammelt und verarbeitet werden. Sie eignen sich beispielsweise für Mus, Kompott oder Marmelade. Für die traditionelle Pflanzenheilkunde werden außerdem die weißen Blüten während der Blütezeit im Frühjahr gesammelt und schonend getrocknet.

Weitere Informationen

Wildpflanzen enthalten kostbare Nährstoffe und bereichern die Biodiversität der Stadt Wien. DIE UMWELTBERATUNG stellt bei dem Themenschwerpunkt KOSTBARE Stadtnatur eine Vielzahl an Wildpflanzen und Wildkräutern vor. Achten Sie beim Pflücken von Wildpflanzen immer auf das richtige Sammeln, damit sich die Pflanzen schnell wieder regenerieren und weiterwachsen können.

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