Quellen von Mikroplastik

Wie die Plastikpartikel in die Natur gelangen.

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Mikroplastik ist inzwischen auf der ganzen Welt in der Umwelt nachweisbar. Es gibt Schätzungen, wonach es in den Weltmeeren bereits mehr Mikroplastik als Plankton gibt. In der Wüste, in der Arktis, am Mount Everest, in unseren Ackerböden und in der Luft – überall wurden bereits beachtliche Mengen an Mikroplastik gefunden. Auch in unseren Lebensmitteln wie Fischen, Meeresfrüchten, Salz und Honig wurden Plastikpartikel gefunden. Was sind die häufigsten Quellen für diese Verschmutzung? Woher kommen die Kunststoffteilchen?

Eine Studie von Fraunhofer UMSICHT hat den Wissensstand zur Mikroplastikquellen zusammengefasst. Die Autor*innen betonen auch, dass für eine bessere Einschätzung noch viel mehr Forschung notwendig ist.

Reifenabrieb, Abrieb von Asphalt und Fahrbahnmarkierungen

Der Abrieb von Autoreifen gilt als eine der größten Quellen für Mikroplastik in der Natur. Rund drei Viertel des Reifenabriebs sind direkt auf und wenige Meter neben den Straßen zu finden, rund 22% gelangen in Oberflächengewässer, die restlichen 4% werden in den Boden eingetragen. Für Österreichs Straßen wurde ein Gesamt-Reifenabrieb von 6.766 Tonnen pro Jahr ermittelt.

Doch nicht nur der Reifenabrieb ist eine Mikroplastikquelle im Verkehrsbereich. Auch der Abrieb von Polymeren und Bitumen (ein Bindemittel) vom Asphalt stellt Mikroplastik dar und ist mengenmäßig ebenfalls sehr relevant.

Tipp: Mikroplastik vermeiden durch umweltfreundliche Mobilität

Mikroplastik aus Abfällen: Kompost und Plastikrecycling

Ein großer Teil des Mikroplastiks stammt aus der Sammlung und Behandlung von Abfällen. Eine besonders große Rolle spielen dabei Plastikemissionen aus der Kompostierung und aus dem Kunststoffrecycling. Die Kompostierung spielt deshalb eine große Rolle, da das Ergebnis dieser Abfallbehandlung – der Kompost – in die Natur ausgebracht wird. Wenn darin Plastikteilchen enthalten sind, gelangen eben auch diese gemeinsam mit dem Kompost direkt in die Natur. Auch Emissionen aus dem Plastikrecycling dürften eine relevante Rolle spielen. Das Zerreiben des Plastiks zu kleinsten Partikeln ist auch ein Teil des Recyclingprozesses.

Tipp: Mikroplastik vermeiden bei Gartenabfällen und Kompost

Tipp: Weniger Mikroplastik durch weniger Plastikabfall

Verluste von Kunststoffpellets in der Produktion

Viele erinnern sich noch an die Nachrichtenmeldung: Im Juli 2010 gelangten beachtliche Mengen Kunststoffpellets der Firma Borealis in die Donau. Ob die Klarstellung des Konzerns, dass es sich dabei nicht um Abfälle sondern um hochwertige Kunststoff-Rohstoffe gehandelt habe, die Fischwelt beruhigt hat? Das werden wir wohl nie erfahren. Immerhin hat man sich anschließend um Verbesserungen beim Abwassersystem bemüht. Emissionen durch Verluste von Kunststoffpellets sind keine Seltenheit, des Fraunhofer Institut schätzt sie als viertgrößte Mikroplastikquelle ein. Es gibt in der Kunststoffindustrie Bemühungen zur Reduktion dieser Verluste.

Verwehungen von Sport- und Spielplätzen

Vor allem Fußball-Kunstrasenplätze erweisen sich als wahre Mikroplastik-Schleudern. Aber auch Plastikhältige Belege auf Spielplätzen, Leichtathletikbahnen etc. führen zu Mikroplastikemissionen

Tipp: Mikroplastik auf Sport- & Spielstätten: Alternativen zu Kunstrasen & Co.

Freisetzung auf Baustellen

Die meisten Mikroplastikemissionen auf Baustellen entstehen bei Abbrucharbeiten. Aber auch die Verarbeitung von Dämmmaterialien und anderen Kunststoffen beim Bau von Gebäuden spielen eine Rolle.

Abrieb von Schuhsohlen

Ja, auch Fußgeher sorgen für Mikroplastik. Jedenfalls dann, wenn die Schuhsohlen aus Kunststoff sind.

Tipp: Mikroplastik vermeiden durch umweltfreundliche Mobilität

Abrieb von Kunststoffverpackungen

Dass Kunststoffverpackungen nicht nur durch Emissionen beim Recycling, sondern auch durch Abrieb von in die Natur gelangten Verpackungen zum Mikroplastik beiträgt, ist wenig verwunderlich. Mehr als ein Drittel aller weltweit hergestellten Kunststoffe fällt schließlich auf Verpackungen. Viele davon lassen sich vermeiden.

Tipp: Weniger Mikroplastik durch weniger Plastikabfall

Tipp: Verpackungsabfälle vermeiden

Tipp: Mikroplastik in Lebensmitteln

Textilwäsche

Auch das Waschen von Textilien aus synthetischen Fasern setzt mit jedem Waschgang Mikroplastik frei. Textilien aus Naturmaterialien und bewussteres Waschverhalten können dem entgegenwirken.

Tipp: Mikroplastik von Kleidung und Putztüchern

Tipp: Mikroplastikfreies Waschmittel in der Öko-Rein Datenbank

Kosmetika

Diese gehören zwar mengenmäßig nicht zu den Hauptquellen, sind aber ein Bereich, wo Mikroplastik ganz bewusst eingesetzt wird und gleichzeitig ein Bereich, in dem es sich sehr leicht vermeiden lässt. Das ist auch deshalb zusätzlich relevant, weil es Mikroplastik in unserem unmittelbaren  Lebensbereich betrifft.

Tipp: Mikroplastik in Kosmetikprodukten

Weitere Mikroplastikquellen

Weitere Quellen für Mikroplastikemissionen sind z.B.

  • Abrieb von Farben und Lacken

  • Abrieb von landwirtschaftlich genutzten Kunststoffen

  • Flockungsmittel in der Wasserwirtschaft

  • Abrieb von Kehrmaschinen, Riemen, Rohrleitungen etc.

Verbot von primärem Mikroplastik?

Die Europäische Union plant ein weitgehendes Verbot von primärem Mikroplastik. Unter primärem Mikroplastik versteht man Mikroplastik, das absichtlich in dieser Partikelgröße produziert und eingesetzt wird. Sekundäres Mikroplastik hingegen entsteht durch Abrieb und Zerfall größerer Plastikteile. Primäres Mikroplastik macht mengenmäßig den deutlich kleineren Teil aus. Es läßt sich jedoch leicht vermeiden und ein Verbot ist definitiv sinnvoll. Ein entsprechender Vorschlag der Europäischen Chemikalienagentur liegt seit 2019 vor. Durch die vorgeschlagenen Beschränkungen sollen innerhalb von 20 Jahren 400.000 Tonnen Mikroplastik vermieden werden. Einige Interessensvertretungen versuchen, die Einschränkungen durch Ausnahme- und Übergangsregelungen zu verwässern. Das Europäische Umweltbüro, eine Dachorganisation von Umwelt-NGOs, warnt in einem Positionspapier vor diesen Abschwächungen und empfiehlt in einigen Punkten strengere Einschränkungen als es der ECHA-Vorschlag vorsieht.Mit einer Entscheidung der EU dazu ist frühestens 2021 zu rechnen.

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